Der Flughafen Aeroporto Serra da Capivara im Modell: Dichtung und Wahrheit.

Brasiliens unfertiger Großflughafen

In Brasilien wurden Millionen in einen ultramodernen Flughafen gesteckt. Nach neun Jahren steht noch kaum etwas davon.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Mechaniker Flugzeugkomponenten (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Systems Engineer - Electrical Focus

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Luftfahrzeugmechaniker Flugbetrieb (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

/span>Die unendliche Geschichte begann am 30. Dezember 2002. Die Regierung in Brasilia genehmigte damals 5 Millionen Real (1,5 Millionen Euro/2 Millionen Franken) für das Projekt. Im kleinen Städtchen São Raimundo Nonato im Bundesstaat Piauí plante man für insgesamt 20 Millionen Real (5 Millionen Euro/8 Millionen Franken) einen neuen Großflughafen, um Touristen in Scharen anzuziehen. Das wäre bitternötig. Denn die Region ist arm. Immerhin hat man aber landschaftlich einiges zu bieten. Etwa den nahen Nationalpark Serra da Capivara, der zum Unesco-Weltkulturerbe gehört. Das Potenzial, zur Ferienregion zu werden, wäre also vorhanden.

Eine neue Piste plante man, neue Flugfelder, neue Terminals. Zwei Monate später und unter einem neuen Staatspräsidenten genehmigte die Zentralregierung gleich nochmals 7,3 Millionen Real. Gebaut wurde aber erst im Jahr 2004. Doch auch dann beeilte man sich nicht. Brasilia schoss nochmals 8,3 Millionen hinterher, die Regierung des Bundesstaates Piauí weitere 5 Millionen. Bloß: Gebaut wurde lediglich an der Piste. Weder Terminals noch Umfeld waren 2009 fertig. Und die Landebahn wurde nur 1650 Meter lang angelegt - zu kurz für kommerzielle Flüge mit großen Jets. Genau das war aber ursprünglich das Ziel.

Es braucht noch mehr Geld

Wohin das viele Geld geflossen ist, weiß niemand so genau. Flugzeuge landen jedenfalls bis heute kaum am Aeroporto Internacional de Serra da Capivara. Auf dem Flughafen schiebt Marcos Madeira ganz alleine Wache. Ankünfte gibt es aber kaum. Und seinen Lohn hat der Mann gemäß der Zeitung O Estado de São Paulo seit Monaten auch nicht mehr erhalten. Bis heute steht also nicht einmal die Hälfte des Geplanten. Ein Budget von 20 Millionen war vorgesehen, ausgegeben wurden aber schon 25 Millionen.

Politiker verteidigen sich: Die beauftragte Baufirma habe zwar mit dem Bau begonnen, dann aber die Flinte ins Korn geworfen. Danach habe eine andere die Arbeiten aufnehmen müssen - notabene das Unternehmen eines Politikers, der im Parlament des Bundesstaates sitzt. Zudem habe man das Projekt etappiert, was zu langen Verzögerungen geführt habe. Nur eines ist derzeit klar beim Flughafen, der der modernste des ganzen Nordosten Brasiliens hätte werden sollen: Um die Arbeiten zu beenden (etwa die Piste auf die nötigen 2500 Meter zu verlängern), braucht es nochmals 8 Millionen Real. Wann aber das Großprojekt beendet wird? Das mag dennoch niemand sagen.

Mehr zum Thema

ticker-brasilien

Brasilien greift Fluggesellschaften mit Notfallkredit unter die Arme

ticker-brasilien

Brasiliens Inlandsflugverkehr boomt - 15 Prozent höheres Angebot in der Hochsaison

ticker-brasilien

Brasilien prüft erneut Kauf eines neuen Präsidentenflugzeugs

ticker total express

Total Express gibt eigene Frachtairline auf

Video

2005: Boeing 737-800 (VH-XZJ) «Mendoowoorrji»
Rund 13 Jahre lang flog die Boeing 737 namens Mendoowoorrji mit einem Aborigine-Kunstwerk auf dem Rumpf um die Welt. Nun wird das Flugzeug von Qantas umlackiert, ganz verschwindet die Geschichte aber nicht.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Special Olympics Airlift 2025: Zahlreiche Jets nehmen an der Aktion teil.
Vom 20. bis 26. Juni finden die Special Olympics USA Games statt. Zur Anreise können die Athletinnen und Athleten den Special Olympics Airlift nutzen, bei dem Flugzeugbesitzer ihre Flieger kostenlos zur Verfügung stellen. Erstmals ist auch eine Boeing 777 dabei.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
König Felipe VI. und Prinzessin Leonor: Flogen gemeinsam.
Prinzessin Leonor befindet sich auf der letzten Etappe ihrer militärischen Ausbildung. Ein Höhepunkt folgte nun in San Javier: Die spanische Thronfolgerin flog gemeinsam mit König Felipe VI. in einer Formation – mit einer Pilatus PC-21.
gerard al fil
Gérard Al-Fil