C-Series der Swiss: Erstflug verspätet.

Bombardier: C-Series doch verspätet

Noch vor wenigen Wochen sagte der kanadische Produzent, alles laufe nach Plan. Nun verkündet er eine Verspätung beim neuen Flieger.

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Der Zeitplan sei zwar eng, doch alles laufe nach Plan, hieß es noch Ende Oktober. Schon Ende des Jahres werde der neue Flieger der C-Series seinen Erstflug absolvieren, sagte Bombardier damals. Daran halte man fest. Doch offenbar hielt dieses Versprechen nicht sehr lang. Wie Bombardier am Mittwoch (7. November) in einer Mitteilung bekannt gab, verzögert sich der Erstflug des Jets bis Ende Juni 2013. Es gebe «Probleme» mit einigen Zulieferern. Um welcher Schwierigkeiten es gehe, spezifizierte der Hersteller aber nicht näher.

Auch die Auslieferung des Fliegers verzögert sich aus dem Grund. Ein Jahr nach dem Erstflug, statt wie zuvor angekündigt schon Ende 2013, soll diese nun stattfinden. Für den Bestellungseingang dürfte das weniger erfreuliche Folgen haben. Dort läuft es ohnehin schon etwas harzig für Bombardier. 138 feste Bestellungen und zusätzlich 214 Absichtserklärungen für die C-Series-Flieger hat der Hersteller in den Büchern stehen. Auch die deutsche Lufthansa ist untern den Kunden. Sie orderte 30 Flieger für ihre Schweizer Tochter Swiss.

Zurückhaltende Kunden

Analysten gehen davon aus, dass potenzielle Kunden sich nun erst einmal zurückhalten, bevor sie sich für den Flieger entscheiden. «Jetzt, da eine offizielle Verspätung verkündet wurde, ist die Frage: Wie überzeugend können sie klarmachen, dass es bei sechs Monaten bleibt», sagt etwa Luftfahrtanalyst Walter Spracklin von RBC Capital gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. «Es ist eher unwahrscheinlich, dass Bombardier irgendwelche Aufträge einholt, solange keine Klarheit über den Zeitplan herrscht», urteilt auch Cameron Doerksen von der National Bank in Montreal. Die Glaubwürdigkeit von Bombardier habe gelitten, dieser Schaden müsse nun erst einmal repariert werden.

Eigentlich soll die C-Series ein ernsthafter Angriff auf das Duopol von Airbus und Boeing werden. Bombardier will mit der C-Series-Linie eine ernsthafte Konkurrenz für die Single-Aisle-Flieger der beiden dominierenden Produzenten bieten. Mit Platz für 110 bis 150 Passagiere würde er die verkaufsstarken Kurz- und Mittelstreckenflieger Airbus A320 und Boeing B737 angreifen. Bombardier nennt als Vorteil ihrer C-Series, dass die neuen Flugzeuge etwa 15 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen als die Produkte der Konkurrenz. Immerhin – verglichen mit Boeings dreijähriger Verspätung für den Dreamliner ist ein halbes Jahr noch kaum etwas. Wenn es denn dabei bleibt.

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