Flieger von Boliviana de Aviacion: Die Staatsairline will nach Madrid fliegen.

Boliviana will Aerosur beerben

Die Staatsairline nutzt das Grounding der privaten Rivalin - und plant deren Flüge nach Spanien und in die USA zu übernehmen.

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Die Verantwortlichen fackeln nicht lange. Bereits unterzeichneten sie einen Vertrag für das Leasing einer Boeing B737-300. Die Maschine wird derzeit in Brasilien überholt und sollte in de nächsten Wochen in Bolivien eintreffen. «Der neue Flieger erlaubt uns acht bis neun zusätzliche Flüge pro Tag», erklärte Firmenchef Ronaldo Casso gegenüber der Zeitung Los Tiempos. Damit will seine Boliviana de Aviacion nationale Strecken sowie Flüge nach Buenos Aires in Argentinien und São Paulo in Brasilien anbieten. Bis zu 25 Prozent Nachfragezunahme erwartet die Staatsairline in den Monaten Juli und August. Bis im Dezember überlegt sie sich gar nochmals eine Erweiterung der Flotte.

Das kommt nicht von ungefähr. Die private Aersour stellte am 18. April ein. Zuerst sprach sie nur vor einem kurzzeitigen Unterbruch. Nun wurden daraus voraussichtlich drei Monate. So viel Zeit räumten die staatlichen Behörden der Fluggesellschaft ein, um ihre Finanzen in Ordnung zu bringen. Die Steuerbehörden werfen Aersour vor, ihr alleine für die Jahre 2004 bis 2007 Steuern über 1,3 Milliarden Boliviano (rund 147 Millionen Euro/177 Millionen Franken) zu schulden. Und sie verlangt die Nachzahlung der Forderung für das Jahr 2004 von rund 109 Millionen Boliviano.

Nach Madrid und Miami

Bei der staatlichen Konkurrenz rechnet man offenbar nicht damit, dass Aerosur je wieder fliegen wird. Bereit hat Boliviana de Aviacion die Frequenzen im Inland erhöht um so vom Ausfall der Rivalin zu profitieren. Mit dem neuen Flieger soll das noch verstärkt passieren. Und auch die Paradestrecke der gegroundten Privatairline will sich Boliviana offenbar unter den Nagel reißen, die Flüge nach Madrid und Miami. Bereits trafen sich die Verantwortlichen mit den spanischen Behörden, um über die Erteilung einer Fluglizenz zu sprechen. Mitte Jahr soll es so weit sein, so Firmenchef Casso.

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