Interessante Passagiere: Kartoffeln haben ähnliche Auswirkungen auf die W-Lan-Signale wie Menschen.

Boeing: Kartoffeln als Passagiere

Schmeichelhaft ist diese Ähnlichkeit nicht. Weil Menschen und Kartoffeln physikalisch gar nicht so unterschiedlich sind, testet Boeing neue Technik mit Gemüse.

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Sie sitzen still, beschweren sich nicht, verlangen keine Extras und langweilen sich nie. Es sind wohl die perfekten Passagiere. Das dachte man sich offenbar auch bei Boeing, als man sich Testobjekte für ein W-Lan-Projekt suchte. Es ging darum, herauszufinden, wie man die Sender installieren muss, damit das Signal überall im Flugzeug optimal zu empfangen ist. Die Ingenieure in Seattle entschieden sich dafür, die neue Technologie mit Kartoffelsäcken in den Sitzreihen statt mit echten Passagieren zu testen. 9000 Kilo Kartoffeln verteilten die Forscher in einer Testkabine.

Nötig war das, weil W-Lan-Signale eben nicht überall gleich gut zu empfangen sind. Sie unterscheiden sich auch je nachdem, wo sich Passagiere in der Kabine befinden. Offenbar interagierten Kartoffeln auf ähnliche Weise mit den Signalen wie Menschen, heißt es von Boeing. Tagelang mussten die Kartoffelsäcke auf ihren Plätzen verharren, während Boeings Techniker ausmaßen, wie man die Wifi-Signale am besten verteilt, damit Passagiere überall im Flieger möglichst guten Empfang haben.

Preiswerte Alternative

Die Kartoffelsäcke hatten für den Luftfahrtkonzern einen wichtigen Vorteil: Sie mussten weder belustigt werden, noch brauchten sie Essen oder etwas zu trinken. Und eine Entschädigung verlangten sie auch nicht. Bewegen wollten sie sich auch nicht. Rein theoretisch, so heißt es bei Boeing, hätte man auch anderes Gemüse nehmen können. Doch – das lässt sich nicht leugnen – Kartoffeln sind eben auch einfach recht preiswert.

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