Boeing 747SP von Iran Air: Das Land braucht neue Flieger.

Lieferung von FlugzeugenBoeing setzt Hoffnungen in den Iran

Der amerikanische Flugzeugbauer ist bereit. Denn wenn sich der iranische Markt öffnet, rechnet Boeing mit einer sehr starken Nachfrage. Auch andere wittern ein Geschäft.

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35 Jahre lang herrschte Funkstille. Die Erzfeinde Iran und USA unterhielten seit 1979 keinerlei Beziehungen mehr - auch keine geschäftlichen. Die zaghafte Öffnung des Iran und Fortschritte bei den Atomgesprächen machten vergangenes Jahr das Undenkbare dann plötzlich möglich. Boeing lieferte Ende 2014 für 120.000 Dollar Flugzeug-Handbücher, Pläne und Navigationsmaterial an den Iran. Ersatzteile sandte der amerikanische Flugzeugbauer zuerst keine. Den Iranern waren die Preise von Boeing zu hoch.

Dabei blieb es nicht. Boeing bekam dieses Jahr vom Iran den Auftrag, rund ein Dutzend Triebwerke zu reparieren. Nun hofft man beim US-Konzern, dass bald noch mehr kommt. «Wir haben eine ziemlich gut Lagebeurteilung gemacht», so Martin Benttrot, Boeings Chef für den Nahen Osten gemäß dem Nachrichtenportal Albawaba. Falls es wirklich zu einer Öffnung des Marktes komme, rechne man mit einer «sehr kräftigen Nachfrage».

Der Iran könnte bis zu 400 Flugzeuge bestellen

Im Iran kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu schweren Flugzeugunglücken. Die Flotte der nationalen Fluglinien hat ein Durchschnittsalter von deutlich über zwanzig Jahren. Rund hundert ihrer insgesamt 250 Flieger müssen wegen fehlender Ersatzteile am Boden bleiben. Eine Erneuerung des Flugzeugparks tut deshalb Not. «Vierzig Flugzeuge im Jahr, über zehn Jahre verteilt brauchen wir», erklärte der Chef der Luftfahrtbehörde vergangenes Jahr. Das Potenzial beträgt also mindestens 400 Flieger. Kein Wunder, dass bei Boeing die Augen leuchten.

Auch Airbus steht in den Startlöchern. Zudem erhofft sich die russische Sukhoi mit ihrem Superjet gute Chancen – genauso chinesische Hersteller wie Comac.

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