Tragfläche der Boeing 787: Änderung beim Schutz gegen Blitze.

Unklarer Kurs der FAABoeing reduzierte Blitzschutz des Dreamliners

Verschiedene Vorkehrungen schützen die Tanks in den Tragflächen der Boeing 787 bei Blitzeinschlägen. Zwei dieser Vorkehrungen hat der Hersteller entfernt.

Top-Jobs

Weeze

Verkehrsleiter vom Dienst (w/m/x)

Flughafen Niederrhein GmbH
Weeze
Feste Anstellung
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
DERTOUR Logo

Virtuelle Reisebetreuung (m/w/d)

Reiseveranstalter
DERTOUR Destination Services AG
Home Office
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

CAMO Engineer f/m/d (full time) in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
DERTOUR Logo

Reiseleiter (m/w/d)

Reiseveranstalter
DERTOUR Destination Services AG
Griechenland
Spanien
Portugal
Top jobs

Überließ die US-Luftfahrtbehörde FAA bei der Zertifizierung der Boeing 737 Max zu viele wichtige Bewertungen dem Hersteller selber? Diesem Vorwurf sieht sich die FAA seit den beiden Abstürzen von Boeing 737 Max ausgesetzt. FAA-Chef Steve Dickson muss sich dazu am Mittwoch (11. Dezember) vor einem Ausschuss des US-Kongresses äußern. Dabei wird es wohl auch Fragen geben zu Änderungen an einem anderen Modell: der Boeing 787.

Wie die Zeitung Seattle Times berichtet, geht es um technische Vorkehrungen, die verhindern sollen, dass die Treibstofftanks in den Flügeln der Boeing 787 bei einem Blitzschlag explodieren. Boeing hatte bei der Erstzulassung des Dreamliners im Jahr 2011 neben anderen Vorkehrungen auch alle Metallverschlüsse in den Flügeln mit Isolierkappen versehen und an vielen Stellen Kupferfolie verbaut, welche die Spannung im Falle eines Blitzeinschlages zerstreuen soll.

Seit März keine Kupferfolie mehr

Das geschah auch, da die Tragflächen der Boeing 787 Dreamliner zu großen Teilen aus karbonfaserverstärktem Kunststoff bestehen, wodurch der Blitzschutz aufwändiger wird als bei einem Metallflieger. Doch seit dem Jahr 2014 verzichtet Boeing auf die meisten der Isolierkappen, weil sich im Betrieb schnell Risse darin bildeten. Laut der Zeitung geschah die Freigabe dafür größtenteils durch die Boeing-Ingenieure selber «mit minimalem Input von der FAA».

Im Februar 2019 wollte sich der Flugzeugbauer dann von der FAA auch genehmigen lassen, künftig auf die Kupferfolie zu verzichten. Doch die Behörde sagte Nein. Boeing hatte zu diesem Zeitpunkt laut dem Bericht allerdings schon rund 40 Flügelpaare ohne die Folie produziert. So gelang es dem Unternehmen, das Management der FAA innerhalb von einer Woche zu überzeugen, doch grünes Licht zu geben. Seit März verzichtet Boeing auf die schützende Folie.

FAA ordnet Neubewertung an

Boeing argumentiert, man habe über die Jahre besser verstanden, was beim Blitzschutz gut funktioniere, und was nötig ist, um die FAA-Anforderungen zu erfüllen. Mehrere andere Ebenen des Blitzschutzes würden das Flugzeug absichern, jede Änderung sei gründlich von der Behörde geprüft worden und das Modell sei sicher.

Im Juni meldete sich allerdings FAA-Ingenieur und -Sicherheitsexperte Thomas Thorson zu Wort. Er warnte, Boeing habe Fehler bei der Aufrechnung der Risiken, die zu einer Tankexplosion durch Blitzschlag führen könnten, gemacht. Zudem mahnte er, Auslieferungstermine dürften keine sicherheitsrelevanten Entscheidungen beeinflussen. Der Kurs der FAA-Spitze ist derweil weniger klar. Zum einen versicherte Behördenchef Dickson dieser Tage, die Änderungen brächten keine Unsicherheiten und die 787 sei auch ohne die Kupferfolie sicher. Anderseits hat die FAA im Oktober von Boeing dennoch eine Neubewertung der Risiken gefordert.

Mehr zum Thema

Boeing 737 Max: Bis sie wieder abhebt, wird noch einige Zeit vergehen.

Verließ sich die FAA zu sehr auf Boeing?

Cockpit einer Boeing 787: Der Hersteller streitet jede Gefährdung ab.

Boeing wehrt sich gegen Hacker-Kritik an 787

Boeing 787-9 in den Farben von Emirates: Die Golfairline wählte nun die mittelgroße Dreamliner-Variante.

Emirates setzt auf die Boeing 787-9

boeing produktion (3)

Boeing triumphiert bei den Bestellungen, Airbus bei den Auslieferungen

Video

united airlines airbus a321 neo nosewheel
Harte Landung in Orlando: Ein Airbus A321 Neo von United Airlines hat bei der Ankunft in Orlando eines der Räder des Bugfahrwerkes verloren.
Timo Nowack
Timo Nowack
antonov leipzig 14
Aufgrund des russischen Angriffskriegs musste die ukrainische Frachtfluggesellschaft ihre Basis nach Deutschland verlegen. aeroTELEGRAPH hat Antonov Airlines und ihre An-124 am Flughafen Leipzig/Halle besucht.
Timo Nowack
Timo Nowack
Erster Being 737-800 Kombifrachter: Air Inuit hat das Flugzeug am 13. Januar in den Liniendienst aufgenommen.
Fast fünfzig Jahre prägten röhrende 737-200 C den Alltag im Norden Québecs. Jetzt hebt erstmals eine Boeing 737-800 Kombi für Air Inuit ab – mit 90 Sitzen, Palettenfracht und als Weltpremiere.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies