Produktion der 737 Max: Unter der Lupe.

Falsch gebohrtBoeing muss 102.000 Löcher an 737 Max überprüfen

An mehr als 200 Rümpfen von 737 Max sind komplizierte Überprüfungen nötig. Das wirkt sich auch auf die Auslieferungen und den Gewinn von Boeing aus.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Es sind nur kleine Löcher. Doch sie bereiten Boeing ziemlich großen Ärger. Weil sie teilweise länglich statt kreisförmig gebohrt wurden, muss der Flugzeugbauer mehr als 165 Flugzeuge, die noch auf die Auslieferung warten, überprüfen. «Das ist derzeit unsere wichtigste Aufgabe», so Finanzchef Brian West laut der Zeitung Seattle Times bei einer Konferenz.

Entdeckt hatten Boeing und der Rumpfzulieferer Spirit Aerosystems das Problem Ende August. Die Löcher befinden sich im Bereich des hinteren Druckschotts im Heck des Fliegers – eine Art abschließende Rückwand der Druckkabine. Von rund 1000 Löchern sind 500 maschinell von einem Subunternehmen von Spirit Aerosystems gebohrt worden – teilweise falsch.

Überprüfung mit Röntgengeräten

Das Problem betrifft laut Boeing nicht unmittelbar die Flugsicherheit. Dennoch müssen die 165 Flugzeuge bei Boeing sowie 39 weitere Rumpfsektionen, die noch bei Spirit Aerosystems stehen, überprüft werden. Insgesamt geht es um rund 102.000 Löcher.

Das hintere Druckschott, hier einer Embraer E190. Bild: aeroTELEGRAPH

Und das ist mühsam. Teilweise braucht es Röntgengeräte. «Wir haben im Wesentlichen eine separate Fabrik auf der anderen Straßenseite eingerichtet», sagte Spirit-Chef Tom Gentile laut der Seattle Times. Zwei Teams arbeiten dort an Röntgeninspektionen, während sechs Teams die Reparaturen durchführen.

Auswirkungen auf Auslieferungen

Die Überprüfung der Rümpfe bei Spirit soll bis Ende November abgeschlossen sein. Doch bei Boeing dürfte es bei den fertigen Flugzeugen  länger dauern. Auch Boeing 737 Max, die bereits in Betrieb sind, sind von dem Problem betroffen. Doch diese können laut Boeing im Rahmen des normalen Wartungszyklus überprüft und im Zweifel repariert werden.

Bei Boeing wirkt sich das Problem jetzt auf die Auslieferungen aus. Nach 111 und 100 Exemplaren im ersten und zweiten Quartal wird Boeing im dritten nur 70 737 Max ausliefern. Finanzchef Brian West glaubt aber daran, das Ziel von 400 bis 450 Jets im Jahr dennoch zu erreichen – aber im unteren Bereich der Spannbreite. Finanziell werde das Problem aber spürbar sein.

Nicht das erste Problem

Es ist nicht das erste Problem von Boeing und Spirit Aerosystems in diesem Jahr. Bereits im Frühjahr etwa waren an knapp 170 Boeing 737 Max Nacharbeiten dort nötig, wo Seitenleitwerk und Rumpf verbunden sind. Das jetzige Problem wird laut Spirit aber mehr Arbeitsstunden in Anspruch nehmen als das im Frühjahr.

Mehr zum Thema

737-Max-Produktion bei Boeing: Einige Rümpfe kamen mit Fehler an.

Boeing 737 Max haben Problem mit falschen Bohrlöchern

Rumpf und Leitwerk von Boeing 737 Max: Die Verbindung ist das Problem.

Mitarbeiter von Zulieferer entdeckte Fehler an der Boeing 737 Max

Flügelspitzer der Boeing 777X: Der Konzern hat viele Probleme.

«Boeing verbrennt Geld in nie dagewesenem Ausmaß»

ticker-boeing-1

Boeing wendet Streik von 15.500 Ingenieurinnen und Ingenieuren und Technikfachkräften ab

Video

Airbus U740 Valkyrie: Erstflug erfolgreich absolviert.
Sie startet ohne Landebahn, erreicht bis zu Mach 0,8 und kann bewaffnet werden: Die Airbus U740 Valkyrie hat ihren ersten Flug absolviert. Künftig soll das autonome Mapflugzeug gemeinsam mit Eurofightern operieren.
gerard al fil
Gérard Al-Fil
Boeing 747-8 von Lufthansa: Am 10.Oktober wäre es fast zu einem Tailstrike in Los Angeles gekommen.
Eine Boeing 747-8 von Lufthansa musste in Los Angeles durchstarten. Dabei kam das Heck des Jumbo-Jets der Piste bedenklich nahe.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Szene aus «111 - Echoes from Halifax»: Der Film zeigt die Tragödie anhand menschlicher Schicksale nach.
Anne Walser ist Produzentin des Kinofilms «111- Echoes from Halifax». Im Interview erklärt sie, weshalb das Thema Absturz von Swissair-Flug SR111 auch nach mehr als 25 Jahren noch aktuell ist, wieso sie bewusst auf einen Katastrophenfilm verzichtete und wie sich das Team vorbereitete.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin