Unfall der Boeing 737 in SochiUtair-Piloten setzten erst knapp vor Hälfte der Piste auf

Die Piloten der in Sochi verunglückten Boeing 737 haben ihr Können offenbar überschätzt. Der Wind tat sein Übriges, um den Jet über die Piste hinausschießen zu lassen.

Top-Jobs

sunny cars

Customer Service Expert (m/w/d)

München / Remote
Feste Anstellung
Autovermietung
Sunny Cars
Deutschland
30 - 40 Stunden
Top jobs
IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

In der Nacht zum 1. September verunglückte eine Boeing 737 von Utair am Flughafen Sochi. Der Jet schoss über die Landebahn 06 hinaus, durchbrach einen Zaun, rutschte einen leichten Abhang hinab in ein Flussbett und fing Feuer. An Bord befanden sich sechs Crewmitglieder und laut unterschiedlichen Angaben 164 bis 166 Passagiere. Alle überlebten, 18 trugen Verletzungen davon. Ein Flughafenmitarbeiter starb aufgrund eines Herzinfarktes während der Rettungsarbeiten. Doch wie kam es überhaupt zum Unglück?

Zwar gibt es noch keinen offiziellen Bericht des russischen Interstate Aviation Committee, das die Untersuchung zum Unfall von Flug UT579 leitet. Doch die Zeitung Kommersant und das Nachrichtenportal Life haben mit Experten gesprochen, die den Ermittlungen nahe stehen. Daraus ergibt sich ein Bild der Ereignisse, wie sie bei der Landung der Boeing 737 von Utair geschehen sein könnten.

Landung erst nach 1300 Metern

Das Wetter in dieser Nacht ist stürmisch, regnerisch, die Piste ist nass. Während andere Flugzeuge auf eine Landung in Sochi verzichten und Ausweichflughäfen wie Krasnodar ansteuern, wollen die Piloten von Utairs Boeing mit der Kennung VQ-BJI dennoch landen. Einen ersten Landeanflug auf die kürzere Piste 02 brechen sie ab.

Beim zweiten Versuch wählen sie Landebahn 06. Doch kurz vor der Landung drückt Wind die Maschine überraschend nach vorne. Die 737 fliegt zu diesem Zeitpunkt schon zu niedrig um durchzustarten, da in Sochi die Flugzeuge vom Meer kommend auf die Berge zufliegen. So setzt der Flieger erst bei etwa 1300 Metern auf der Piste auf, die 2890 Meter lang ist. Zudem ist er mit mehr als 300 Kilometern pro Stunde sehr schnell unterwegs für eine nasse Bahn.

Typisch russischer Fehler?

Gemäß Life deuten Daten des Flugdatenschreibers außerdem darauf hin, dass die Piloten die Schubumkehr nach der extremen Landung nicht richtig aktivierten. Ein Informant aus dem Transportministerium wies das Nachrichtenportal in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die entsprechenden Systeme in Flugzeugen russischer Fabrikation und den Jets von Boeing unterschiedlich funktionieren. Piloten, die lange russische Maschinen geflogen seien, würden daher manchmal durcheinander kommen.

Kommersant zufolge hat das Interstate Aviation Committee einen vorläufigen Report an russische Fluglinien verschickt mit dem Rat, die Qualifikation der Piloten in Bezug auf die Schubumkehr zu prüfen. Experten aus dem Ministerium und Ermittler sind sich laut Life unter dem Strich einig: Die Piloten von Flug UT579 überschätzten sich. Und damit gerät die Fluggesellschaft verstärkt in die Kritik.

Tote bei anderem Utair-Unglück

«Es gibt sogenannte Sicherheitsmanagement-Systeme - anscheinend ist das System bei Utair nicht wirksam genug», sagte Alexander Neradko, Chef der Luftfahrtbehörde Rosaviatsia, gemäß der Nachrichtenagentur Interfax. Bisherige Maßnahmen des Unternehmens seien nicht ausreichend. Man warte nun auf die Ergebnisse der Untersuchungen. Und zwar nicht nur zum Unfall der Boeing 737. Am 4. August war bereits ein Helikopter von Utair verunglückt, wobei 15 Passagiere und drei Crewmitglieder starben.

Mehr zum Thema

ilyushin il 114 300 kaelte

Polar Airlines will Ilyushin Il-114-300 - aber nur, wenn sie noch ein zusätzliches Detail bekommt

ticker-aeroflot

Aeroflot verbindet Irkutsk mit chinesischer Strand-Destination

Techniker von Aeroflot: Das Wartungsunternehmen Aeroflot Technics ist Opfer eines massiven Cyberangriffs geworden.

Schwerer Hackerangriff legt Aeroflot Technics lahm - an einem ganz besonderen Datum

Flugzeuge in der Wartungshalle von Ural Airlines: Die Airline will die Lebenszyklen ihrer Flotte deutlich verlängern.

Ural Airlines will ihre A320 über 20.000 Stunden länger fliegen lassen als von Airbus vorgesehen

Video

König Willem-Alexander bei seinem letzten Flug mit einer Boeing 737: Er lässt sich nochmals umschulen.
Fußballfans, Familien auf dem Weg nach Lappland oder Urlauber nach Ibiza: Viele Passagiere ahnten nicht, dass ihr Kopilot der König der Niederlande war. Jetzt flog Willem-Alexander letztmals mit einer Boeing 737 von KLM - und beginnt nun die Umschulung auf Airbus.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
amboseli airstrip under water
Ein Video aus dem Amboseli-Nationalpark in Kenia scheint einen See zu zeigen. Aber nein: Es ist die Start- und Landebahn des Park-Airports. Sie ist vollständig im Wasser verschwunden.
Timo Nowack
Timo Nowack
air canada bridgetown umkehr
Am Flughafen Bridgetown ging auf einmal gar nichts mehr. Flüge von Air Canada und Jetblue mussten auf dem Weg zum internationalen Flughafen von Barbados plötzlich umkehren. Grund war ein spontaner Streik.
Timo Nowack
Timo Nowack