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Lufttüchtigkeitsanweisung

Boeing 737 Max droht Gefahr durch Triebwerksverkleidung

Durch Überhitzung: Im Zusammenhang mit dem Vereisungsschutz könnten Teile der Gondeln von CFM-Triebwerken der Boeing 737 Max abreißen. Die FAA reagiert.

Gefahr erkannt. Die amerikanische Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration FAA wird am 10. August eine Lufttüchtigkeitsanweisung (im Englischen Airworthiness Directive oder kurz AD) zur Boeing 737 Max herausgeben. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP.

In der Anweisung geht es um die Gefahr, dass sich Teile der Triebwerksgondeln von Leap-1B-Triebwerken von CFM International lösen könnten. Diese könnten Scheiben der Jets zerschlagen oder andere Teile beschädigen. Die FAA erklärt, diese Gefahr bestehe durch mögliche Überhitzung am Triebwerkseinlass, den Boeing herstellt, nicht CFM.

Regeln für Nutzung des Anti-Icing-Systems

Das Problem steht im Zusammenhang mit dem Vereisungsschutz, der heiße Luft aus dem Triebwerk nutzt, um Vereisung zu verhindern. Solltet dieses System aber bei trockener Luft und einer «bestimmten Kombinationen aus Höhe, Gesamtlufttemperatur» und Triebwerkseinstellungen mehr als fünf Minuten verwendet werden, besteht laut FAA die Gefahr der Überhitzung und von schweren Schäden an der Einlassverkleidung (Inlet Cowl).

Die Behörde weist die Cockpitcrews daher an, den Gebrauch des sogenannten Anti-Icing-Systems bei trockener Luft einzuschränken. Die Lufttüchtigkeitsanweisung wird 15 Tage nach Veröffentlichung in Kraft treten. Solange haben die Betreiber Zeit, ihre Flugzeughandbücher anzupassen. Entdeckt wurde das Problem der FAA zufolge nicht bei Boeing 737 Max im Flugbetrieb, sondern durch Flugtests und durch -analysen im Juni.

Boeing arbeitet an dauerhafter Lösung

Boeing erklärt in einer Stellungnahme, das Problem könne nur unter sehr spezifischen Bedingungen auftreten. Man habe entsprechende Maßnahmen ergriffen, arbeite mit den Kunden zusammen, um diese umzusetzen, und entwickle derweil eine dauerhafte Lösung.