Ryanair-Flieger: Bald mit Bettpfannen unter dem Sitz?

Ryanair will auch ohne WC fliegen

Der Billigflieger denkt erneut laut über Sparmöglichkeiten nach. Toiletten scheinen ihm offenbar nicht so wichtig zu sein.

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Pornofilme an Bord, Stehplätze, kostenpflichtige Toiletten - eigentlich sollte einen bei Michael O'Leary wenig überraschen. Seine neuste Sparidee dürfte aber für viele einen Schritt zu weit gehen. Wenn alles so läuft, wie der exzentrische Ryanair-Chef es sich vorstellt, könnte in Zukunft bald eine neue Durchsage vor Abflug ertönen: «Für alle die nochmal müssen: Gehen Sie jetzt auf die Toilette. Für jegliche Unannehmlichkeiten während des Fluges übernehmen wir keine Verantwortung.»

Wie die englische Zeitung Daily Mirror berichtet, will die Airline ihre Flieger künftig auch dann abheben lassen, wenn die Toiletten an Bord nicht funktionieren. Das steht in einem internen Schreiben, das - wohl nicht ganz unabsichtlich - an verschiedene britische Medien gelangte. «Für den seltenen Fall, dass es ein technisches Problem mit allen Toiletten an Bord gibt, darf das Flugzeug auch ohne funktionierende Toiletten starten. Passagiere, die die Reise nicht antreten wollen, können eine Entschädigung beantragen», heißt es in der Aktennotiz.

Bis zu vier Stunden ausharren

Das würde heißen: Je nach Flugstrecke bis zu vier Stunden mit voller Blase ausharren. Ob wirklich alle 189 Passagiere an Bord der Boeing B737 der Airline das schaffen würden, ist fraglich. Bei der Fluggesellschaft selbst bleibt man bei dem Thema vage. «Wir müssen jede noch so unwahrscheinliche Situation durchspielen», heißt es von einem Ryanair-Sprecher.

Die Toiletten beschäftigen Michael O'Leary bereits einige Zeit. Zunächst wollte der Ryanair-Chef Bezahltoiletten einführen. Doch nach einer Empörungswelle legte er die Idee wieder auf Eis. Im vergangenen Herbst dann kündigte die Fluggesellschaft dann an, man wolle eine der beiden Toiletten in den B737 entfernen, um mehr Platz für Passagiere zu schaffen. Bisher ist 189 die zugelassene Höchstzahl für Passagiere in den Boeing-Fliegern. Doch Ryanair hatte den Produzenten bereits gebeten, eine höhere Zahl zertifizieren zu lassen. Gut möglich also, dass die neuen Überlegungen auch mit diesen Plänen zusammenhängen - immerhin gibt es im Falle des Ausfalls einer Toilette keinen Ersatz mehr. Die Getränke-Verkäufe an Bord aber dürfte der neue Schritt sicherlich nicht unbedingt ankurbeln.

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