Letzte Aktualisierung: um 19:46 Uhr
Partner von  

Spanien-Krise lässt Barcelona kalt

Der Flughafen wuchs 2011 viel schneller als andere europäische Airports. Nun will er die internationalen Routen ausbauen.

Google Maps

Flughafen El Prat: Mehr interkontinentale Flüge.

Es ist die tiefste Krise seit Jahrzehnten. Die Arbeitslosigkeit steht inzwischen bei gigantischen bei 23 Prozent und dieses Jahr wird die Wirtschaft nochmals um 1,7 Prozent schrumpfen. Man schreibt das fünfte Krisenjahr in Spanien in Folge. Doch der Flughafen El Prat scheint davon nichts zu spüren. 34 Millionen Passagiere flogen 2011 über den Airport der katalanischen Metropole – 17,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Europaweit stieg der das Passagieraufkommen nur um 7,3 Prozent. Doch damit geben sich die Verantwortlichen nicht zufrieden. Gedrängt von der Hiobsbotschaft der Pleite von Spanair (12 Prozent der Flugbewegungen) gaben sie nun ihre Wachstums-Strategie bis 2018 bekannt. Sie ist auch ein Angriff auf den Rivalen Barajas in Madrid.

Barcelona will dank neuen Direktflügen nach Japan, Korea, China, Indien und in die USA wachsen. Ausgebaut werden sollten auch die Verbindungen in den Nahen Osten und nach Südamerika, die gewöhnlich über Madrid abgewickelt werden. So soll beispielsweise die Verbindung Singapur – Barcelona – São Paulo gefördert werden – gewissermaßen eine Direktverbindung vom Fernen Osten nach Brasilien. Eine Airline die mitmacht, ist indes noch nicht gefunden worden. In den vergangenen beiden Jahren legte El Prat bei den Interkontinentalflüge deutlich zu. 30 neue Strecken wurden eröffnet. 25 Langstrecken-Airlines steuern den katalanischen Hauptflughafen an. Das Sitzangebot stieg im Zeitraum von 2009 auf 2011 um 58 Prozent auf knapp eine Million. Die Quote der Transferpassagiere beträgt 64 Prozent oder 4 Millionen Passagiere jährlich.

Vueling als Stütze

Doch auch das Kurz- und Mittelstreckengeschäft wächst kräftig. Für die Katalanen legt sich vor allem auch die Airline Vueling ins Zeug. Die junge spanische Fluggesellschaft investiert 325 Millionen Euro, um die Heimbasis Barcelona zu erweitern. Vier neue Airbus A320 und ein A319 werden dazu gekauft und in den nächsten Monaten am Flughafen El Prat stationiert. Dann stehen dort 28 Flieger. Zugleich werden 165 neue Mitarbeiter rekrutiert. Damit werden ab kommendem Sommer 23 neue Destinationen angeflogen.



Die Redaktion behält sich das Recht vor, Kommentare zu moderieren und zu kürzen. Kritische Diskussionen sind willkommen. Beschimpfungen oder Kommentare mit rassistischem, sexistischem, themenfremdem, rein politischem, beleidigendem oder rein polemischem Inhalt hingegen werden entfernt. Es besteht kein Recht auf Veröffentlichung. Über die Entscheide der Moderatoren wird keine Korrespondenz geführt.