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Leasingfirmen fordern Jets zurück

Avianca Brasil hat nur noch sieben Flugzeuge

Die viertgrößte Fluggesellschaft Brasiliens liegt auf der Intensivstation. Leasinggeber holen 18 der restlichen 25 Flugzeuge von Avianca Brasil zurück. Die Zeit wird knapp.

aeroTELEGRAPH

Blick aus einem Flieger von Avianca Brasil: Ein immer seltenerer Anblick.

56 Flugzeuge zählte die Flotte von Avianca Brasil Ende vergangenen Jahres. Seither schrumpft sie wie ein Schokoladenei an der Frühlingssonne. Am Montag (22. April) begann die einst viertgrößte Fluggesellschaft Brasiliens damit, weitere 18 Jets an die Leasinggesellschaften Gecas (acht Flieger), Aviation Capital Group (sechs) und Vermillion Aviation (vier) zurückzugeben. Damit verbleiben ihr nur noch sieben Flugzeuge.

Avianca Brasil hat vergangenen Dezember Gläubigerschutz angemeldet. Die Leasingfirmen erkämpften jedoch vor Gericht die Rückgabe der Flugzeuge, weil Leasingraten nicht bezahlt wurden. Mit der Rumpfflotte kann sie nur noch ein Minimalprogramm durchführen. Die Aufsichtsbehörde Anac hat Avianca Brasil angewiesen, in der laufenden Woche 1045 Flüge zu streichen. Schon über Ostern waren mehr als 600 Flüge annulliert worden.

Auktion läuft

Aktuell läuft eine Auktion zum Kauf von großen Teilen von Avianca Brasil. Interessenten können für sieben so genannte Unidades Produtivas Isoladas gebildet. Das sind spezielle Rechtseinheiten, bei denen der Käufer keinerlei Verpflichtungen in Bezug auf die weiteren Schulden nimmt, wenn die Verkäuferin sich wie Avianca unter Gläubigerschutz befindet. Sechs davon enthalten Start- und Landerechte, eines das Vielfliegerprogramm. Gol und Latam haben offenbar Gebote abgegeben, Azul hat sich zurückgezogen.

Die Resultate sollen bis zum 7. Mai vorliegen. Avianca Brasil rennt also die Zeit davon.

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