Fred Militky: Zuerst Modellflieger elektrifiziert, dann richtige Flugzeuge.

Fred MilitkyDer österreichische Pionier des Elektroflugs

Fred Militky entwickelte Modellflugzeuge. Schon früh erkannte der Österreicher jedoch, dass ein Elektroantrieb mehr kann, also nur Mini-Flieger in die Luft zu bringen. 1973 gelang ihm der weltweit erste bemannte Elektroflug.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Leiter Zerspanung Kleinteile / Stv. Abteilungsleiter (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Trainer Aircraft Chief Engineer

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
k5 logo

Captain A320 (m/w/d)

K5-Aviation GmbH
München, Hamburg, Stuttgart
Feste Anstellung
Business Aviation
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
logo-gi-group

Teamleiter (gn) am Flughafen Hamburg

Hamburg
Feste Anstellung
Gi Group Recruiting
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Schon in den 1950er-Jahren forschte Fred Militky an elektrischen Antrieben. Der 1922 geborene Chefkonstrukteur des Modellbauunternehmens Graupner wollte so ein Problem lösen, das den Modellflug bis dahin belastete: Er war laut. 1960 brachte der Österreicher ein erstes elektrisch angetriebenes Modell auf den Markt, 1972 ein größeres, besseres.

Die Reaktionen in der Szene auf das Modellflugzeug waren verhalten. Doch Militky ließ sich nicht beirren und wollte mehr. Er hatte sich vorgenommen, zu zeigen, dass man mit elektrischem Antrieb mehr kann, als nur Modellflieger in die Luft zu bringen. Er war überzeugt, dass man ein Elektroflugzeug bauen kann, in dem Menschen fliegen können.

Neun Minuten in der Luft

Militky tat sich dafür mit Heinz Brditschka zusammen, der bereits Motorsegler baute und eine seiner HB-3 zur Verfügung stellte. Das Resultat war die sieben Meter lange und 440 Kilogramm schwere Brditschka MB-E1. Dazu wurde in das Grundmodell ein Bosch-Elektromotor mit einer Leistung von rund zehn Kilowatt und Nickel-Cadmium-Akkumulatoren von Varta eingebaut. 

3-D-Animation der Brditschka MB-E1. Bild: Mateusz Śliwka

Am 21. Oktober 1973 absolvierte das weltweit erste elektrisch betriebene manntragende Flugzeug seinen Erstflug. Vom Flugplatz in Wels im Bundesland Oberösterreich flog die Brditschka MB-E1 mit einer Spannweite von zwölf Metern etwa neun Minuten auf einer Höhe von 300 Metern. Später folgten weiter Flüge. Militky hatte damit den Beweis erbracht: Elektroflug ist machbar. Es folgten einige weitere, rund 15-minütige Flüge.

Altes Problem, immer noch aktuell

Militky erklärte nach dem gelungenen Erstflug, dass man damit nachgewiesen habe, «dass es möglich ist, ein Luftfahrzeug schwerer als Luft unter Mitführung elektrischer Energie zu betreiben» und zugleich sah er auch schon die Schwierigkeit voraus. «Es wird von den Batterieherstellern abhängen, ob es gelingt, in der Zukunft noch bessere Batterien herzustellen, die zudem auch noch leichter sind und es möglich machen werden, den Elektroflug zumindest im Bereich der Sportfliegerei einer breiteren Schicht zugänglich zu machen.»

1976 verstarb Militky. Seine Vision jedoch ist aktueller denn je. Die Luftfahrtbranche hat sich angesichts des Klimaproblems der Dekarbonisierung verschrieben. Und weltweit forschen Dutzende Unternehmen daran, kommerzielle Kurzstreckenflüge mit Elektroantrieb möglich zu machen, so etwa Heart Aerospace, Wright Electric oder Beta Technologies. Mit der Herausforderung, die schon Militky sah, haben auch sie noch zu kämpfen: Leistung und Gewicht der Batterien.

In der oben stehenden Bildergalerie sehen Sie mehr Bilder der Brditschka MB-E1. Ein Klick aufs Foto öffnet die Galerie im Großformat.

Mehr zum Thema

Die ES-30: Wird nach dem Entwurf aus dem Mai 2024 so aussehen.

Schwedischer Elektroflieger wird immer gewöhnlicher

Integral E von Aura Aero: Die Integral gibt es auch mit Kolbenmotor.

Elektro-Zweisitzer von Aura Aero steht kurz vor dem Erstflug

Umgerüstete Cessna 208 Caravan: Braucht kein Kerosin.

Elektroflugzeug bricht Weltrekord

Video

condor flughafen zeichnen
Wer am Flughafen warten muss, kann einen künstlerischen Zeitvertreib ausprobieren. Zeichner Kevin Zych gibt eine kurze Videoanleitung dafür.
Timo Nowack
Timo Nowack
erdfall la guardia loch
Am New Yorker Flughafen LaGuardia ist nahe einer Start- und Landebahn ein tiefes Loch im Rollweg entdeckt worden. Viele Flüge mussten am Mittwoch gestrichen werden.
Timo Nowack
Timo Nowack
Snowbirds im Formationsflug: Die Flugstaffel fliegt ab 2030 mit Pilatus PC-21.
Über 50 Jahre setzten die Snowbirds auf heimische Strahlflugzeuge von Canadair. Nach der aktuellen Saison ist damit Schluss. Künftig werden die Pilotinnen und Piloten der kanadischen Kunstflugstaffel mit Flugzeugen von Pilatus begeistern.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies