So soll der Flugplatz Gozo künftig aussehen.

AusbauAusgerechnet Piloten sind gegen neuen maltesischen Flugplatz

Auf Gozo soll nach Jahrzehnten der Diskussion ein Flugplatz gebaut werden. Doch das gefällt nicht allen - sogar Akteuren aus der Luftfahrt.

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Malta ist mit 316 Quadratkilometern eines der kleinsten Länder Europas. Zum Vergleich: Die Fläche Berlins beträgt etwa 892 Quadratkilometer.

Mit einer Bevölkerung von knapp 500.000 Einwohnerinnen und Einwohnern gehört Malta jedoch zu den Staaten mit der fünfhöchsten Bevölkerungsdichte weltweit. Das Land besteht aus drei Hauptinseln: Malta, Gozo und Comino, wobei Malta die größte und am dichtesten besiedelte Insel ist.

Heliport bei Xewkija

Um von Malta nach Gozo zu kommen, ist die Fähre die aktuell einzige Option. Zwar gibt es auf Gozo nahe der Stadt Xewkija einen Heliport, von dem es in der Vergangenheit auch kurzzeitig Hubschrauberverbindungen nach Valletta gab, aktuell herrscht dort aber kein Betrieb.

Auch die Wasserflugzeugsroute zwischen dem Hafen in Mgarr und dem Grand Harbour in Valletta wurde eingestellt. Die Diskussion über einen Flughafen auf Gozo gibt es bereits seit den späten 1960er-Jahren.

Verlängerung auf 455 Meter

Immer wieder wurden Pläne zur Erweiterung des Heliports aus der Schublade gezogen. Nun ist man auf der nur 67 Quadratkilometer großen Insel einem eigenen Airport so nah wie nie. Die maltesische Umwelt- und Planungsbehörde (Malta Environment and Planning Authority, MEPA), die für die Flächennutzungsplanung und Umweltvorschriften in Malta zuständig ist, hat die 2022 vorgestellten Pläne für die Erweiterung am 10. Oktober genehmigt.

Vorgesehen ist, dass die bestehende 178 Meter lange Landebahn aus dem Jahr 1996 auf 455 Meter verlängert wird, um den Betrieb kleiner Starrflügelflugzeuge und Hubschrauber zu ermöglichen. Zudem sollen zwei Kleinflugzeuge stationiert werden, die regelmäßig zwischen Gozo und Malta fliegen. Zur Infrastruktur gehört auch eine Nottankstelle.

Eingeschränkter Flugbetrieb

Neben den kommerziellen Flügen nach Malta soll der Platz auch für Trainings und Rundflüge sowie für Forschungs- und Flugtests genutzt werden. Eine Zollabfertigung ist nicht geplant, diese soll weiter auf Malta stattfinden.

Der geplante Betrieb soll streng reglementiert werden. Die allgemeine Luftfahrt darf nur tagsüber stattfinden, während Flüge im Inselflugverkehr zwischen Malta und Gozo von 06:00 bis 01:00 Uhr erlaubt sind. Dabei gelten strikte Lärmschutzvorgaben. Erwartet werden weniger als 15 Flugbewegungen pro Tag.

Lokalpolitik lehnt Flugplatz ab

Doch es formt sich Widerstand gegen die Pläne. So fordert die Bürgermeisterin von Xewkija, Simona Refalo, die Entscheidung noch einmal zu überdenken, weil die Anwesenden nicht angemessen über die Pläne konsultiert worden sein sollen. Dem entspricht ihr Vorgänger. Doch auch der Gemeinderat von Xewkija hat einstimmig gegen den Flugplatz gestimmt, berichtet Malta Today.

Unmut kommt aber nicht nur aus der Gemeinde Xewkija. Auch der maltesische Verband der Allgemeinen Luftfahrt (Aopa) kritisiert die Pläne. Dem Verband ist die Piste mit 455 Metern zu kurz. Neben dem Sicherheitsaspekt können künftig auch nur drei bis vier Flugzeugtypen den Platz anfliegen. Damit sieht die Aoipa  die Nützlichkeit des Projekts in Gefahr.

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