Embraer von Augsburg Airways: Das Ende der Airline ist besiegelt.

Dicke Luft bei Augsburg Airways

Das Personal hoffte, dass sich doch noch eine Lösung zur Rettung der deutschen Regionalfluglinie findet. Vergeblich. Das Management schweigt derweil.

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Das Treffen war kurzfristig angesetzt worden. Vier Tage vor Ostern trafen sich Gewerkschafter und Management zu einer Sitzung. Es ging um das Vorgehen beim Ende von Augsburg Airways. Gebracht hat sie nichts mehr. «Unsere Geschäftsführung hält an einer Betriebsschließung zum 31. Oktober fest», sagt Arbeitnehmervertreter Ralph Schönfelder gegenüber aeroTELEGRAPH. Die Mitarbeiter des Flugbetriebs hätten vor Ostern die Kündigung erhalten. «Wir sind derzeit in den Verhandlungen über einen Sozialplan, der die wirtschaftlichen Nachteile unserer Mitarbeiter ausgleichen soll.» Viel Hoffnung hat er allerdings nicht. «Trotz Millionengewinne in den letzten Jahren ist das Angebot minimal», so Schönfelder.

In der Tat war Augsburg Airways zumindest in den letzten Jahren kein Fass ohne Boden. Die direkte Aktionärin AT Aviation mit Sitz in Hallbergmoos schrieb 2011 noch 17 Millionen Euro Gewinn, 2010 resultierte gar ein Plus von 19 Millionen. Zur Beteiligungsfirma gehört neben der deutschen Regionalfluggesellschaft die ungleich kleinere Businessflug-Anbieterin DC Aviation.

Durchhalteparolen vom Management

«Unser Investor hat sehr hohe Renditeerwartungen von über 10 Prozent pro Jahr an seine Beteiligungen», kommentiert Gewerkschafter Schönfelder die Ertragssituation. AT Aviation erwirtschaftete 2011 eine stolze betriebliche Rendite von 14 Prozent für die Eigentümerin Aton. Sie fand in den letzten zehn Tagen keine Zeit auf die Fragen von aeroTELEGRAPH zu antworten.

Bei Augsburg herrscht darum dicke Luft. «Die Stimmung im gesamten Flugbetrieb ist nach Erhalt der Kündigung äußerst getrübt» erzählt Schönfelder. Er kritisiert, dass man von Seiten des Managements wenig Bemühungen verspürt habe, das Unternehmen zu retten. «Unsere Geschäftsführung und Gesellschafter fordern in Mitarbeiterinformationen zwar unentwegt dazu auf weiterhin 100 Prozent für das Unternehmen zu geben, gleichzeitig aber werden eventuelle Perspektiven den Renditeerwartungen unseres Gesellschafters geopfert» so der Arbeitnehmervertreter.

Gerüchte um Angebot der Swiss

Tatsache ist, dass das Management in den letzten Monaten keine neue Kunden fand. Ende Oktober 2012 kündigte die Lufthansa an, künftig auf die Dienste von Augsburg Airways zu verzichten. Dadurch ging auf einen Schlag der größte Auftrag verloren. Außer Swiss wurde kein neuer an Land gezogen. Auch dazu wollen sich Augsburg Airways und Eignerin Aton zu den Vorgängen nicht äußern. «Wir möchten innerbetriebliche Vorgänge nicht kommentieren», sagt ein Sprecher zu aeroTELEGRAPH.

Klar, dass sich die Mitarbeitenden in dieser Situation an jeden Strohalm klammern. Einer davon war das Gerücht, dass die Swiss einen Rettungsplan vorgelegt haben soll, welcher den Weiterbetrieb mit mehreren Maschinen vorsah. Die Schweizer Airline dementiert das indes. «Die Swiss machte keinen Vorschlag zum Weiterbetrieb». Immerhin ist sie aber die letzte Kundin der deutschen Regionalfluglinie. Noch bis zum 26. Oktober fliegt die deutsche Airline für Swiss mit einer Bombardier Dash 8-400 vier Mal täglich die Strecke von Nürnberg nach Zürich.

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