Embraer von Augsburg Airways: Das Ende der Airline ist besiegelt.

Dicke Luft bei Augsburg Airways

Das Personal hoffte, dass sich doch noch eine Lösung zur Rettung der deutschen Regionalfluglinie findet. Vergeblich. Das Management schweigt derweil.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland

Das Treffen war kurzfristig angesetzt worden. Vier Tage vor Ostern trafen sich Gewerkschafter und Management zu einer Sitzung. Es ging um das Vorgehen beim Ende von Augsburg Airways. Gebracht hat sie nichts mehr. «Unsere Geschäftsführung hält an einer Betriebsschließung zum 31. Oktober fest», sagt Arbeitnehmervertreter Ralph Schönfelder gegenüber aeroTELEGRAPH. Die Mitarbeiter des Flugbetriebs hätten vor Ostern die Kündigung erhalten. «Wir sind derzeit in den Verhandlungen über einen Sozialplan, der die wirtschaftlichen Nachteile unserer Mitarbeiter ausgleichen soll.» Viel Hoffnung hat er allerdings nicht. «Trotz Millionengewinne in den letzten Jahren ist das Angebot minimal», so Schönfelder.

In der Tat war Augsburg Airways zumindest in den letzten Jahren kein Fass ohne Boden. Die direkte Aktionärin AT Aviation mit Sitz in Hallbergmoos schrieb 2011 noch 17 Millionen Euro Gewinn, 2010 resultierte gar ein Plus von 19 Millionen. Zur Beteiligungsfirma gehört neben der deutschen Regionalfluggesellschaft die ungleich kleinere Businessflug-Anbieterin DC Aviation.

Durchhalteparolen vom Management

«Unser Investor hat sehr hohe Renditeerwartungen von über 10 Prozent pro Jahr an seine Beteiligungen», kommentiert Gewerkschafter Schönfelder die Ertragssituation. AT Aviation erwirtschaftete 2011 eine stolze betriebliche Rendite von 14 Prozent für die Eigentümerin Aton. Sie fand in den letzten zehn Tagen keine Zeit auf die Fragen von aeroTELEGRAPH zu antworten.

Bei Augsburg herrscht darum dicke Luft. «Die Stimmung im gesamten Flugbetrieb ist nach Erhalt der Kündigung äußerst getrübt» erzählt Schönfelder. Er kritisiert, dass man von Seiten des Managements wenig Bemühungen verspürt habe, das Unternehmen zu retten. «Unsere Geschäftsführung und Gesellschafter fordern in Mitarbeiterinformationen zwar unentwegt dazu auf weiterhin 100 Prozent für das Unternehmen zu geben, gleichzeitig aber werden eventuelle Perspektiven den Renditeerwartungen unseres Gesellschafters geopfert» so der Arbeitnehmervertreter.

Gerüchte um Angebot der Swiss

Tatsache ist, dass das Management in den letzten Monaten keine neue Kunden fand. Ende Oktober 2012 kündigte die Lufthansa an, künftig auf die Dienste von Augsburg Airways zu verzichten. Dadurch ging auf einen Schlag der größte Auftrag verloren. Außer Swiss wurde kein neuer an Land gezogen. Auch dazu wollen sich Augsburg Airways und Eignerin Aton zu den Vorgängen nicht äußern. «Wir möchten innerbetriebliche Vorgänge nicht kommentieren», sagt ein Sprecher zu aeroTELEGRAPH.

Klar, dass sich die Mitarbeitenden in dieser Situation an jeden Strohalm klammern. Einer davon war das Gerücht, dass die Swiss einen Rettungsplan vorgelegt haben soll, welcher den Weiterbetrieb mit mehreren Maschinen vorsah. Die Schweizer Airline dementiert das indes. «Die Swiss machte keinen Vorschlag zum Weiterbetrieb». Immerhin ist sie aber die letzte Kundin der deutschen Regionalfluglinie. Noch bis zum 26. Oktober fliegt die deutsche Airline für Swiss mit einer Bombardier Dash 8-400 vier Mal täglich die Strecke von Nürnberg nach Zürich.

Mehr zum Thema

Emirates und Dubai: Zwei Schwergewichte der Luftfahrt, die zuletzt Passagiereinbrüche verzeichneten.

Wer zählt am meisten Passagiere?

ticker-atc

Europas Luftverkehr erreicht erneut Rekordniveau: 37.640 Flüge an einem Tag

Airbus A330 von Sir Lankan Airlines in Colombo: Die Fluglinie will mehr Langstreckenjets.

Sri Lankan Airlines will forsch wachsen - doch es fehlen Flugzeuge

Ryanair: Wie viele Flugzeuge hat die Airline-Gruppe?

Können Sie diese Falschaussagen über die Luftfahrt aufdecken?

Video

Betankung einer Boeing 747 von Lufthansa: IN Frankfurt ist Kerosin knapp.
Der niedrige Wasserstand des Rheins wird zum Problem für Deutschlands größten Flughafen. Tankschiffe können nur noch eingeschränkt Kerosin liefern. Deshalb hat Lufthansa ihre Crews angewiesen, auf ausgewählten Strecken zusätzlichen Treibstoff nach Frankfurt mitzubringen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Airbus U740 Valkyrie: Erstflug erfolgreich absolviert.
Sie startet ohne Landebahn, erreicht bis zu Mach 0,8 und kann bewaffnet werden: Die Airbus U740 Valkyrie hat ihren ersten Flug absolviert. Künftig soll das autonome Kampflugzeug gemeinsam mit Eurofightern operieren.
gerard al fil
Gérard Al-Fil
Boeing 747-8 von Lufthansa: Am 10.Oktober wäre es fast zu einem Tailstrike in Los Angeles gekommen.
Eine Boeing 747-8 von Lufthansa musste in Los Angeles durchstarten. Dabei kam das Heck des Jumbo-Jets der Piste bedenklich nahe.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies