Boeing 777 von Swiss: War in der Pandemie viel unterwegs.

Anders als LufthansaAufruhr unter Swiss-Personal wegen verwehrter Prämie

Die Lufthansa-Gruppe zahlt den Angestellten in Deutschland eine Corona-Prämie. Bei Swiss gibt es dies nicht - das sorgt für großen Unmut unter den Angestellten.

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Dieter Vranckx gab sich ziemlich optimistisch. Man sei finanziell auf Erholungskurs, sagte der Chef von Swiss vergangene Woche bei der Präsentation der Resultate für das Jahr 2021. Der Verlust sei dank mehr Fluggästen und gesenkter Kosten mit 428 Millionen Franken um ein Drittel tiefer ausgefallen als im Jahr zuvor. Der operative Cashflow habe sich stabilisiert und die Beanspruchung des staatlich garantierten Bankenkredites habe man um 55 Millionen auf etwas über 400 Millionen Franken zurückfahren können.

Vranckx war sich aber bewusst, dass er ein wichtiges Problem noch zu lösen hat. Die Stimmung unter den 7900 Mitarbeitenden von Swiss ist nach dem Abbau von 1700 Vollzeitstellen nicht gerade gut. Nicht zuletzt auch, weil die Verbliebenen oftmals mehr leisten müssen und wegen wegfallender variabler Lohnbestandteile mitunter weniger verdienen. Eine Umfrage unter dem Personal ergab Ende letztes Jahr niedrige Zufriedenheitswerte.

Töchter im Ausland müssen selber entscheiden

Und so nannte der Chef der Schweizer Lufthansa-Tochter bei der Pressekonferenz mehrmals die Zufriedenheit der Mitarbeitenden als eines seiner Ziele für 2022. Und er dankte ihnen öffentlich für den Einsatz. Doch nur einen Tag später gab es unter den Beschäftigten erneut Aufruhr.

In der regelmäßigen Videokonferenz mit dem Personal sagte Lufthansa-Konzernchef Carsten Spohr am Freitag (4. März), man bedanke sich bei allen Lufthanseaten weltweit für den Einsatz in der Pandemie. Sie erhielten eine einmalige Prämie in Höhe von 800 Euro. Er betonte zugleich, dass dies vorerst nur für Deutschland gelte. Die Töchter in anderen Ländern müssten selber entscheiden, wie sie das halten möchten.

Weltweites Dankeschön wir ein deutsches

Mitarbeitende von Swiss nahmen diesen Ball umgehend auf und fragten ihr eigenes Management während der gleichzeitig laufenden Videokonferenz nach der Prämie. Die Führungsetage von Swiss wurde auf dem falschen Fuß erwischt und wusste nichts davon. Klar ist aber eines. «Die Prämie gilt nicht für Swiss-Mitarbeitende», erklärt ein Sprecher der Schweizer Lufthansa-Tochter. Bei der von der Lufthansa Group angekündigten Prämie handle es sich um eine vom Deutschen Staat bis Ende März geförderte Sonderzahlung für alle Mitarbeitenden mit einem deutschen Arbeitsvertrag.

Dies führt bei den Angestellten von Swiss für einen Aufschrei. Man mache aus einem weltweiten Dankeschön ein rein deutsches, so der Tenor.

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