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Spannungen am Persischen Golf

Auch Lufthansa, Austrian und Swiss umfliegen Iran und Irak

Die Eskalation zwischen dem Iran und den USA hat Folgen: Fluggesellschaften meiden den Luftraum über Iran und Irak.

Aktualisiert vor 13 Tagen

Flightradar

Iran und Irak: Etliche Airline meiden den Luftraum.

Zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran steigen die Spannungen. Als Vergeltung für die Tötung von General Qasem Soleimani haben die iranischen Revolutionsgarden in der Nacht auf Mittwoch (8. Januar) zwei Truppenstützpunkte der USA im Irak mit Raketen angegriffen. Dabei soll es aber gemäß dem Pentagon keine oder sehr wenige Opfer gegeben haben.

Das hat nun auch Folgen für die zivile Luftfahrt. Die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA untersagte Airlines aus den USA Flüge im Luftraum des Iran, des Irak, über dem Persischen Golf und dem Golf von Oman. Sie verweist auf «erhöhte militärische Aktivität und gestiegene politische Spannungen im Nahen Osten» und das Risiko, dass zivile Flugzeuge in diesem Rahmen falsch identifiziert werden könnten.

Mehr Kerosin, weniger Passagiere bei Qantas

Auch andere Fluggesellschaften reagieren. So nutzen Austrian Airlines, Lufthansa und Swiss die Lufträume über Iran und Irak ebenfalls nicht mehr. Dies gelte «auch für Überflüge», sagte ein Lufthansa-Sprecher aeroTELEGRAPH am Vormittag. Den Hin- und Rückflug von Frankfurt nach Teheran vom Mittwoch hat Lufthansa gestrichen. Austrian Airlines lässt den Flug nach Erbil ausfallen, Lufthansa ihren Samstagsflug in die irakische Stadt.

Am Nachmittag teilte Lufthansa dann jedoch mit, die Flüge nach Teheran würden wieder aufgenommen, von Lufthansa am Donnerstag, von Austrian Airlines noch am Mittwochabend. Die Verbindungen nach Erbil bleiben weiter gestrichen. Und auch für Überflüge werde man den irakischen und iranischen Luftraum vorerst weiterhin meiden.

Qatar Airways fliegt weiter nach Irak

Die australische Qantas teilt derweil mit, man werde ebenfalls iranischen und irakischen Luftraum meiden. Das betreffe die Flüge zwischen Perth und London. Der Hinflug QF9, der mit mehr als 17 Stunden eh schon sehr lange dauert, braucht nun noch 40 bis 50 Minuten länger. «Als Folge müssen wir die Zahl der Passagiere an Bord reduzieren und mehr Treibstoff mitnehmen», erklärt Qantas. Den Rückflug QF10 könne man aufgrund der Windbedingungen dagegen mit der üblichen Anzahl von Reisenden und der normalen Flugzeit durchführen.

Auch viele andere Airlines erklärten, den Luftraum von Irak und Iran nicht mehr zu nutzen. Vietnam Airlines teilte beispielsweise mit, man werde alle Flüge zwischen Vietnam und Europa umleiten. Der Flugverfolgungsdienst Flightradar zeigt, wie Emirates-Flüge von Dubai nach Mailand sowie London am Vormittag den Irak umflogen und ein British-Airways-Flug von Bengaluru in Indien nach London den Iran mied. Die Flüge gingen nun über Saudi-Arabien und Ägypten.

Auch Pakistan heikel

Die Emirates-Flüge EK119 von Dubai nach Istanbul und EK31 von Dubai nach London sowie Etihad-Flug EY25 von Abu Dhabi nach London gingen dagegen am Vormittag durch irakischen Luftraum. Qatar Airways erklärte laut der Nachrichtenagentur Reuters, die Flüge in und aus dem Irak würden wie gewohnt stattfinden.

Kürzlich hatte die USA eine Warnung vor Überflügen über Pakistan erneuert. Damit ist es für Fluggesellschaften aus den Vereinigten Staaten mühsamer geworden, zu Zielen wie etwa Indien zu gelangen.



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