Am Computer erstellte Grafiken zeigen, wie die neue Flugzeuggeneration Evo von ATR aussehen soll.

ATR EvoATR reagiert mit neuem Flieger auf Embraers Turboprop

Ein neues Triebwerk und ein neuer Propeller mit acht Blättern: ATR antwortet mit einer neuen Flugzeuggeneration namens Evo auf die neue Konkurrenz durch Embraers Turbopropflieger.

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«Ich glaube daran, dass es im Turboprop-Markt großes Potenzial gibt», erklärte John Slattery 2019. Der damalige Chef von Embraers Zivilflugzeugsparte sagte, die Technologie der aktuell verfügbaren Flieger sei rund 30 Jahre alt. Sie böten weder ein komfortables Passagiererlebnis, noch seien sie für die «Anforderungen an Klima- und Umweltschutz optimiert». Damit meinte er, ohne sie zu nennen, die Konkurrenten ATR und De Havilland Canada.

So entschloss sich der brasilianische Flugzeugbauer, der seine Geschichte einst mit der Propellermaschine EMB 110 Bandeirante begonnen hatte, nach einer langen Pause in diesen Markt zurückzukehren. Das neue Flugzeug wird inoffiziell E3 genannt, intern auch Brasilhão. Der Projektname lautet TPNG, was für Turboprop Next Generation steht. Ende 2027 oder Anfang 2028 soll der Flieger in Dienst gestellt werden. Nun antwortet ATR auf die neue Konkurrenz durch Embraer.

Acht statt sechs Propellerblätter

Der französisch-italienische Flugzeugbauer kündigte am Mittwoch (18. Mai) eine neue Flugzeuggeneration namens ATR Evo an, es wird eine Art ATR Neo. «Wenn sie auf den Markt kommt, wird sie den Weg in eine kohlenstofffreie Zukunft der Luftfahrt ebnen», so ATR-Chef Stefano Bortoli. «Zu den wichtigsten Vorteilen gehören eine 20-prozentige Verbesserung des Kraftstoffverbrauchs und eine 100-prozentige SAF-Kompatibilität.» SAF steht für Sustainable Aviation Fuel, also für nachhaltigen Flugkraftstoff.

Die ATR Evo soll 2030 bereitstehen. Sie wird neue Triebwerke erhalten mit «hybriden Fähigkeiten», also der Möglichkeit mit alternativen Energien angetrieben werden zu können. Ebenfalls erhält sie neue Propeller, die acht statt bisher sechs Blätter haben. Auch die Kabine und verschiedene technische Systeme des Flugzeuges will ATR aufwerten. Der Hersteller verspricht Betriebskosten-Einsparungen im zweistelligen Bereich, insbesondere durch den um 20 Prozent geringeren Treibstoffverbrauch und eine Reduzierung der Wartungskosten um 20 Prozent.

Triebwerkshersteller angefragt

«Wir haben eine Anfrage an die wichtigsten Triebwerkshersteller für die Entwicklung des neuen Triebwerks gestellt», so ATR-Technikchef Stéphane Viala. Das bedeutet auch, dass der Flugzeugbauer sich nicht wohl mehr mit dem neuen Triebwerk PW127XT von Pratt & Whitney Canada zufriedengibt, das der Flugzeugbauer im Jahr 2021 als Verbesserung vorgestellt hatte.

Zu weiteren Details wie Reichweite oder Passagierkapazität der Evo äußerte sich ATR nicht. Klar ist derweil: Es wird sich nicht um das erste Flugzeug mit dem Beinamen Evo handeln. Piaggio nennt die aktuelle Generation ihrer P180 Avanti bereits seit Jahren P180 Avanti Evo.

In der oben stehenden Bildergalerie können Sie einen ersten Blick auf die ATR Evo werfen.

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