Ein Mitarbeiter des NTSB inspiziert das abgerissene Heck: Massive Kräfte.

Asiana: Pilot sah Piste nicht

Beim Crash der Boeing B777 von Asiana in San Francisco wirkten offenbar massive Kräfte auf die Passagiere. Zuvor schätzen die Piloten die Lage falsch ein.

Top-Jobs

AMX Support

Lizenzierter Fluggerätmechaniker / Certifying Staff B1/B2 (m/w/d)

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

Flugzeug Mechaniker

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

LAGER MITARBEITER (m/w/d) – Luftfahrt

Oberpfaffenhofen / Flughafen München (EDMO)
AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugelektriker (a)

Vollzeit
Pilatus Flugzeugwerke AG
Flugzeughersteller
Feste Anstellung
Top jobs
Schweiz

Auf einer Höhe von 4000 Fuß (rund 1220 Metern) wähnte sich die Crew noch etwas zu hoch. «Sie stellte deshalb die Sinkgeschwindigkeit auf rund 1500 Fuß pro Minute ein», erklärte Deborah Hersman am Dienstagabend bei einer weiteren Information zum Crash der Boeing B777-200ER von Asiana in San Francisco. Während dem Sinkflug nahmen die beiden Piloten am Steuer dann gemäß der Chefin der Transportsicherheitsbehörde NTSB laufend horizontale und vertikale Korrekturen an ihrem Kurs vor. Doch auf 200 Fuß erkannte der erfahrenere Pilot im Cockpit plötzlich, dass sie zu tief waren. Sie hatten die Geschwindigkeitsregelung zuvor auf automatisch gestellt. Doch statt der anvisierten 137 Knoten flog der Jet nun nur noch mit 103 Knoten – oder 191 Stundenkilometern.

Umgehend drückte der Ausbilder nach Aussagen von Hersman den Schubhebel nach vorne. Doch er stellte fest, dass sein unerfahrener Kollege, der sich noch in der Ausbildung befand, bereits dasselbe getan hatte. Die Maschine reagierte auf das Manöver, mit dem die beiden durchstarten wollten. Er habe die Landebahn nicht mehr sehen können, sagte der Ersatzpilot bei seiner Vernehmung zu den Ermittlern des NTSB. So stark sei die Nase des Jets nach oben gerichtet gewesen. Der Mann saß zum Zeitpunkt des tragischen Crashs auf dem so genannten Jumpseat, einem Klappsitz für Zusatzpersonal im Cockpit. Doch es war zu spät.

Unübliche Verletzungen

Das Hauptfahrwerk der B777 von Asiana schlug gemäß NTSB 1,5 Sekunden später an der Kaimauer vor der Landebahn 28L auf. Danach schlitterte die Maschine auf der Piste weiter. «Teile der Kabine sind sehr früh auf dem Trümmerfeld zu finden», so Hersman. Da lägen teile des Rumpfes, der Bordküche, Zeitungen und Teppiche, so die NTSB-Chefin. Die Maschine drehte sich dann 360 Grad um die eigene Achse, wurde kurz in die Luft gehoben. Dabei wurde ein loch in einen Tank gerissen. Das führte schließlich zum Feuer an Bord.

Bei dieser Drehung müssen offenbar massive Kräfte auf die Passagiere gewirkt haben. Der Chefarzt am San Francisco General Hospital berichtet von unüblich heftigen Verletzungen der Wirbelsäule. Sie ähnelten Verletzungen von Autofahrern vor Erfindung der Sitzgurte.

Fliegen wird sicherer

Dennoch zeigt gerade dieser Unfall: Fliegen wurde in den letzten Jahren dank technischer Fortschritte immer sicherer. In den letzten zehn Jahren kamen gemäß Aviation Safety Network im Schnitt jährlich 710 Menschen bei Flugunfällen ums Leben. In den Siebzigerjahren waren es noch 1670 Opfer gewesen, in den Achtzigern 1140 und in den Neunzigern 1220 - und das obwohl der Flugverkehr massiv zunahm. Von 307 Insassen an Bord von Fluges OZ214 überlebten 305.

Mehr zum Thema

ticker-asiana

Korean Air und Asiana bauen Codeshare deutlich aus

Eine Schüssel Instantnudeln: Ein Youtuber hat sieben Schüsseln auf einem Flug bestellt.

Youtuber bestellt 20 Mal Bordessen und erntet Shitstorm

ticker-asiana

Vielflieger von Asiana Airlines genießen bis Ende 2026 Vorteile bei Star Alliance

ticker-asiana

Asiana stärkt Air Busan vor Integration in Korean-Air-Gruppe

Video

Das Terminal des Port Polska: Platz für vorerst 44 Millionen passagiere.
Von Kommunisten erdacht, viel später von einer nationalkonservativen Regierung wiederbelebt und schließlich von einer liberalen Regierung bestätigt: Port Polska hat viele politische Wendungen überlebt. Polens neuer Zentralflughafen nimmt nun konkrete Formen an. Ende 2032 soll er eröffnet werden - mit Platz für jährlich 44 Millionen Fluggäste, 24-Stunden-Betrieb und Lot Polish Airlines als wichtigster Nutzerin.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Sturm am Flughafen Forli: Flugzeuge umgedreht.
Ein heftiger Sturm mit Böen von bis zu 120 Kilometern pro Stunde ist über Forlì in Italien hinweggezogen. Auch der Flughafen wurde getroffen: Zwei eingelagerte Boeing 737 und mehrere Kleinflugzeuge wurden beschädigt.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Lockheed L-1011  03
In Kenias Hauptstadt Nairobi steht eine 45-jährige Lockheed L-1011 Tristar, die wieder abheben und Fracht transportieren soll. aeroTELEGRAPH sprach mit einem, der an dem Projekt beteiligt ist - und auch eine 57-jährige Douglas DC-8 wieder in die Luft bringen will.
Timo Nowack
Timo Nowack