Ein Mitarbeiter des NTSB inspiziert das abgerissene Heck: Massive Kräfte.

Asiana: Pilot sah Piste nicht

Beim Crash der Boeing B777 von Asiana in San Francisco wirkten offenbar massive Kräfte auf die Passagiere. Zuvor schätzen die Piloten die Lage falsch ein.

Top-Jobs

Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Auf einer Höhe von 4000 Fuß (rund 1220 Metern) wähnte sich die Crew noch etwas zu hoch. «Sie stellte deshalb die Sinkgeschwindigkeit auf rund 1500 Fuß pro Minute ein», erklärte Deborah Hersman am Dienstagabend bei einer weiteren Information zum Crash der Boeing B777-200ER von Asiana in San Francisco. Während dem Sinkflug nahmen die beiden Piloten am Steuer dann gemäß der Chefin der Transportsicherheitsbehörde NTSB laufend horizontale und vertikale Korrekturen an ihrem Kurs vor. Doch auf 200 Fuß erkannte der erfahrenere Pilot im Cockpit plötzlich, dass sie zu tief waren. Sie hatten die Geschwindigkeitsregelung zuvor auf automatisch gestellt. Doch statt der anvisierten 137 Knoten flog der Jet nun nur noch mit 103 Knoten – oder 191 Stundenkilometern.

Umgehend drückte der Ausbilder nach Aussagen von Hersman den Schubhebel nach vorne. Doch er stellte fest, dass sein unerfahrener Kollege, der sich noch in der Ausbildung befand, bereits dasselbe getan hatte. Die Maschine reagierte auf das Manöver, mit dem die beiden durchstarten wollten. Er habe die Landebahn nicht mehr sehen können, sagte der Ersatzpilot bei seiner Vernehmung zu den Ermittlern des NTSB. So stark sei die Nase des Jets nach oben gerichtet gewesen. Der Mann saß zum Zeitpunkt des tragischen Crashs auf dem so genannten Jumpseat, einem Klappsitz für Zusatzpersonal im Cockpit. Doch es war zu spät.

Unübliche Verletzungen

Das Hauptfahrwerk der B777 von Asiana schlug gemäß NTSB 1,5 Sekunden später an der Kaimauer vor der Landebahn 28L auf. Danach schlitterte die Maschine auf der Piste weiter. «Teile der Kabine sind sehr früh auf dem Trümmerfeld zu finden», so Hersman. Da lägen teile des Rumpfes, der Bordküche, Zeitungen und Teppiche, so die NTSB-Chefin. Die Maschine drehte sich dann 360 Grad um die eigene Achse, wurde kurz in die Luft gehoben. Dabei wurde ein loch in einen Tank gerissen. Das führte schließlich zum Feuer an Bord.

Bei dieser Drehung müssen offenbar massive Kräfte auf die Passagiere gewirkt haben. Der Chefarzt am San Francisco General Hospital berichtet von unüblich heftigen Verletzungen der Wirbelsäule. Sie ähnelten Verletzungen von Autofahrern vor Erfindung der Sitzgurte.

Fliegen wird sicherer

Dennoch zeigt gerade dieser Unfall: Fliegen wurde in den letzten Jahren dank technischer Fortschritte immer sicherer. In den letzten zehn Jahren kamen gemäß Aviation Safety Network im Schnitt jährlich 710 Menschen bei Flugunfällen ums Leben. In den Siebzigerjahren waren es noch 1670 Opfer gewesen, in den Achtzigern 1140 und in den Neunzigern 1220 - und das obwohl der Flugverkehr massiv zunahm. Von 307 Insassen an Bord von Fluges OZ214 überlebten 305.

Mehr zum Thema

ticker-asiana

Korean Air und Asiana bauen Codeshare deutlich aus

Eine Schüssel Instantnudeln: Ein Youtuber hat sieben Schüsseln auf einem Flug bestellt.

Youtuber bestellt 20 Mal Bordessen und erntet Shitstorm

ticker-asiana

Vielflieger von Asiana Airlines genießen bis Ende 2026 Vorteile bei Star Alliance

ticker-asiana

Asiana stärkt Air Busan vor Integration in Korean-Air-Gruppe

Video

Flughafen Gander am 11. September 2001: 38 Großraumflugzeuge strandeten an dem kanadischen Airport.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sperrten die USA ihren Luftraum. Fast 240 Flugzeuge auf dem Weg ins Land konnten nicht mehr umkehren. Kanada nahm sie auf – und musste innerhalb weniger Stunden Zehntausende gestrandete Reisende unterbringen und versorgen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
regent viceroy first flight
Der amerikanische Hersteller Regent will seine Seegleiter in Küstenregionen in aller Welt liefern. Jetzt hat das Bodeneffektfahrzeug Viceroy erstmals einen bemannten Flug absolviert. Und die Zulassung verläuft anders als bei einem Flugzeug.
Timo Nowack
Timo Nowack
eurowings training center dus
Eurowings und Lufthansa Aviation Training haben ein Ausbildungszentrum eröffnet: In Düsseldorf üben Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter künftig, wie sie eine verrauchte Kabine evakuieren, einen bewusstlosen Piloten retten und eine Axt benutzen. aeroTELEGRAPH erhielt einen ersten Einblick ins neue Crew Training Center und sprach mit den Trainerinnen und Trainern.
Timo Nowack
Timo Nowack