Die Twin Otter mit dem Kennzeichen VP-FBC: Wurde beim Start beschädigt.

Panne im ewigen EisAntarktis-Pilot fliegt mit kaputter Twin Otter zurück

Ein Forschungsflugzeug wird in der Antarktis beim Start beschädigt. Der Pilot landet die Twin Otter. Nach Begutachtung der Schäden entscheidet er sich für den Rückflug.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Die Antarktis ist eine der letzten, fast unberührten Gegenden der Erde. Der südlichste ist zugleich auch der kälteste Kontinent. Das Thermometer zeigt nahezu ganzjährig Temperaturen unter 0 Grad Celsius an, nur wenige Gebiete erreichen im Sommer regelmäßig Temperaturen über dem Gefrierpunkt. Doch auch in der Antarktis wird der Klimawandel immer spürbarer. Wissenschaftler aus aller Welt untersuchen die Auswirkungen an verschiedenen Forschungsstationen.

Wichtigstes Transportmittel ist das Flugzeug. In der Antarktis existieren mehr als 40 Flugplätze. Sie wurden von diversen Staaten angelegt, um ihre Forschungsstationen an diesem unwirtlichen Ort versorgen zu können. Die Landebahnen bestehen aus festgedrücktem Schnee, blankem Eis, loser Erde oder Schotter.

Landung nach Platzrunde

Wie unwegsam das Gelände manchmal sein kann, mussten zwei Personen im Januar 2023 am eigenen Leib erleben, wie der jetzt veröffentlichte Abschlussbericht der britischen Luftfahrtbehörde zeigt. Ein 33-jähriger Pilot und ein Wissenschaftler waren in einer 1982 gebauten DHC-6-300 Twin Otter im Auftrag der British Antarctic Survey, des Polarforschungsprogramm des Vereinigten Königreichs von der Sky Blu Field Station zur Forschungsstation E322, nahe dem 1940 Meter hohen Mount Lymburner unterwegs.

Die Karte zeigt die Orte, die angeflogen wurden. Bild: Civil Aviation Authority

Der Pilot flog zur Sicherheit, wie es das Regelwerk des Forschungsprogramms vorsieht, eine Platzrunde über die Piste, um den Zustand einschätzen zu können. Im Anschluss beurteilte er die Piste als gut und landete die Maschine ohne Zwischenfall. Am Boden stellte er Sastrugi, das sind Erhöhungen im Eis, wenn sich zwei Platten übereinander schieben, fest. Bei Landungen auf einem unvorbereiteten Landeplatz in der Antarktis sind Sastrugi eine große Gefahr.

Probleme mit dem Flugzeug

Der Pilot steckte daher mit Bambusstäben eine leicht versetzte 800-Meter-Piste für ein zweites Flugzeug ab, das noch kommen sollte. Er selbst startete dann auch das Flugzeug mit der Kennung VP-FBC auf der von ihm abgesteckten Piste. Kurz vor dem Abheben spürte der Pilot, wie der rechte Ski einsank und die Nase des Flugzeugs nach rechts zog. Er versuchte, das fliegerisch zu korrigieren, was sich schwer gestaltete.

Zudem hatten sich die Abdeckungen der Seitenruderpedale gelöst. Daher landete der Pilot die Twin Otter unweit des Abflugortes in Castle auf einer festen Piste, um den Schaden zu begutachten und gegebenenfalls die Maschine für den Rückflug zur Sky Blu Field Station aufzutanken.

Rückflug trotz Schäden

Er stellte Schäden an den Ruderpedalen fest, hielt das Flugzeug aber für flugfähig. Zwei Stunden später landete die Maschine wieder am Ausgangspunkt an der Sky Blu Field Station. Bei einer Inspektion wurden weitere Schäden an der Bugverkleidung, am Fahrwerk und an der unteren Trennwand vor dem Cockpit festgestellt.

Schäden am Bugfahrwerk. Bild: Civil Aviation Authority

Der Pilot verteidigte die Entscheidung, trotz Schäden zurückgeflogen zu sein, um das Leben seines Mitreisenden sowie sein eigenes zu schützen, weil die niedrigen Temperaturen lebensgefährlich sein können und es am Ort keinerlei Infrastruktur gab. Auch der Betreiber kam zu dem Schluss, dass es unter Umständen gerechtfertigt ist, ein beschädigtes Luftfahrzeug zu fliegen, wenn dadurch die Gefährdung von Personal minimiert werden kann. Das Flugzeug wurde repariert und ist wieder im Einsatz.

Mehr zum Thema

Der erste Dreamliner, der in der Antarktis landet.

Erstmals landet ein Dreamliner in der Antarktis

BAe 146-200 von DAP in der Antarktis: Die Maschine ...

Run auf Flüge in die Antarktis

Australien treibt Bau des ersten Antarktis-Flughafens voran

Australien treibt Bau des ersten Antarktis-Flughafens voran

Die VH-VHD in der Antarktis: Eine schwierige Mission.

Airbus A319 fliegt bei völliger Dunkelheit und bei minus 43 Grad in die Antarktis

Video

Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren – und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Kälin
Mit der Rückkehr der Angehörigen aus Kanada war die Arbeit für die Swissair längst nicht beendet. Persönliche Gegenstände mussten zurückgegeben, Gedenkveranstaltungen organisiert und Familien weiter begleitet werden. Der Ehemalige Finanzchef Walter Kälin blickt auf die Herausforderungen zurück – und erklärt, wie die Erfahrungen von damals die heutige Krisenbetreuung prägen
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Ex-Swissair-Personalchef Matthias Mölleney zum Unglück von Flug SR1111: «...»
Als Flug SR111 von Swissair vor Halifax abstürzte, war Matthias Mölleney erst seit 95 Tagen Personalchef der Airline. Plötzlich musste er die Angehörigen und Mitarbeitenden betreuen und zugleich den Flugbetrieb aufrechterhalten. Fast drei Jahrzehnte später erinnert er sich an die schwersten Tage seiner Karriere – und an die Lehren für das spätere Grounding.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier