Kabine von Alaska Airlines: Bitte sitzen bleiben.

Vor Amtseinführung von Joe BidenUS-Airlines verhängen Waffen-, Alkohol oder Aufstehverbot

Angst vor Randalierern: Vor Joe Bidens Amtseinführung als Präsident der USA erhöhen Fluglinien und Behörden die Sicherheitsmaßnahmen.

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Vor der Amtseinführung von Joe Biden als 46. Präsident der Vereinigten Staaten ist die Stimmung extrem angespannt. Nach dem Sturm des Kapitols durch Anhänger von Donald Trump sind die Sicherheitsmaßnahmen für die Feier vom Mittwoch (20. Januar) drastisch verschärft worden. Alleine in der Hauptstadt Washington sind 25.000 Nationalgardisten im Einsatz, um bewaffnete Unruhen oder ein Attentat zu verhindern.

Auch in der Luft gelten strengere Regeln. Schon nach dem Sturm auf das Kapitol hatte eine Flugbegleitergewerkschaft von einer «Mob-Mentalität» an Bord berichtet und Maßnahmen gefordert. Vergangene Woche verschärfte die Luftfahrtbehörde FAA die Regeln gegen sogenannte Unruly Passengers, die sich an Bord aggressiv oder renitent verhalten. So will sie abschreckend wirken.

Bis zu 20 Jahre Haft

Es gebe keine Vorwarnungen, so die Federal Aviation Administration. Bei Bedrohungen oder Angriffen gegen die Besatzung drohten umgerechnet bis zu 29.000 Euro Strafe oder bis zu 20 Jahre Haft. Die Sicherheitsbehörden an den Flughäfen kündigten zudem an, das Personal aufzustocken.

Mit Delta, American, United, Alaska, Southwest, Frontier und Spirit verboten alle wichtigen Airlines temporär den Transport von Waffe im Gepäck auf Flügen Richtung Washington D.C. American streicht für die Zeit vom 16. bis zum 21. Januar Alkohol an Bord. Bei anderen Fluglinien wie Southwest geschah dies schon vorher aufgrund der Corona-Maßnahmen.

Aufstehverbot bei Alaska Airlines

Besonders drastisch geht Alaska Airlines vor: Ihre Passagiere müssen in der Stunde vor der Landung in Washington oder Baltimore und in der Stunde nach dem dortigen Start auf ihren Sitzen bleiben und dürfen nicht aufstehen. Nach den Terroranschlägen vom  11. September 2001 hatte die Regierung eine ähnliche Regel für eine Dauer für 30 Minuten erlassen.

Weiterhin bringen Fluglinien Listen mit verbannten Passagieren zum Einsatz. Alleine Delta hat seit Beginn der Maskenpflicht an Bord rund 900 Passagiere wegen Verstößen für künftige Reisen gesperrt. Rund um den Sturm auf das Kapitol untersagten mehrere Airlines weiteren Passagieren nach Vorfällen an Bord, in Zukunft mit ihnen zu fliegen.

Pilot droht mit Ausstieg in Kansas

Wie angespannt die Situation an Bord sein kann, zeigte sich auf einem Flug am 8. Januar von Washington nach Phoenix. Nachdem sich im Flieger viele Passagiere geweigert hatten, Masken zu tragen, und Trump-Sprechchöre skandierten, wählte der Kapitän deutliche Worte. Würden sich die Reisenden nicht an die Regeln an Bord halten, würde er die Maschine in Kansas landen und Unruly Passangers dort aussteigen lassen, sagte der Pilot.

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