Animation des neuen Flughafens von São Tomé e Príncipe: Der Vertrag mit dem türkischen Investor wackelt.

49-jähriger KonzessionsvertragFlughafenprojekt São Tomé: Regierung wirft türkischem Betreiber Erpressung durch Stromabschaltung vor

Vor über einem Jahr schloss São Tomé und Príncipe mit der FB Group einen Konzessionsvertrag zur Flughafenerweiterung. Jetzt wirft die Regierung dem Unternehmen vor, die Verhandlungen durch gezielte Stromabschaltungen manipuliert zu haben.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Principal Engineer - Flight Physics Simulation

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
aaa aviation academy austria logo

ATO Training Expert (m/f/d)

Aviation Academy Austria
Vollzeit
Neusiedl am See
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Eine Zeit lang schien der Inselstaat São Tomé und Príncipe vom Rest der Welt vergessen worden zu sein. Die ehemalige portugiesische Kolonie zählt etwa 210.000 Einwohner und lebte bisher vor allem vom Export von Kakao, Kaffee und Kokosnüssen. Rund um die tropischen Inseln vor Afrika werden Erdölvorkommen vermutet, und auch der aufkommende Tourismus verändert das Land und entwickelt sich zu einem der wichtigsten Wirtschaftszweige.

Um die internationale Anbindung des Landes zu stärken, hat die Regierung von São Tomé und Príncipe im Sommer 2024 ein umfassendes Modernisierungsprojekt für den Flughafen gestartet. Den Zuschlag erhielt die türkische FB Group, die sich auf langfristige Investitionen in Infrastruktur und den Energiesektor spezialisiert. Der Schwerpunkt liegt auf aufstrebenden Märkten in Subsahara-Afrika.

Türkisches Unternehmen sollte Flughafen bauen

Die Infrastruktur des Flughafens soll grundlegend erneuert und auf internationale Standards gebracht werden. Dazu gehören die Erweiterung der Vorfelder für zusätzliche Abstellflächen, die komplette Sanierung der Start- und Landebahnen sowie die Optimierung der Rollwege, um die Bodenabfertigung zu beschleunigen. Die Passagierkapazität wird in drei Phasen ausgebaut: zunächst auf 500.000 Passagiere pro Jahr, in den beiden folgenden Phasen jeweils um weitere 500.000.

Die Modernisierung des Flughafens wird nicht aus staatlichen Mitteln von São Tomé und Príncipe finanziert, sondern vollständig von der türkischen FB Group. Als Gegenleistung erhält das Unternehmen die exklusive Konzession, den Flughafen für die nächsten 49 Jahre zu betreiben. Während dieser Laufzeit verbleiben sämtliche Einnahmen, etwa aus Landegebühren, Passagierabfertigung oder gewerblichen Flächen, bei der FB Group.

FB Group soll Vertrauen wiederherstellen

Doch nur etwas über ein Jahr später denkt die Regierung von São Tomé und Príncipe darüber nach, vom Vertrag mit der FB Group zurückzutreten. Der Grund: Die Regierung wirft dem Unternehmen vor, während der Verhandlungen über den Flughafen bewusst den Strom abgestellt zu haben. Das Pikante daran: Die FB Group baut nicht nur den Flughafen des Landes aus, sondern betreut auch die Stromkraftwerke auf der Insel.

«Würde ich die Konzession für unseren Flughafen jemandem erteilen wollen, der beschließt, die Stromversorgung zu unterbrechen, während wir noch am Verhandlungstisch sitzen?» sagte Energieminister Gareth Guadalupe in einem Interview mit dem Sender RSTP. Guadalupe forderte von der FB Group, das zerstörte Vertrauen wiederherzustellen – wie genau, ließ er jedoch offen.

Regierung muss demnächst über die Zukunft entscheiden

Sollte dies nicht gelingen, muss der Staat in den kommenden Tagen endgültig entscheiden, ob er die Konzession zurücknimmt. Anschließend könnte eine internationale öffentliche Ausschreibung gestartet werden, so Guadalupe. Es gehe darum, eine Partnerschaft zu schaffen, von der die Bevölkerung von São Tomé und Príncipe tatsächlich profitiere. Die FB Group hat sich bisher nicht zu den Plänen geäußert.

Fundierte Recherchen, Einordnung und Unabhängigkeit: Unsere Fachredaktion kennt die Luftfahrt aus Interviews, Daten und Recherchen vor Ort. Für den Preis eines Kaffees im Monat unterstützen Sie diese Arbeit und lesen aeroTELEGRAPH ohne Werbung. Ihre Unterstützung macht den Unterschied. Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

Saab von Aero Jet: Fliegt normalerweise für STP Airways.

Ukrainischer Flieger legt Insel-Verbindung lahm

Notfall-Karte von STP Airways: Neue Eigentümerin.

Ölkonzern schnappt sich Airline

Video

Bangkok Suvarnabhumi aus der Luft: Der Flughafen soll seine Kapazität verdoppeln.
Der Flughafen Bangkok-Suvarnabhumi soll künftig 120 Millionen Fluggäste pro Jahr abfertigen, doppelt so viele wie heute. Dafür sind ein neues Südterminal und eine vierte Piste geplant. Und schon zuvor soll es eine Erweiterung geben.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Bildschirmfoto 2026-11-04 um 125453
Ein Learjet 60 stürzte fast senkrecht auf eine Straße in Florida, neun Menschen starben. Jetzt wurden Teile des Höhenruders gefunden - bis zu 6,1 Kilometer vom Wrack entfernt.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
learjet absturz florida 01
Die US-Unfalluntersuchungsbehörde NTSB hat sich zum tödlichen Absturz des Bombardier Learjet 60 in Florida geäußert. Das sind die Erkenntnisse über die letzten Minuten des Unglücksfluges, der in ein Wohngebiet stürzte.
Timo Nowack
Timo Nowack