Flughafen Incheon mit Flugzeugen von Korean Air: Der Flughafenchef und der Präsident des Landes streiten öffentlich.

IncheonBargeldschmuggel in Büchern? Koreas Präsident legt sich mit Flughafen Seoul an

Südkoreas Präsident fordert, dass alle Bücher von Hand kontrolliert werden, um gegen Devisenschmuggel vorzugehen. Der Chef des Flughafens Seoul-Incheon hält das für eine furchtbare Idee.

Top-Jobs

Hahnair

Kapitän C680A (all genders) mit Zusatzaufgaben

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Deputy Continuing Airworthiness Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Aero Bildungs Logo

Ausbilder / Technischer Trainer (m/w/d) für Fluggerätelektronik / Avionik / Cat B2 – Luftfahrttechnik

AERO-Bildungs GmbH
Oberpfaffenhofen
Feste Anstellung
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Der Flughafen Seoul-Incheon wird in diesem Jahr voraussichtlich das höchste Passagieraufkommen seiner Geschichte erreichen. Die Betreibergesellschaft Incheon International Airport Corporation rechnet mit 74,04 Millionen Reisenden für das Jahr 2025. Auch die Zahl der internationalen Reisenden ist nochmals um vier Prozent auf knapp 70,67 Millionen gestiegen. Rekordwerte für Südkoreas wichtigsten Airport.

Südkoreanische Medien melden, dass es auch finanziell mehr als rund läuft. Die Gesamteinnahmen des Flughafens werden für 2025 voraussichtlich einen neuen Höchststand erreichen. Laut Unternehmensangaben belaufen sich die Einnahmen für 2025 auf 2,73 Billionen Won, was umgerechnet etwa 1,58 Milliarden Euro entspricht, einem Anstieg von sieben Prozent im Vergleich zu 2024.

Streit zwischen Staatspräsident und Flughafenchef eskaliert

Mitten in die Erfolgsmeldungen platzt ein kurioser Eklat zwischen Südkoreas Staatspräsident Lee Jae-myung und Lee Hag-jae, dem Chef des Flughafens Incheon. Auslöser war eine Pressekonferenz des Ministeriums für Land, Infrastruktur und Verkehr am 12. Dezember. Der Präsident konfrontierte den Flughafenchef mit der Frage, ob es zutreffe, dass Menschen Zehntausende Dollar außer Landes schmuggeln – indem sie 100-Dollar-Scheine zwischen Buchseiten verstecken.

Laut dem Portal Korea Joongang Daily geriet der Chef des Flughafens Incheon, Lee Hag-jae, bei der Pressekonferenz in Erklärungsnot: Er konnte die Frage nicht spontan beantworten und las stattdessen seine Antwort ab. Daraufhin unterbrach ihn Präsident Lee Jae-myung scharf: «Lesen Sie nicht einfach vor, was Ihnen vorgegeben wurde. Sie verstehen den Punkt nicht.» Im Anschluss ordnete der Präsident an, dass künftig alle Bücher am Flughafen per Hand kontrolliert werden müssten.

Kontrolle aller Bücher per Hand ist nicht durchführbar

Zwei Tage später reagierte der Flughafenchef mit einer Stellungnahme in den sozialen Medien auf die Vorwürfe. Er betonte, dass selbst erfahrene Flughafenmitarbeiter die Frage des Präsidenten nicht hätten beantworten können, es sei denn, sie arbeiteten im Sicherheitsdienst. Die Kontrolle illegaler Devisen falle in den Zuständigkeitsbereich des Zolls, während die Flughafenbehörde Incheon für die Überprüfung von Gefahrgut wie Messern, Nadeln, Schusswaffen, Feuerzeugen und Flüssigkeiten zuständig sei.

Im Rahmen der jüngsten Pressekonferenz am Dienstag (16. Dezember) bekräftigte Flughafenchef Lee Hag-jae, dass eine umfassende Untersuchung der Vorwürfe zum Bargeldschmuggel mithilfe von Büchern «praktisch unmöglich» sei. Eine solche Maßnahme wäre »logistisch nicht machbar und würde den Flughafenbetrieb massiv stören», so Lee.

Präsident Lee Jae-myung sieht Flughafen in der Verantwortung

Doch der kuriose Streit scheint noch nicht beendet zu sein. Präsident Lee Jae-myung äußerte sich am 17. Dezember erneut zu der Kontroverse: Zuerst habe ihm der Chef des Zolls mitgeteilt, der Flughafen sei zuständig. Dann habe ihm am 12. Dezember der Flughafenchef erklärt, der Zoll trage die Verantwortung. «Mittlerweile» sei er jedoch «überzeugt, dass der Flughafen zuständig ist», so Lee. Als Begründung verwies er auf die Kommentarspalten unter den Artikeln, berichtet The Chosun Daily.

Flugzeuge fliegen nicht von allein – eine Redaktion ebenso wenig. Hinter aeroTELEGRAPH steckt ein eingespieltes Team, das 365 Tage im Jahr am Start ist, um Ihnen die spannendsten Geschichten aus der Luftfahrt zu bringen. Für den Preis von weniger als einem Getränk am Flughafen genießen Sie aeroTELEGRAPH werbefrei und sichern unsere Unabhängigkeit. Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

Boeing 777-300 von Korean Air: Die Fluggesellschaft machte einen Rückzieher

Nach heftiger Kritik: Korean Air stoppt Umbau ihrer Boeing 777

Drohnen am Flughafen: Sie sollen helfen, Vogelschlag zu verhindern.

Drohnen, Kameras, Laser: Südkorea verschärft nach Unglück die Vogelschlag-Prävention

Training bei Korean Air: Umgang mit Tasern will gelernt sein.

Fitness-Übungen, Schreien und Elektroschocker-Einsatz: Neue Tests für Kabinenbesatzungen

Boeing 777-300 von Korean Air, dahinter ein Jet von Asiana: Bald in einem Terminal.

Korean Air führt Premium Economy ein - und ersetzt teilweise First Class

Video

Rundflug zur Aero Friredrichshafen: Blick auf die Insel Mainau
Auf der Aero Friedrichshafen wurden die Flugzeuge ausgestellt und bewegten sich nicht – außer das von Alpen Air. Die kleine deutsche Airline hobab und zeigt, wie sich die Allgemeine Luftfahrt wirklich anfühlt. Ein kurzer Flug, der lange im Kopf bleibt.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
TV-Bericht über den Zwischenfall: Drei Verletzte.
Flughafen Araxos
Die Taufe einer Boeing 737 Max von Tuifly wird jäh unterbrochen: Kurz vor Beginn der Zeremonie bricht eine Treppe am griechischen Flughafen Araxos zusammen. Mehrere Menschen stürzen, drei von ihnen müssen ins Krankenhaus.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Bildschirmfoto 2026-05-01 um 164538
Am Flughafen São Paulo-Congonhas kamen eine landende Boeing 737 und eine startende Embraer E2 sich extrem nahe, so nahe, dass das Kollisionswarnsystem Alarm schlug. Der Jet von Gol und der Jet von Azul näherten sich entlang der Piste bis auf 22 Meter an.
Laura Frommberg
Laura Frommberg