Flughafen Incheon mit Flugzeugen von Korean Air: Der Flughafenchef und der Präsident des Landes streiten öffentlich.

IncheonBargeldschmuggel in Büchern? Koreas Präsident legt sich mit Flughafen Seoul an

Südkoreas Präsident fordert, dass alle Bücher von Hand kontrolliert werden, um gegen Devisenschmuggel vorzugehen. Der Chef des Flughafens Seoul-Incheon hält das für eine furchtbare Idee.

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Der Flughafen Seoul-Incheon wird in diesem Jahr voraussichtlich das höchste Passagieraufkommen seiner Geschichte erreichen. Die Betreibergesellschaft Incheon International Airport Corporation rechnet mit 74,04 Millionen Reisenden für das Jahr 2025. Auch die Zahl der internationalen Reisenden ist nochmals um vier Prozent auf knapp 70,67 Millionen gestiegen. Rekordwerte für Südkoreas wichtigsten Airport.

Südkoreanische Medien melden, dass es auch finanziell mehr als rund läuft. Die Gesamteinnahmen des Flughafens werden für 2025 voraussichtlich einen neuen Höchststand erreichen. Laut Unternehmensangaben belaufen sich die Einnahmen für 2025 auf 2,73 Billionen Won, was umgerechnet etwa 1,58 Milliarden Euro entspricht, einem Anstieg von sieben Prozent im Vergleich zu 2024.

Streit zwischen Staatspräsident und Flughafenchef eskaliert

Mitten in die Erfolgsmeldungen platzt ein kurioser Eklat zwischen Südkoreas Staatspräsident Lee Jae-myung und Lee Hag-jae, dem Chef des Flughafens Incheon. Auslöser war eine Pressekonferenz des Ministeriums für Land, Infrastruktur und Verkehr am 12. Dezember. Der Präsident konfrontierte den Flughafenchef mit der Frage, ob es zutreffe, dass Menschen Zehntausende Dollar außer Landes schmuggeln – indem sie 100-Dollar-Scheine zwischen Buchseiten verstecken.

Laut dem Portal Korea Joongang Daily geriet der Chef des Flughafens Incheon, Lee Hag-jae, bei der Pressekonferenz in Erklärungsnot: Er konnte die Frage nicht spontan beantworten und las stattdessen seine Antwort ab. Daraufhin unterbrach ihn Präsident Lee Jae-myung scharf: «Lesen Sie nicht einfach vor, was Ihnen vorgegeben wurde. Sie verstehen den Punkt nicht.» Im Anschluss ordnete der Präsident an, dass künftig alle Bücher am Flughafen per Hand kontrolliert werden müssten.

Kontrolle aller Bücher per Hand ist nicht durchführbar

Zwei Tage später reagierte der Flughafenchef mit einer Stellungnahme in den sozialen Medien auf die Vorwürfe. Er betonte, dass selbst erfahrene Flughafenmitarbeiter die Frage des Präsidenten nicht hätten beantworten können, es sei denn, sie arbeiteten im Sicherheitsdienst. Die Kontrolle illegaler Devisen falle in den Zuständigkeitsbereich des Zolls, während die Flughafenbehörde Incheon für die Überprüfung von Gefahrgut wie Messern, Nadeln, Schusswaffen, Feuerzeugen und Flüssigkeiten zuständig sei.

Im Rahmen der jüngsten Pressekonferenz am Dienstag (16. Dezember) bekräftigte Flughafenchef Lee Hag-jae, dass eine umfassende Untersuchung der Vorwürfe zum Bargeldschmuggel mithilfe von Büchern «praktisch unmöglich» sei. Eine solche Maßnahme wäre »logistisch nicht machbar und würde den Flughafenbetrieb massiv stören», so Lee.

Präsident Lee Jae-myung sieht Flughafen in der Verantwortung

Doch der kuriose Streit scheint noch nicht beendet zu sein. Präsident Lee Jae-myung äußerte sich am 17. Dezember erneut zu der Kontroverse: Zuerst habe ihm der Chef des Zolls mitgeteilt, der Flughafen sei zuständig. Dann habe ihm am 12. Dezember der Flughafenchef erklärt, der Zoll trage die Verantwortung. «Mittlerweile» sei er jedoch «überzeugt, dass der Flughafen zuständig ist», so Lee. Als Begründung verwies er auf die Kommentarspalten unter den Artikeln, berichtet The Chosun Daily.

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