Im Sommer 2025 zeigte die ungarische Billigfluglinie Interesse am Aufbau einer Basis in Tel Aviv. Doch es gab Gegenwind von der heimischen Fluggesellschaft El Al. So reiste Wizz-Air-Chef József Váradi im November selber nach Israel. Bei einem Treffen mit Verkehrsministerin Miri Regev stellte er laut israelischen Medienberichten in Aussicht, über einen Zeitraum von drei Jahren rund eine Milliarde US-Dollar in Israel zu investieren, zehn Jets im Land zu stationieren, etwa 50 neue Strecken zu starten und Tausende von Jobs zu schaffen.
Israel nicht erfreut über Wizz Airs lange Flugpause
Dann begann jedoch am 28. Februar der Krieg zwischen Israel und den USA auf der einen und Iran auf der anderen Seite. Und in dessen Folge ließ Wizz Air ihre Flüge nach Tel Aviv ausgesetzt. Anfang Mai erklärte dann das Verkehrsministerium gegenüber dem Portal Ynet, man habe die Gespräche über eine Basis mit Wizz Air ausgesetzt, weil die Fluggesellschaft die Wiederaufnahme ihrer Flüge nach Tel Aviv wiederholt verschoben habe.
Jetzt steht der Neustart unmittelbar bevor. «Morgen nehmen wir den Flugbetrieb wieder auf», sagte Kommerzchef Ian Malin am Mittwoch (28. Mai) auf Nachfrage von aeroTELEGRAPH in einem Pressegespräch. «Ich selbst werde morgen früh um 5 Uhr an Bord des Fluges von Budapest nach Tel Aviv sein.» Er begleite diesen Flug, um Wizz Airs Engagement zu unterstreichen. «Wir planen fest damit, diese Verbindung wieder dauerhaft anzubieten.»
Wizz Air erst jetzt wieder zufrieden mit Sicherheitslage
Zuvor habe man nicht das Risiko eingehen können, aus Sicherheitsgründen Flugzeuge zu lange am Boden lassen zu müssen. Daher gelte: «Wir mussten einen Teil der für Tel Aviv vorgesehenen Kapazitäten – also jene Flüge, die ursprünglich für das Frühjahr und den Sommer geplant waren – vorübergehend auf andere Strecken umverteilen.»
Dennoch habe man einen Teil der Kapazitäten für Tel Aviv reserviert, so Malin. Diese könnten nun zum Einsatz kommen, denn eine Sicherheitsbewertung habe vergangene Woche ergeben, dass der Flughafen wieder alle Kriterien von Wizz Air erfülle. Sie wird Tel Aviv mit sechs Zielen verbinden, wie Flugplandaten zeigen: Budapest in Ungarn, Sofia in Bulgarien, Larnaca auf Zypern, Krakau und Warschau in Polen sowie Bratislava in der Slowakei.
«Vorerst bleibt Tel Aviv eine reine Destination für uns»
Was den Aufbau einer Basis in Tel Aviv angeht, gibt sich der Kommerzchef des Billigfliegers aber zunächst zurückhaltend. Zwar habe man diese Option in Betracht gezogen, so Malin. Aber erst wenn sich die geopolitische Lage weiter stabilisiere, «werden wir diese Gespräche wieder aufnehmen», sagt der Manager. «Vorerst bleibt Tel Aviv jedoch das, was es schon immer war: eine reine Destination für uns. Es ist also ein Reiseziel, das wir anfliegen.»
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