Crew von Tunisair: Es gibt Spannungen in der Belegschaft.

Uniform-StreitWarum es zum Mini-Grounding bei Tunisair kam

Letzte Woche stellte die Fluggesellschaft ihre Flüge kurzzeitig ein. Auslöser war ein Streit zwischen Mitarbeitern um ihre Uniformen. Doch die Krise bei Tunisair geht tiefer.

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Für Außenstehende ist es schwer zu verstehen, was gerade bei Tunisair vorgeht. Vergangenen Donnerstag (9. März) kam es am Aéroport International de Tunis-Carthage vor dem Abflug eines Flugzeuges nach Paris zu einem Streit zwischen einem Techniker und einem Piloten. Der war offenbar so heftig, dass die Polizei einschreiten musste.

Daraufhin verordnete die Unternehmensführung die Einstellung des Flugbetriebes. Als Begründung wurde angegeben, man wolle die Sicherheit der Passagiere nicht gefährden. Tunisair richtete zusammen mit dem Transportministerium gleichzeitig einen Krisenstab ein, der sich um die Wiederaufnahme des Flugbetriebes kümmerte. Nach rund vier Stunden Mini-Grounding hoben die Flugzeuge der tunesischen Nationalairline am Mittag dann auch wieder ab.

Zu ähnlich?

Der Grund für den Streit klingt trivial: Die neuen Uniformen der technischen Angestellten sehen in den Augen der Piloten den ihrigen zu ähnlich. Dadurch fühlen sie sich in ihrer Ehre verletzt. Umgekehrt hatten die Techniker vor einigen Wochen bereits mit einem Sitzstreik dagegen protestiert, wie sie von den Piloten behandelt werden. In tunesischen Medien wird über große Spannungen zwischen den Berufsgruppen berichtet, die sich bereits über drei Monate hinziehen.

Doch der Konflikt geht noch viel tiefer. Seit dem Arabischen Frühling geht es Tunisair schlecht. Die Anschläge in Tunesien 2015 ließen die Besucher- und damit auch die Passagierzahlen nach einer ersten zaghaften Erholung einbrechen. Vergangenen Dezember präsentierte die tunesische Fluggesellschaft für 2015 denn auch wieder einen Verlust von 71 Millionen Dinar oder umgerechnet 29 Millionen Euro.

Stetige Verluste

Bei Tunisair liegen deshalb Entlassungen in der Luft. Noch beschäftigt die Fluglinie mehr als 8000 Menschen, oder rund 250 pro Flugzeug, wie Ex-Chef Farouk Ben Ammar in einem Artikel festhält. Nötig wären in seinen Augen etwas mehr als 3000. Die Lage verschärft sich für Tunisair noch, weil dieses Jahr ein Opensky-Abkommen mit der Europäischen Union in Kraft treten wird.

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