Mit einem modernen Flieger zeigt sich Dana Air im Netz: Flotte besteht aber aus alten MD83.

Streit um Dana Air

Im Juni crashte eine MD-83 der Airline. Nun hob Nigeria deren Flugverbot wieder auf. Das ärgert viele.

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Gerade drei Monate ist es her, dass eine Maschine von Dana Air beim Landeanflug in ein Wohngebiet von Lagos stürzte. Die MD-83 hatte zuvor beide Motoren verloren. Mindestens 159 Menschen starben beim Unglück, davon 149 an Bord. Die Nigerian Civil Aviation Authority entzog der Airline daraufhin die Flugerlaubnis. Doch am 5. September setzte die Regierung die Lizenz wieder in Kraft. Eine Überprüfung auf technischer, betrieblicher und finanzieller Ebene habe zufrieden stellende Resultate erbracht, so Transportministerin Stella Oduah gegenüber dem Fernsehsender Channels TV. Es sei ein Fehler gewesen, Dana Air lahmzulegen. Das sei in der Branche nicht üblich. Normalerweise führe man zuerst eine genaue Untersuchung durch, bevor man Maßnahmen treffe.

Dana Air muss nun den Zertifizierungsprozess nochmals durchlaufen, bevor sie wieder abheben darf. «Wir stecken bereits mitten drin. Wir führen auch Auffrischungskurse für unsere Kabinenbesatzung durch und betreuen sie immer noch psychologisch», erklärte Unternehmenssprecher Tony Usidamen gegenüber der Zeitung The Nation. Drei Flugzeuge stünden derzeit am Murtala Muhammed Airport in Lagos bereit, zwei weitere würden gerade in Istanbul revidiert. Die Flotte von Dana besteht vollständig aus MD-83. Man werde schon bald wieder abheben, so Usidamen.

Hinterbliebene empört

Die Hinterbliebenen finden das skandalös. «Die Herzen der Verunfallten bluten noch immer und das wurde nicht in Betracht gezogen» sagte Obinna Ajuonuma. Er verlor seinen Vater beim Absturz. «Der Luftfahrtminister nimmt seine Verantwortung nicht wahr. Es gibt kein Resultat der Untersuchung, es gibt kein Gerichtsurteil, absolut nichts», so der junge Mann gemäß der Zeitung Daily Times. Ob es je eine genaue Analyse zum Unfall geben wird, ist derzeit unklar. Das Oberste Gericht Nigerias stoppte am 13. September die laufenden Ermittlungen. Die Staatsanwaltschaft sei gar nicht befugt, Flugzeugabstürze zu untersuchen, rügte eine Gruppe von Nigerianern. Nun wurde der Fall bis zum 28. September auf Eis gelegt.

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