Gepäcketikette von Fischer Air: Ist das alles, was bleibt?

Hamburg ermitteltStart verschoben, Ermittlungen im Raum: Zweifel an Fischer Air wachsen

Der geplante Neustart der Ferienfluglinie verzögert sich erneut – nun könnten Flüge sogar bis im Mai ausfallen. Gleichzeitig ermittelt die Staatsanwaltschaft Hamburg gegen Fischer-Air-Gründer Vaclav Fischer wegen möglichen Missbrauchs staatlicher Gelder.

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Seit vergangenen September konnte man die Flüge buchen. Und zu Weihnachten sollten die ersten Flugzeuge von Fischer Air abheben und Urlaubsgäste auf die Kanaren und nach Hurghada fliegen. Doch bisher ist nichts passiert. Die tschechische Fluggesellschaft hat den Start an den Flughäfen Bratislava und Kassel sowie in Friedrichshafen und Hamburg zuerst auf Januar und dann auf Februar verschoben. Wegen «behördlicher Schwierigkeiten», hieß es aus Branchenkreisen.

Vergangene Woche kündigte Fischer Air dann an, es gehe noch einmal später los. Die Airline gibt dabei der medialen Aufmerksamkeit die Schuld. Durch den Wirbel sei seiner Fluglinie ein großer Schaden entstanden, sagte Chef Václav Fischer zur Zeitung Bild. «Ich erwäge, alle Flüge bis Mitte Mai zu stornieren. Wir haben in den letzten Wochen keine neuen Buchungen erhalten, und die Anzahl der Gäste, die Flüge bis Mitte Mai gebucht haben, ist extrem niedrig», so Vaclav Fischer.

Staatsanwaltschaft Hamburg sucht Adresse von Fischer

Im April wolle er die Airline offiziell gründen, so der Unternehmer weiter. Die Branche kennt er durchaus. 1996 schickte er Fischer Air 1.0 an den Start. Zuerst ein Erfolg, schlitterte diese zunehmend in die Krise. 2004 verkaufte Fischer seine Airline, ein Jahr später war sie am Ende

Ob der Neustart gelingt, ist allerdings mehr als fraglich. Denn wie Bild nun berichtet, hat die Staatsanwaltschaft Hamburg zwei Ermittlungsverfahren gegen Vaclav Fischer eröffnet. Die liegen allerdings vorläufig auf Eis. Denn aktuell sucht die Behörde nach dem Aufenthaltsort des 71-jährigen deutsch-tschechischen Doppelbürgers. Ausgelöst wurden die Verfahren durch Anzeigen der Bundesagentur für Arbeit , wie es im Bericht heißt.

Fischer will sich bei Behörden melden

Im Verfahren geht es darum, dass Fischer «durch Vorspiegelung falscher Tatsachen Kurzarbeitergeld und Sozialversicherungsbeiträge erhalten» haben soll, «ohne dass ein Anspruch darauf bestand». Im zweiten Verfahren geht es ebenfalls um staatliche Mittel, die der Unternehmer unrechtmäßig erhalten haben soll, wie Bild berichtet. Fischer weist die Vorwürfe zurück. Er kenne die Ermittlungen und Vorwürfe nicht und sei damals auch nicht in Hamburg gewesen. Er werde mit der Staatsanwaltschaft Kontakt aufnehmen.

Am Flughafen Kassel werden dennoch weiterhin Flüge mit Fischer Air aufgelistet - der erste schon für den 28. Februar. Bei der Fluggesellschaft selbst dagegen sind inzwischen keine Flüge mehr buchbar. Rund 210 Flüge hatte sie eins ab dem hessischen Airport geplant.

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