Fischer Air, eine Neuauflage der gleichnamigen tschechischen Charterfluggesellschaft, die von 1996 bis 2005 existierte und Flüge für den Reiseveranstalter Fischer durchführte, wollte die Strecken bedienen. Hinter allen Unternehmen steht der deutsch-tschechische Geschäftsmann Václav Fischer. Fischer soll seit 2019 an dem Comeback seiner Airline gearbeitet haben.
Fischer Air macht knapp 70 Prozent der Flüge in Kassel aus
Tickets konnten seit September gegen Vorkasse gekauft werden. Doch so richtig geklappt hat es bisher nichts. Kein Fischer-Air-Flugzeug ist bisher von irgendeinem Flughafen gestartet. Kunden, die Tickets gekauft haben, sind bisher auf ihrem Geld sitzen geblieben. Die Verbraucherzentrale Hessen stuft die Buchungsseite von Fischer Air als unseriös ein, berichtet die BILD.
Während man auf der Website des Flughafens Friedrichshafen keine Informationen zu den Flügen von Fischer Air findet, sieht es am Flughafen Kassel anders aus. Im Flugplan informiert der Kassel Airport über alle geplanten Flüge vom 22. Februar bis zum 25. Oktober. Gelistet sind 309 Flüge. 210 Flüge davon sind geplante Flüge von Fischer Air.
Kein Flug von Fischer Air ist buchbar
Der erste Flug der neuen Fischer Air ist jetzt für den 28. März geplant: Flug FF6526 nach Palma. Über die Homepage des Airports kann man an dem Tag einen Direktflug nach Palma buchen, allerdings als Charterflug über den Veranstalter UKS Touristik. UKS Touristik ist ein Reiseveranstalter aus Kassel. Unklar bleibt, welche Airline den Flug durchführen wird.
Fischer Air teilt auf der Website mit, dass für den Flug am 28. März von Kassel nach Palma keine Plätze mehr verfügbar sind. Auch für alle anderen Flüge, die im Flugplan auf der Website des Flughafens Kassel-Calden stehen, können keine Tickets gebucht werden. Laut Flugplan werden die Flüge zu den Kanarischen Inseln mit Zwischenstopp in Friedrichshafen durchgeführt. Der Bodensee-Airport weist diese Flüge auf seiner Website jedoch nicht aus.
Kassel sieht sich nicht in der Verantwortung
Eine Anfrage von aeroTELEGRAPH zu den Gründen, warum der Flughafen Kassel die Flüge von Fischer Air weiter auflistet, ließ das Management unbeantwortet. Ende Januar teilte Flughafenchef Lars Ernst gegenüber unserer Redaktion mit, dass der Kassel Airport weder Airline noch Reiseveranstalter sei und keine Einbindung in die Buchungs- oder Betriebsprozesse der genannten Unternehmen habe.
«Sollten sich Änderungen an geplanten Flugverbindungen ergeben, werden diese – wie branchenüblich – durch die Airline kommuniziert», so der Airportchef. Auch Fischer Air ließ eine Anfrage von aeroTELEGRAPH unbeantwortet.
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