Malta Air Boeing 737-800: Die Airline ist eine Ryanair-Tochter.

Neuer Tarifvertrag für Malta Air «Offene Nötigung»: Schwere Vorwürfe der Vereinigung Cockpit an Ryanair

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit und Ryanair-Tochter Malta Air verhandeln über einen neuen Tarifvertrag. Eine Einigung scheint weit entfernt. Die VC spricht von Nötigung und fehlendem Respekt des Managements von Ryanair.

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Im Februar 2024 meldeten die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) und Malta Air, einer 100-prozentigen Ryanair-Tochter, dass man sich nach intensiven Verhandlungen auf einen «Tarifvertrag über private Absicherungslösungen» geeinigt habe. Der Tarifvertrag ist rückwirkend zum 1. Januar 2024 in Kraft getreten. Er regelt maßgeblich die Zeit nach dem Berufsleben der Pilotinnen und Piloten und bietet verschiedene Absicherungslösungen bei Krankheit, Fluguntauglichkeit sowie Fondssparpläne.

Zwei Jahre später verhandeln beide Seiten wieder miteinander. Laut einem internen Schreiben, das aeroTELEGRAPH vorliegt, ist die Tarifkommission Ryanair/Malta Air am vergangenen Donnerstag (5. November) nach Irland gereist, um einen fairen Tarifvertrag zu verhandeln. Allerdings ohne Erfolg, wie es in dem Schreiben weiter heißt. Stattdessen wirft die VC dem Management von Ryanair «offene Nötigung» und «fehlender Respekt» vor.

Ryanair will keinen Inflationsausgleich zahlen

In dem Schreiben wirft die VC dem Arbeitgeber vor, statt in Verhandlungen einzutreten, Druck auszuüben. So drohe Ryanair damit, ab dem 1. April einseitig ein 5/3-Roster einzuführen. Ein Dienstplanmodell mit fünf Arbeitstagen und drei freien Tagen. Gewerkschaften kritisieren, dass solche Modelle die Work-Life-Balance verschlechtern und die Sicherheit gefährden können, wenn die Erholungsphasen zu kurz sind.

Die VC spricht von einem Drohszenario der Airline mit dem dem Ziel, «gute Leistungen für wenig Geld ohne Rücksicht auf Arbeitnehmerbedürfnisse» zu bekommen. So habe das Management auch «unmissverständlich» erklärt, dass die Inflation und die Forderungen der Pilotinnen und Piloten auf einen Inflationsausgleich «nicht das Problem der Firma» seien. Die Gewerkschaft wirft dem Arbeitgeber vor, die Verhandlungen dadurch mit einem Nachteil zu beginnen: «Statt zuerst die Inflation auszugleichen, werden reale Verbesserungen blockiert».

Vereinigung Cockpit will sich von Ryanair nicht unter Druck setzen lassen

Ryanair argumentiert laut dem Schreiben der VC, dass der Inflationsausgleich finanziell nicht tragbar sei. Denn selbst der Betrag belaste die Margen zu stark, wenn er flächendeckend umgesetzt werde. Laut Gewerkschaft handelt es sich um ein Scheinargument, denn der Konzern habe im vergangenen Jahr 2,13 Milliarden Gewinn gemacht. Laut VC zeige der Arbeitgeber damit, dass die Arbeit der Piloten heute weniger wertgeschätzt werde als früher.

Die Pilotinnen und Piloten zeigen sich entschlossen: «Wer glaubt, die deutsche Pilotenschaft durch Drohungen zu realen Lohnkürzungen zwingen zu können, unterschätzt unsere Geschlossenheit. Wir lassen uns zu keinem schlechten Deal drängen». Während Ryanair einen Abschluss bis März erzwingen will, betonen sie: «Unser Ziel ist ein fairer Vertrag – egal, wie lange es dauert».

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