Dusan Novota, Chef des Flughafens Bratislava: Hat ehrgeizige Ziele.

Neuer Liebling von Wizz Air und RyanairBratislavas Flughafenchef lobt Abschaffung der Flugsteuer als «Game Changer» - und will auch abseits der Billigflieger punkten

Der ungarische und der irische Billigflieger bauen stark am slowakischen Hauptstadtflughafen aus. Bratislavas Airport-Chef Dusan Novota spricht über die Gründe - und darüber, wie er auch andere Fluggesellschaften überzeugen möchte.

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2,438 Millionen abgefertigte Passagiere im Jahr 2025. Das klingt zunächst einmal nach nicht viel für einen Hauptstadtflughafen in Europa. Für Dusan Novota, den Geschäftsführer des Airports Bratislava, bedeutet diese Zahl jedoch etwas ganz Besonderes. Denn damit übertrifft der slowakische Flughafen nicht nur erstmals wieder das Vor-Covid-Niveau von 2019 - er erreicht sogar einen neuen Allzeitrekord seiner 75-jährigen Geschichte.

Wichtig für den Erfolg: Wizz Air hat sich dazu entschlossen, dem Flughafen Wien den Rücken zu kehren, um im 60 Kilometer entfernten Bratislava eine neue Basis zu eröffnen. Und auch Ryanair setzte 2025 auf eine massive Expansion in Bratislava. So wurden am Flughafen 28 neue Routen eröffnet, alleine 26 davon von den beiden größten europäischen Billigfluglinien.

Kosten sind geringer, doch nun wartet eine Herausforderung

Für Dusan Novota handelt es sich um rein wirtschaftliche Entscheidungen, wie er im aeroTELEGRAPH-Gespräch erläutert: «Die Kosten in Österreich und am Flughafen Wien sind einfach höher als in Bratislava und die Entscheidung der slowakischen Regierung, Flugsteuern abzuschaffen, hat zu einem Umdenken geführt, wenn Sie so wollen zu einem ‘Game Changer‘.» So habe man das passende Angebot zur richtigen Zeit machen können.

Geht es nach Ryanair-Chef Michael O´Leary, so könnte Bratislava im Jahr 2026 der am stärksten wachsende Flughafen in Europa werden. Bereits heute ist die irische Billigairline die größte Fluggesellschaft am Standort. Damit es wirklich so kommt, muss der Flughafen nun aber hart auf dieses Ziel hinarbeiten, so Novota, um weiterhin Qualität, Sicherheit und Komfort zu gewährleisten. «Die Herausforderung liegt darin, dass wir mit derselben Anzahl an Mitarbeitenden eine viel höhere Anzahl an Passagieren abfertigen werden müssen, weshalb sich die Produktivität der Mitarbeitenden steigern muss», so der Airport-Chef. Man werde Anreize schaffen, damit hochqualifiziertes Personal nicht ins nahe Ausland abwandere.

Bratislava will viereinhalb Millionen Reisende im Jahr 2026

Geht es nach den Vorstellungen des Flughafenmanagers, könnten 2026 bis zu viereinhalb Millionen Reisende die Einrichtungen des Flughafens Bratislava nutzen: «Unser Terminal ist auf fünf Millionen Passagiere pro Jahr ausgelegt, aber jeder Flughafen kann bei Bedarf auch über seine Kapazitätsgrenzen hinaus eine Passagierabfertigung anbieten», so Novota.

Zukünftig sollen auch vermehrt Reisende aus Österreich durch die Angebote der Billigfluggesellschaften in die Slowakei gelockt werden. Novota geht davon aus, dass besonders der ethnische Verkehr - also Menschen, die in Österreich leben und arbeiten, aber familiäre Wurzeln in den Herkunftsländern der angebotenen Destinationen haben - für Nachfrage beim neuen Angebot ab dem grenznahen Flughafen Bratislava sorgen wird.

Auch Netzwerkairlines im Visier des Flughafenchefs

Auf die Frage, ob die neue Low-Cost-Übermacht nicht andere Airlines davon abhalte, Flüge aufzunehmen, antwortet Novota: «Mit den angepeilten viereinhalb Millionen Passagieren im Jahr 2026 beweisen wir doch auch, dass der Flughafen Bratislava ein attraktiver Flughafen für Fluglinien sein kann. Wir sprechen natürlich mit allen Fluggesellschaften, darunter Netzwerkairlines, die auch die großen Umsteigeflughäfen in Europa anfliegen.»

Die schnelleren Entscheidungen bei der Aufnahme von neuen Routen würden bisher aber die Billigfluglinien treffen, so Novota. Trotzdem möchte er auch weiterhin für alle Airlines ein attraktives Angebot bieten, weshalb Bratislava in den Ausbau der Infrastruktur investiere.

Fluggastbrücken sollen Passagierkomfort erhöhen

Neben Investitionen in das Vorfeld-Equipment, um den steigenden Flugverkehr abwickeln zu können, bereitet man auch den Kauf von vier Fluggastbrücken vor, die den Passagierkomfort deutlich verbessern sollen: «Dieses Angebot werden nicht die Billigfluglinien wie Wizz Air oder Ryanair nutzen, sondern Airlines, die den ganzen Winter über Langstreckenflüge ab Bratislava anbieten, oder eben künftig Netzwerkfluglinien, die auf mehr Komfort für ihre Passagiere bestehen.» Die Ausschreibung wurde gestartet und mit etwas Glück könnten die Fluggastbrücken noch vor Jahreswechsel in Betrieb gehen, so Novota.

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