Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert mittlerweile vier Jahre. Am 24. Februar 2022 begann Russland mit einer großangelegten, völkerrechtswidrigen Invasion der Ukraine, die bis heute andauert. Seitdem wehrt sich das Land mit internationaler Unterstützung gegen die Aggression. Dabei setzt sie weiterhin auf Luftschläge, Drohnenangriffe und begrenzte Gegenoffensiven.
In der Nacht zum 24. Februar ist die IT-Infrastruktur von Aeroflot Technics Ziel einer schweren Cyberattacke geworden, wie der russische Telegram-Kanal Aviatorshina berichtet. Das Unternehmen ist der größte Flugzeugwartungsspezialist Russlands. Nach ersten Erkenntnissen ist nur Aeroflot Technics betroffen; Aeroflot selbst meldet keine Ausfälle.
Mitarbeitende nutzen private Mobiltelefone
Aeroflot Technics musste sämtliche Server abschalten. Mitarbeitende sollen derzeit keinen Zugriff auf Internet, interne Programme oder Telefonie haben und sich stattdessen über private Mobiltelefone koordinieren, schreibt Aviatorshina. «Alles ist abgeschaltet, es gibt kein Netzwerk, alle Programme sind ausgefallen, die Telefonie funktioniert nicht», berichten Betroffene.
Auf den Servern von Aeroflot Technics sollen keine Daten mehr verfügbar sein. Das volle Ausmaß des Angriffs wird sich erst zeigen, wenn die Systeme schrittweise wieder hochgefahren werden, berichtet Aviatorshina. Demnach werde die vollständige Wiederherstellung des IT-Betriebs nicht Tage, sondern Wochen in Anspruch nehmen. Fachleute arbeiten derzeit unter Hochdruck daran, die Systeme wiederherzustellen.
Online-Anzeigetafeln und Flightradar24 als Notlösung
In der Zwischenzeit laufen viele Prozesse manuell ab, was zu ungewöhnlichen Lösungen führt: Aktuell werden alle Informationen zu Ankunfts- und Abflugzeiten, Registrierungsnummern und Standorten der Aeroflot-Flugzeuge manuell über die Online-Anzeigetafeln des Flughafens Sheremetyevo sowie den Dienst Flightradar verfolgt.
Techniker wurden angewiesen, alle im Bordbuch dokumentierten Meldungen der Cockpit-Crews priorisiert zu bearbeiten. Auch die Zuweisung von Technikern zu Flugzeugen und Arbeitsumfängen erfolgt derzeit in Handarbeit. Immerhin sind die technische Dokumentation und die Flugpläne noch auf den Servern von Aeroflot verfügbar. Wer hinter der Attacke steht, ist nicht bekannt.
Nicht der erste Angriff
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