Flieger von Pluna: Momentan in Staatshand.

Plunas Zukunft an seidenem Faden

Uruguays Nationalairline hat massive Finanzprobleme. Nun droht auch noch ein zweiter wichtiger Investor auszusteigen.

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Chorus Aviation will nichts versprechen. «Wir müssen abwarten, wie alles ausgeht», sagte eine Sprecherin Manon Stuart der kanadischen Wirtschaftszeitung Financial Post. Die Air-Canada-Tochtergesellschaft ist die letzte Hoffnung für Uruguays Nationalairline Pluna. In der vergangenen Woche sprang mit der Investmentfirma Leadgate der wichtigste Anteilseigner von Pluna ab. 75 Prozent hielt das Unternehmen bis dahin an der Fluggesellschaft, 25 Prozent die Regierung. Der Leadgate-Anteil ging nun wieder an der uruguayanischen Börse, die in der Zeit ohne neuen Eigner als Treuhänderin agiert. Die Kontrolle über Pluna besitzt die Regierung, nachdem Geschäftsführer Matias Campiani nach der Absage von Leadgate zurückgetreten war.

Die Kanadier sollen es nun richten. Chorus Aviation hält die 25 Prozent an der Fluggesellschaft indes bloß indirekt. Die Umwege sind ziemlich kompliziert: Im April 2010 hatte der kanadische Konzern 15 Millionen Dollar in die Latin American Regional Aviation Holdings Corporation investiert, die Muttergesellschaft von Leadgate. Durch den 33-Prozent Anteil an der Firma akquirierte Chorus auch den indirekten Pluna-Anteil. Nun hat der kanadische Konzern für einen Monat das Exklusivrecht, die restlichen Anteile von Leadgate zu kaufen und so zum Pluna-Retter zu werden. Doch das überlegt man sich im Norden gründlich.

Keine Aussichten auf großen Erfolg

Man sehe sich das Potenzial genau an, so die Sprecherin. Doch der Ausgang ist ungewiss. Laut lokalen uruguayanischen Medien braucht Pluna Investitionen zwischen 30 und 35 Millionen Dollar, um es wieder auf die Beine zu schaffen. Die Situation in der Luftfahrt des Landes bleibt aber weiter angespannt. Schuld daran ist das verlangsamte Wirtschaftswachstum im Nachbarland Brasilien, wie der damalige Chef Campiani schon Anfang des Monats erklärt hatte. Nach 7,5 Prozent im Jahr 2010 betrug es im vergangenen Jahr nur noch 2,7 Prozent. Dadurch sinkt die Nachfrage in grenzüberschreitenden Verkehr.

Und auch Argentinien ist für die Airline ein Problem. Das Land gewährt Pluna keine neuen Destinationen im eigenen Land - obwohl Uruguay der argentinischen Austral Eintritt gewährt hat. In Argentinien werden noch dazu die eigenen Airlines stark bevorzugt, weil die dortige Regierung sie durch die Gesetzgebung stark unterstützt. Die dortigen Routen dominieren momentan Aerolineas Argentinas und Austral. Das Problem, das daraus resultiert: die beiden argentinischen Anbieter unterbieten sich mit den Ticketpreisen und gehen so weit, dass Pluna nicht mehr mithalten kann.

Alles in allem sieht es also nicht so aus, als wäre das Geld der Kanadier in Uruguay gut aufgehoben. Doch eine Absage erteilt Chorus nicht. «Wir spekulieren nicht über Plunas Zukunft», so ein Communiqué des Konzerns.

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