Der Flughafen St. Gallen-Altenrhein ist gleich in mehrfacher Hinsicht besonders. Er liegt in der Schweiz und betreibt mit People’s eine eigene Fluggesellschaft. Eigentümer ist der österreichische Unternehmer Markus Kopf. Im Linienverkehr bietet People’s mit Wien nur ein einziges Ziel an, und die Flotte besteht aus genau einem Flugzeug, einer Embraer E170. Im Sommer kommen Ferienflüge im Auftrag von Reiseveranstaltern hinzu.
People’s ersetzt Embraer durch Dornier Do 328-100
Die Antwort hat People’s nun geliefert. Am Montag (26. Oktober) teilte die Fluggesellschaft mit, dass die Embraer E170 die Flotte verlassen wird. Ersetzt wird sie ab dem Sommerflugplan 2027 durch eine Dornier Do 328-100. Deren erster Flug nach Wien ist für den 28. März 2027 geplant. Ganz überraschend kommt die Wahl nicht. Bereits im Gespräch mit aeroTELEGRAPH hatte Krutzler erklärt, dass die ATR 72-600 und die De Havilland Canada Dash 8-400 als Alternativen praktisch ausscheiden.
Mitte Oktober musste People’s die Embraer wegen einer dringenden Wartung aus dem Verkehr ziehen. Ihren bis heute letzten Flug absolvierte die Embraer E170 am 20. Oktober. Das Flugzeug steht seitdem in Altenrhein. Bis die Dornier mit dem Sommerflugplan zum Einsatz kommt, übernimmt Helvetic Airways die Verbindung. Die Schweizer Airline fliegt vom 27. Oktober bis zum 27. März mit einer Embraer E190 samt Besatzung im Auftrag von People’s. Die Zeit nutzt die Fluggesellschaft aus Altenrhein, um ihr Personal auf die Dornier umzuschulen und die nötigen Zertifizierungen zu erlangen, heißt es.
People’s erhöht die Frequenz nach Wien
Das neue Flugzeug wird deutlich kleiner sein. Die Dornier bietet bei People’s 32 Plätze, in der E170 waren es noch 76. Auch bei den Leistungsdaten liegt das Turbopropflugzeug hinter dem Jet: Die Dornier fliegt rund 620 Kilometer pro Stunde, die E170 schafft rund 870. Die Reichweite schrumpft von 3900 auf etwa 1300 Kilometer. Für die gut 500 Kilometer nach Wien genügt das. Dafür sei die Dornier leiser und stoße weniger CO2 aus, heißt es in der Mitteilung. Zudem passe die kleinere Kabine besser zur Nachfrage auf der Strecke.
Im Gegenzug fliegt People’s künftig öfter. Ab dem 28. März 2027 geht es werktags drei Mal und sonntags zwei Mal von Altenrhein nach Wien und zurück. Damit komme man dem Wunsch der Kundschaft nach mehr Flexibilität nach, so die Airline. Beim Personal wird dagegen gespart: Die Dornier fliegt mit drei Besatzungsmitgliedern und somit braucht weniger Flugpersonal als die E170. People’s will daher Stellen abbauen, möglichst über natürliche Fluktuation. Mit den Betroffenen laufen laut dem Unternehmen Gespräche über sozialverträgliche Lösungen.
Zusammenarbeit mit Private Wings
People’s kündigt zudem eine enge Partnerschaft mit Private Wings an. Die deutsche Fluggesellschaft betreibt acht Dornier Do 328-100 und kann bei Ausfällen einspringen. Das soll die Zuverlässigkeit deutlich verbessern. Private Wings fliegt außerdem künftig einen Teil der Sommercharter ab Altenrhein.
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