Jet von OLT Express: Zu arm für die Insolvenz.

OLT Express Poland wird Zombie

Die polnische Fluglinie meldete Insolvenz an. Doch ihre Kassen sind so leer, dass sie sich das Verfahren nicht leisten kann.

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Am 31. Juli war es vorbei. OLT Express Poland gab alle Flieger an die Leasinggeber zurück und stellte schon kurz darauf den Antrag auf Zahlungsunfähigkeit. Doch aus der Insolvenz wird nichts. Wie die Zeitung Wprost berichtet, hat das zuständige Gericht den Antrag abgelehnt. Es mache einfach keinen Sinn, das Insolvenzverfahren einzuleiten. Denn es sei jetzt schon klar, dass dafür zuwenig Geld vorhanden ist. Auf 5,7 Millionen Zloty (rund 1,4 Millionen Euro) schätzt das Gericht die Kosten für die Abwicklung des Konkursverfahrens - Löhne des Insolvenzverwalters und seiner Angestellten, Honorare für Anwälte und administrative Ausgaben eingerechnet.

Weiterleben als Zombie

Für das Gericht besteht daher kein Grund, dem Antrag auf ein Insolvenzverfahren stattzugeben. Die Airline bleibt weiter bestehen – quasi als Zombie. Eigentlich sieht ihr Rechtsstatus vor, dass sie zahlt – sie kann es einfach nicht und jeder weiß es. Die Kunden, die das Geld für ihre Tickets zurück wollen, hätten ja immer noch die Möglichkeit, Zivilklage einzureichen, heißt es. Wie Rechtsexperten der Zeitung Wprost sagen, hängt nun alles davon ab, was die Anteilseigner und das Management mit der Airline anstellen. Um in die geordnete Insolvenz zu gehen, müssten sie das nötige Geld dafür erst einmal auftreiben.

OLT Express Poland war eine junge Airline. Sie entstand aus der Fusion der polnischen Jetair und Yes Airways Ende 2011. Noch im Mai plante die Fluggesellschaft einen massiven Ausbau des Streckennetzes. Internationale Expansion hieß die Devise. Von polnischen Städten wie Warschau oder Danzig aus wollte OLT Express Poland diverse europäische Städte anfliegen. Das Streckennetz hätte die Airline zum Winterflugplan 2011/12 verdreifacht. Dann kam die plötzliche Pleite: Nachdem Banken sämtliche Konten der Airline-Eignerin Amber Gold sperrten, fehlte es an Liquidität. Die umstrittene Finanzfirma gibt es inzwischen auch nicht mehr. Die deutsche Schwesterairline, die ebenfalls Amber Gold gehört hatte, fand mittlerweile mit dem niederländischen Investor Panta Holdings einen neuen Eigner.

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