Airbus A330-900 von Condor: Die Flottenerneuerung zahlt sich aus.

Mehr als FerienfliegerNeue Flotte, neues Image: Wie Condor die Wende schaffte

Vom «brutalen Sanierungsfall» zur «normalen Airline». Der deutsche Ferienflieger ist saniert und schreibt erstmals seit vielen Jahren wieder Gewinn. Angst, dass das Begehrlichkeiten weckt, hat das Condor-Management nicht.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

«Wir sind inzwischen wieder eine normale Airline», sagt Peter Gerber. Das sei an sich schon erstaunlich. Denn noch vor drei Jahren sei Condor ein «brutaler Sanierungsfall» gewesen, erklärte der Chef der Fluglinie am Freitag (25. April) in einem Pressegespräch. Nach dem Schock durch die Insolvenz der Mutter Thomas Cook im Jahr 2019 und dem kurz danach folgenden Schock der Covid-19-Pandemie waren die Aussichten für die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft düster.

Auch dank staatlicher Hilfe hat Condor überlebt. Inzwischen wurde aber auch viel getan, um den Trend umzukehren. Mit Attestor hat der Ferienflieger einen neuen Mehrheitseigentümer erhalten. Der erlaubte es, mitten in der Krise, die Erneuerung der Langstreckenflotte anzustoßen und neue Flieger zu bestellen. Von 13 alten Boeing 767 wuchs Condor auf aktuell 18 Airbus A330 Neo. Drei weitere A330-900 werden bis Ende 2027 zur Flotte stoßen.

8,5 Millionen Menschen flogen mit Condor

Zudem hat Condor mit dem Streifenlook ihr Image verjüngt und das Geschäftsmodell mit der Aufnahme von Städteflügen weg vom reinen Ferienflieger hin auch zur Airline für Geschäftsreisende geändert. Das habe sich gelohnt, so Gerber. Denn inzwischen ist die Fluggesellschaft operativ profitabel. Den Umsatz steigerte Condor im Geschäftsjahr 2023/24, das Ende September endete, bei 8,5 Millionen Fluggästen und einer Auslastung von fast 92 Prozent um 15 Prozent auf 2,436 Milliarden Euro, wie er bekannt gab. «Dabei half vor allem die erneuerte Langstreckenflotte», so der Manager.

Das Betriebsergebnis (Ebit), das 2021/22 mit minus 299 Millionen Euro noch tiefrot und 2022/23 mit minus 85 Millionen noch rot war, ist nun mit minus 9 Millionen Euro nur noch rosa und liegt in der Nähe der Gewinnschwelle. Schaut man sich das Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Rückstellungen (Ebitda) an, war Condor 2023/24 sogar profitabel - trotz Insolvenz des Veranstalters FTI und des Gaza-Kriegs. 34,4 Millionen Euro flog die Streifenairline ein. Im Vorjahr hatte noch ein Minus von 48 Millionen resultiert.

«Das ist vielleicht auch das bessere Modell»

Unter dem Strich schrieb Condor im letzten Geschäftsjahr mit minus 62 Millionen Euro noch einen Reinverlust. Doch die Zeichen stehen auf Gewinn. Denn im ersten Quartal 2024/25 stieg der Umsatz nochmals deutlich, während die Kosten weniger stark stiegen.

Angst, dass das Begehrlichkeiten bei den Mitarbeitenden weckt, hat Gerber nicht. «Unsere Tarifverträge laufen noch bis Ende 2026», so der Condor-Chef. Zudem pflege man allgemein einen respektvollen Umgang zwischen Management und Personal. «Das hat sich in der Vergangenheit für uns als kleines Unternehmen auch bezahlt gemacht», sagte der Manager. Streiks habe es bei Condor noch keine gegeben. Man setze auf ein Miteinander statt auf ein gegeneinander. «Das ist vielleicht auch das bessere Modell.»

Städteverbindungen entwickeln sich gut

Auch Angst, dass der Mehrheitseigentümer Attestor (er hält 51 Prozent, die anderen 49 Prozent liegen bei der staatlichen Auffanggesellschaft SG Luftfahrtgesellschaft) nun schnell Kasse machen möchte, hat Gerber nicht. Dieses Thema werde vor Ende 2026, wenn die letzten Kredite aus der Pandemie zurückbezahlt werden müssen, nicht aktuell.

Und so will er auf dem eingeschlagenen Weg fortschreiten. «Unsere Städteverbindungen laufen über Erwarten gut», so der Condor-Chef. So sei etwa die Verbindung Frankfurt - Wien sehr gut gebucht und auch Frankfurt - Zürich laufe langsam immer besser.

Mehr zum Thema

Airbus A330 Neo von Condor: Die Airline ordnet sich neu.

Attestor übernimmt Condor vollständig

ticker-condor-grun

Condor stellt Sanya-Verbindung Ende Oktober ein

Jets von Condor: Das City-Netz wächst.

Condor fliegt 2027 auch nach Athen, Florenz und Stockholm

Condor-Jet in Berlin: Doch keine Flüge nach Dubai im kommenden Winterflugplan.

Condor nimmt Dubai-Flüge aus dem Programm

Video

Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren - und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Kälin
Mit der Rückkehr der Angehörigen aus Kanada war die Arbeit für die Swissair längst nicht beendet. Persönliche Gegenstände mussten zurückgegeben, Gedenkveranstaltungen organisiert und Familien weiter begleitet werden. Der Ehemalige Finanzchef Walter Kälin blickt auf die Herausforderungen zurück – und erklärt, wie die Erfahrungen von damals die heutige Krisenbetreuung prägen
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Ex-Swissair-Personalchef Matthias Mölleney zum Unglück von Flug SR1111: «...»
Als Flug SR111 von Swissair vor Halifax abstürzte, war Matthias Mölleney erst seit 95 Tagen Personalchef der Airline. Plötzlich musste er die Angehörigen und Mitarbeitenden betreuen und zugleich den Flugbetrieb aufrechterhalten. Fast drei Jahrzehnte später erinnert er sich an die schwersten Tage seiner Karriere – und an die Lehren für das spätere Grounding.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier