Leonardo Del Vecchio: Er baute mit seinem Brillenhersteller ein Milliardenimperium auf.

Delfin FinanceLuxair findet Lufthansa-Nachfolger

Nachdem Lufthansa bei Luxair ausstieg, übernahm provisorisch der Staat das 13-Prozent-Paket. Nun hat sich ein neuer Aktionär gefunden. In der Luftfahrt kennt der sich nicht aus.

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Lange musste der Staat nicht einspringen. Im vergangenen Monat verkaufte Lufthansa ihre Beteiligung von 13 Prozent an Luxair. Provisorisch übernahm das Großherzogtum Luxemburg das Aktienpaket. Nun hat es einen neuen, privaten Aktionär dafür gefunden. Der ist zwar relativ unbekannt, aber er ist ein ausgewachsenes Schwergewicht. Die 13 Prozent an Luxair werden neu von Delfin Finance gehalten, einer Luxemburger Finanz-Holdinggesellschaft.

Die Ursprünge des neuen Investors liegen aber nicht in Luxemburg, sondern in Italien. Die Holding verwaltet das rund 20 Milliarden Euro umfassende Vermögen der mächtigen Mailänder Unternehmerfamilie Del Vecchio. Wie Nachhaltigkeitsminister François Bausch per Twitter mitteilt, hat Delfin Finance sich selbst als Investor ins Spiel gebracht. Ein finanzieller Verlust für den Staat sei bei der Transaktion nicht entstanden, erklärte er weiter. Mehr Details gibt er nicht bekannt. Nur so viel: Ein zweites Angebot für die Luxair-Anteile gab es nicht.

Keine Luftfahrtbeteiligung im Portfolio

Was genau Delfin Finance mit Luxair vorhat, ist nicht klar. Es ist das erste Investment der Holding in der Luftfahrt-Branche. Aber zumindest über ein paar Ecken lässt sich eine Affinität erkennen. Denn der heute 80-Jährige Leonardo Del Vecchio gründete Anfang der Sechzigerjahre die Luxottica-Gruppe, heute der größte Brillenhersteller der Welt und zu mehr als 60 Prozent in der Hand von Delfin Finance. Und zu ihr gehört unter anderem auch die Marke Ray Ban – vor allem auch bekannt für ihre Aviator-Pilotenbrillen.

Neben dem Luxottica-Anteil ist Delfin Finance vor allem in der Finanzbranche investiert. Der Einstieg bei Luxair soll laut einer Mitteilung der Holding zur Diversifizierung des Portfolios beitragen. Laut Nachhaltigkeitsminister Bausch hat es zum Teil auch Vorteile, dass Delfin neu in der Branche unterwegs ist. So könne die Holding etwa nicht von möglichem Insiderwissen über Luxair profitieren. Wäre eine Airline eingestiegen, hätte diese ein solches Wissen unter Umständen zur Schwächung von Konkurrentin Luxair und zum eigenen Vorteil nutzen können, so zumindest eine Befürchtung.

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