Flugzeuge von Lufthansa und ITA Airways: Was passiert mit dem geplanten Bonus?

Verzögerung der SynergienLufthansa und Italien uneinig über Extrazahlung von 100 Millionen für ITA Airways

Lufthansa Group will ihren Anteil an ITA Airways bis Mitte des Jahres auf 90 Prozent erhöhen. Vor dem nächsten Schritt ringen die Partner jedoch noch um die Bedingungen für eine Extrazahlung in Höhe von 100 Millionen Euro.

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Lufthansa Group will ihren Anteil an Ita Airways wie geplant weiter erhöhen. Doch auf dem Weg zur Mehrheit gibt es noch offene Fragen. Konkret geht es um eine Extrazahlung von 100 Millionen Euro, den die Deutschen unter bestimmten Bedingungen an den italienischen Staat als bisherigen Eigentümer zahlen sollen. Nach Informationen, die die Zeitung Corriere della Sera aus Verhandlungskreisen haben will, gibt es dazu derzeit unterschiedliche Auffassungen zwischen den Partnern.

Bis spätestens Juni will Lufthansa Group die Option ziehen, ihren Anteil an der italienischen Fluggesellschaft von derzeit 41 auf 90 Prozent zu erhöhen. Grundlage ist der Vertrag mit dem italienischen Wirtschafts- und Finanzministerium. Für den Erwerb der zusätzlichen Anteile an ITA Airways sind 325 Millionen Euro vorgesehen. Der tatsächliche Übergang zur 90-Prozent-Beteiligung ist ab dem 1. Januar 2027 geplant.

Muss Lufthansa Italien 100 Millionen Euro zahlen - oder nicht?

Zusätzlich ist ein sogenannter Earn-out von 100 Millionen Euro vereinbart. Diese Zahlung soll fällig werden, wenn ITA Airways bestimmte wirtschaftliche Ziele erreicht. Genau hier liegt aktuell der Streitpunkt. Nach Einschätzung der Partner wird ITA voraussichtlich erst 2028 die Gewinnzone erreichen. Grund dafür sind Verzögerungen beim Start der Synergien mit Lufthansa. Diese traten laut Corriere della Sera rund 22 Monate später ein als ursprünglich geplant, nachdem sich die Genehmigung durch die EU-Wettbewerbsbehörden deutlich hingezogen hatte.

Das Ministerium in Rom drängt deshalb darauf, auch die Kriterien für die Extrazahlung anzupassen. Diskutiert wird unter anderem, den relevanten Bezugszeitraum für den Earn-out auf 2028 zu verschieben oder die Zahlung ganz von den Ergebnissen des Jahres 2027 zu entkoppeln. Lufthansa Group hingegen sieht die Verantwortung für die Verzögerung bei der Europäischen Kommission und befürchtet, Änderungen könnten als finanzielles Entgegenkommen gegenüber dem italienischen Staat gewertet werden. Offiziell äußern sich beide Seiten nicht.

Was macht Lufthansa mit dem ITA-Vielfliegerprogramm Volare?

Neben der Extrazahlung gibt es einen weiteren Punkt, der noch geklärt werden muss: die Zukunft des ITA-Vielfliegerprogramms Volare. Dieses soll im Frühjahr in das Lufthansa-Programm Miles & More überführt werden. Das Ministerium wünscht sich jedoch Absicherungen für den Fall, dass Lufthansa Group wider Erwarten doch nicht auf 90 Prozent aufstockt. Volare ist wirtschaftlich relevant: 2024 erzielte die eigenständige Gesellschaft hinter dem Programm einen Umsatz von gut 37 Millionen Euro und Gewinn.

Dass eine Anbindung an Miles & More auch ohne Mehrheitsbeteiligung möglich ist, zeigt ein Beispiel aus Osteuropa. Die polnische Fluggesellschaft Lot ist seit Jahren Teil des Programms, ohne zum Lufthansa-Konzern zu gehören. Grundlage ist dort ein rein kommerzielles Abkommen über Kauf und Einlösung von Meilen. Dieses Modell wird auch in Italien als möglicher Referenzfall gesehen.

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