Wer an Bord eines Flugzeuges von Swiss begrüßt wird, hört ab sofort etwas Neues: Die Flugbegleiterinnen und -begleiter weisen in ihren Ansagen neuerdings ausdrücklich darauf hin, dass ihre Airline ein Mitglied der Lufthansa Group ist. Bisher wurde nur auf die Mitgliedschaft in der Star Alliance hingewiesen.
Die Änderung gilt seit dem 1. Februar und betrifft insbesondere die Begrüßung durch den Maître de Cabine (bei Lufthansa Purser genannt) zu Beginn des Fluges. Sie steht im Kontext des neuen Markenauftritts von Lufthansa Group. Die Konzernmarke soll dabei stärker in Erscheinung treten und die Zusammengehörigkeit für Fluggäste erkennbarer machen.
Wird die Kabinenansage bei Swiss überladen?
«Die Bordansage ist Teil dieses Auftritts», erklärt eine Sprecherin von Swiss. Ziel sei es, «die Gruppenmarke sichtbarer und die Zusammengehörigkeit besser erkennbar zu machen». Swiss gehört bereits seit 2007 zum deutschen Konzern. Neuer ist jedoch, dass diese Zugehörigkeit auch in der direkten Kundenansprache betont wird – vom Schriftzug auf den Flugzeugen, bei Lounges und nun auch bei der persönlichen Begrüßung an Bord.
Intern stößt die neue Ansage nicht überall auf Begeisterung. Die Umstellung wird beim Kabinenpersonal kritisch diskutiert. Ein Maitre de Cabine fragt ironisch, ob man künftig auch noch weitere Zugehörigkeiten aufzählen müsse – etwa die Mitgliedschaft bei Miles & More oder eine separate Begrüßung der Vielfliegende, wie sie anderswo teilweise üblich ist. Die Sorge: Die eigentliche Willkommensbotschaft könnte in einer immer längeren Aufzählung untergehen.
Die Frage nach der Swissness bleibt
Entsprechend gibt es Zweifel, ob sich langfristig alle konsequent an den neuen offiziellen Wortlaut halten werden. Dabei gehe es nicht nur um die Länge der Ansage, sondern auch um die Identität der Marke: Gerade bei Kundinnen und Kunden aus der Schweiz und auch bei Swiss selbst sei der Stolz auf die eigenständige Schweizer Marke ausgeprägt. Swiss betont selbst immer wieder ihre Swissness.
Die stärkere Betonung der Konzernmutter sei daher heikel. sagen Kritiker. Swiss hält dagegen fest: «Grundsätzlich sind die Textvorgaben bei den Bordansagen verpflichtend». Abweichungen seien nur in besonderen Fällen sinnvoll – bei Willkommens-Ansagen sei dies in der Regel nicht vorgesehen.
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