Flugzeug von Smart Lynx: Stehen mittlerweile alle am Boden.

ErmittlungenLettische Behörden nehmen Insolvenz von Smart Lynx unter die Lupe

Das Ende der Wet-Lease-Airline zieht in Lettland Untersuchungen nach sich. Im Zentrum stehen der Verkauf von Smart Lynx kurz vor der Insolvenz sowie die riesigen Schulden.

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Schulden bei fast 800 Gläubigern, wütende Airline-Kunden, verzweifelte Mitarbeitende - das Aus von Smart Lynx sorgt seit Mitte November für Wirbel in Lettland. Nun gibt es neue Vorwürfe und Entwicklungen.

So berichtet der öffentlich-rechtliche Sender LTV, das lettische Verkehrsministerium habe eine außerordentliche Finanzprüfung bei der Wet-Lease-Airline eingeleitet. Der Eigentümerwechsel bei Smart Lynx spreche zwar nicht per se für einen Betrug, schaffe aber Anlass für eine Überprüfung der Gesetzeskonformität, erklärte das Ministerium.

Smart Lynx: Gläubiger-Struktur und Zeitpunkt des Verkaufs

Laut Informationen des Portals Blacklist soll es auch bereits strafrechtliche Ermittlungen wegen des Verdachts auf Betrug gegen das Smart-Lynx-Management gegeben. Wie Informanten gegenüber dem Portal erklärten, prüfen Wirtschaftsermittler der lettischen Bundespolizei die Vorgänge. Sie sollen sich unter anderem die Schulden der lettischen Smart Lynx anschauen, von denen der Großteil - 174 Millionen von insgesamt 238 Millionen Euro - bei Gläubigern liegt, die zur Avia Solutions Group gehören, zu der Smart Lynx selbst noch kurze Zeit vorher gehört hatte.

Die Luftfahrt-Gruppe hatte die lettische Fluglinie an einen erst kurz zuvor gegründeten niederländischen Fonds namens Stichting Break Point Distressed Assets Management verkauft. Kurz danach ging die Airline in Gläubigerschutz. Gegenüber dem Sender LTV erklärt Smart Lynx, zum Zeitpunkt der Übernahme hätten Pläne für die Geschäftsentwicklung vorgelegen, «die auch die Gewinnung eines Investors ermöglicht hätten». Aufgrund verschiedener Umstände sei dies aber nicht gelungen und die Lage habe sich rasch geändert. Auch dies dürften sich die Ermittler nun anschauen.

Verwalter will Gläubigerschutzverfahren beenden

Zudem teilte die insolvente Fluggesellschaft dem Sender mit, die Mitarbeitenden, die über ausbleibende Bezahlung klagten, seien nie bei Smart Lynx angestellt gewesen. LTV geht davon aus, dass diese Leute über eine Art Zeitarbeitsfirmen bei der Fluggesellschaft beschäftigt waren. Ein staatlicher lettischer Arbeitsdirektor soll nun diese Aspekte unter die Lupe nehmen.

Derweil erklärt Armands Rasa, der Verwalter im Gläubigerschutzverfahren ist und dieses überwacht, er habe einen Antrag auf Beendigung des Verfahrens gestellt. Grund sei, dass der Vorstand mitgeteilt habe, der Sanierungsplan werde nicht umgesetzt. Eine Sprecherin von Avia Solutions Group erklärt, die von Blacklist stammende und später weiterverbreitete Veröffentlichungen enthielten «falsche, irreführende und rufschädigende Aussagen zur früheren Eigentümerschaft von Smart Lynx Airlines, die im Rahmen eines Desinvestitionsprozesses an das Management übertragen wurde».

Avia Solutions Group wehrt sich

Die Berichte stützten sich auf «unbelegte und spekulative Vorwürfe wie angebliche vorsätzliche Insolvenz, Vermögensverschiebungen oder betrügerisches Asset-Stripping, die teils als Tatsachen dargestellt» würden. Für diese Behauptungen gibt es laut Avia Solutions weder Beweise noch behördliche oder gerichtliche Feststellungen.

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