Jet von Kingfisher: Keine Piloten, die ihn fliegen wollen.

Kingfisher-Jets bleiben am Boden

Eigentlich sollte die Airline ab heute schon wieder fliegen. Doch die Gespräche mit Mitarbeitern und der Regierung laufen nicht besonders gut.

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«Es ist zu einem Stillstand gekommen.» Vikrant Patkar, Pilot und Arbeitnehmervertreter hatte keine guten Nachrichten zu berichten, als er am Donnerstag aus dem Treffen mit der Kingfisher-Geschäftsführung kam. Die Gespräche seien gescheitert. Wenn sie nicht die Garantie für ihre seit sieben Monaten ausstehenden Gehälter erhielten, sei es nicht möglich wieder zu arbeiten, so Patkar. Mindestens Lohn für vier Monate verlangen die Angestellten. Doch Kingfisher-Besitzer Vijay Mallya bleibt hart. Wenn sie bei dieser Forderung blieben, könne man nicht wieder abheben, sagte er gemäß der indischen Zeitung Economic Times. Nur einen Monat wollte man zahlen und das innerhalb der nächsten 14 Tage. Den Angestellten ist das nicht genug.

Dabei klang die Fluggesellschaft selbst noch vor kurzem optimistisch. Viele Arbeiter seien bereit, nach dem seit Montag andauernden Streik die Arbeit nun wieder aufzunehmen, hieß es. In vier oder fünf Tagen könne man den Betrieb wieder aufnehmen, so Kingfisher laut der Nachrichtenagentur Reuters. Doch daraus wird nichts. So sieht es also aus, als würde Kingfisher weiter am Boden bleiben. Die Airline verlängerte das Grounding um eine Woche bis mindestens zum 12. Oktober.

Regierung ist skeptisch

Auch die indische Regierung ist skeptisch, ob die Fluglinie wirklich bald wieder starten kann. Man werde sich alles ganz genau anschauen müssen, erklärte Luftfahrtminister Ajit Singh. Die Regierung würde nicht zulassen, dass Flugzeuge abheben, wenn die nötige Infrastruktur und Sicherheit nicht garantiert seien. Auch die Luftfahrtbehörde DCGA bleibt streng. Wenn Kingfisher nicht «operativ vorbereitet» sei, den Flugplan einzuhalten, dann könne man ihr keine Erlaubnis geben, abzuheben. Statt immer wieder Statusmeldungen über den Stand der Operationen abzugeben solle die Airline endlich konkrete Pläne vorweisen, wie sie sich wieder aufrappelt.

Doch dafür braucht Kingfisher Geld. Zwar sind lange Gespräche mit 17 Banken des Landes relativ positiv ausgegangen. Sie gewähren Kingfisher weitere Finanzspritzen. Doch diese reichen nur, um einen Bruchteil der Schulden zu zahlen und gerade einmal zwei Monaten an Gehältern. Und das ist den Angestellten weiterhin zu wenig, berichtet der indische Fernsehsender NDTV.

Noch nie einen Gewinn gemacht

Seit der Gründung 2005 erwirtschaftete Kingfisher kein einziges Mal einen Gewinn. Doch immerhin genoss die Airline lange Zeit eine große Beliebtheit bei den Passagieren und war vom Marktanteil her die zweitgrößte Fluggesellschaft Indiens. Inzwischen ist sie zur kleinsten geworden. Wie verschiedene Medien berichten, profitiert die Konkurrenz von der prekären Lage. Auf Schlüsselstrecken erhöhten Konkurrenten wie Jet Airways oder Spice Jet die Ticketpreise zum Teil deutlich.

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