Flieger von Air Alsie: Green Airlines setzt auf die ATR der Dänen.

Daniel Sander, Green Airlines«Hamburg könnten wir uns ab März 2021 vorstellen»

Im Herbst will Green Airlines in Karlsruhe starten. Mitgründer Daniel Sander spricht über Wachstumsoptionen, flexible Leasingverträge und eingekaufte Luftfahrt-Expertise.

Top-Jobs

IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Compliance Monitoring Manager – Flight Operations

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Warum haben Sie sich gerade Karlsruhe ausgesucht für den Start von Green Airlines?

Daniel Sander: Unsere Analysen haben gezeigt, dass Bedarf besteht auf der Strecke Karlsruhe – Berlin. Air Berlin und Eurowings haben diese Verbindung früher auch schon bedient und guten Profit gemacht.

Eurowings hat die Strecke 2019 aufgegeben und erklärt, man habe nie «eine wirtschaftlich tragbare Auslastung» erreicht. Das klingt nicht sehr profitabel.

Eurowings ist die Strecke mit Airbus A319 geflogen, wir setzen die deutlich kleinere ATR-72-500 mit 64 Plätzen ein. Mit Eurowings‘ Buchungszahlen von damals wären wir sogar überbucht.

Und was für eine Auslastung erwarten Sie für Ihre Flüge durchschnittlich?

80 Prozent halten wir für realistisch, nach dem, was wir aus Wirtschaft und Region hören.

Sie starten mitten in einer riesigen Luftfahrtkrise. Haben Sie keine Sorge, dass zum Beispiel eine zweite Corona-Welle Ihnen Ihr neues Geschäft kaputt machen könnte?

Natürlich haben wir Respekt vor der Situation. Aber ich denke, dass wir selbst, die Flughäfen, die Wirtschaft und die Politik mittlerweile so gut vorbereitet sind, dass wir da keine Angst haben müssen. Wir haben auch den Vorteil, dass wir keine ausländischen Flughäfen anfliegen. Zudem sind wir sehr schlank aufgestellt, was die Kosten angeht: Wir haben nur rund zehn Mitarbeiter, besitzen keine eigenen Flugzeuge und haben keine langfristigen Leasingverträge.

Sie leasen Flieger und Crews von der dänischen Air Alsie. Wie kurzfristig sind ihre Leasingverträge?

Vertragsdetails kann ich nicht nennen. Aber wenn wir nicht fliegen, zahlen wir nicht. Wir haben da gute und flexible Verträge ausgehandelt – in die eine und in die andere Richtung.

Die andere Richtung wäre dann ein Ausbau?

Genau.

In jedes Flugticket wird ein Nahverkehrsticket integriert.

Sie haben Hamburg als zweites Ziel ab Karlsruhe im Blick, und Paderborn soll zu Ihrer zweiten Basis werden. Auch Dresden, Friedrichshafen, Rostock, Zürich, Wien und Sylt nennen Sie als künftige Ziele. Wie sieht Ihr Zeitplan aus?

Mit dem Flughafen Paderborn sind wir in positiven Gesprächen, mehr kann ich dazu noch nicht sagen. Erstmal wollen wir Karlsruhe mit Berlin verbinden und dann womöglich Hamburg als zweites Ziel hinzunehmen. Das könnten wir uns ab März nächsten Jahres vorstellen. Die anderen genannten Orte sind potenzielle Ziele, aber da ist noch nichts entschieden oder terminiert.

Warum haben Sie sich für die ATR 72 entschieden als Fluggerät und nicht für kleinere Flieger wie Saab 2000 oder Dornier 328?

Weil die ATR das beste Flugzeug für diese Art Strecke ist. Sie ist sowohl im Flug als auch bei Reparatur und Wartung günstiger als die anderen Flieger.

Ihr Alleinstellungsmerkmal ist, dass sie «klimapositiv» sind – ist das nicht einfach ein gutes PR-Schlagwort?

Nein. Wir haben kein Einwegplastik im Flieger, wir setzen auf regionale Lieferanten, achten auf kurze Lieferwege und kompensieren jeden Flug zu mehr als 100 Prozent. Dabei arbeiten wir mit dem Karlsruher Klimafonds zusammen. Zudem wird in jedes Flugticket auch ein Nahverkehrsticket integriert.

Wir stehen im Austausch mit ehemaligen Airline-Besitzern.

Wann erhoffen Sie sich, schwarze Zahlen zu schreiben?

Da möchte ich kein Datum nennen. Aber wir denken, dass wir uns innerhalb von anderthalb Jahren so aufstellen können, dass das ganze Unternehmen funktioniert.

Wer sind Ihre Aktionäre und wer bringt die Luftfahrt-Erfahrung ins Unternehmen ein?

Was die Aktionäre angeht, möchte ich mich bedeckt halten. Die Luftfahrt-Expertise haben wir zugekauft und wir haben auch viel gelernt in den anderthalb Jahren, in denen wir schon an Green Airlines arbeiten. Wir stehen zum Beispiel im Austausch mit ehemaligen Airline-Besitzern.

*Daniel Sander ist 47 Jahre alt und lebt in Hamburg. Der Unternehmer ist studierter Betriebswirt mit dem Schwerpunkt Marketing und Vertrieb sowie gelernter Industrieelektroniker. Seit etwa anderthalb Jahren arbeitet er zusammen mit Stefan Auwetter an Green Airlines.

Mehr zum Thema

ATR 72 von Air Alsie: Fliegt für Green Airlines.

Neue deutsche Airline will Ende Oktober starten

Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden: Keine innerdeutschen Verbindungen mehr.

Karlsruhe verliert Flüge nach Berlin

air borneo atr 72-500

ATR leidet immer noch unter den Folgen der Pandemie - 2026 soll der Wendepunkt sein

ticker-atr-1

ATR erhält 2025 mehr Aufträge, liefert aber weniger aus

Video

Alarm für Einwohnerinnen und Einwohner: Flughafen Dubai International.
Nach iranischen Angriffen haben die Vereinigten Arabischen Emirate ihren Luftraum teilweise geschlossen und den Flugverkehr gestoppt. Auch der Flughafen Dubai, an dem rund 20.00 Reisende festsitzen, wurde getroffen. Am Airport Abu Dhabi kam sogar ein Mensch ums Leben.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Timo Nowack
Timo Nowack
bolivien el elto c 130
Eine Lockheed C-130 Hercules der bolivianischen Luftwaffe ist am Flughafen El Alto verunglückt. Das Flugzeug, das für die Zentralbank des Landes unterwegs war, kam erst außerhalb des Flughafengeländes zum Liegen. Etliche Menschen kamen ums Leben.
Timo Nowack
Timo Nowack
Airbus A350 von Finnair: Bald eigen Musik an Bord.
Die veränderte Kundenstruktur bringt eine stärkere Markenpositionierung als finnische Airline. Komponist Lari Porra schuf für Finnair eine Klangwelt, die finnische Landschaften und das Reisegefühl musikalisch erlebbar machen soll. So klingt sie.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin