Fensterplatz: Neue Routen werden auch mit Daten von neuem Google-Dienst Demand Explorer geplant.

Demand ExplorerGoogle hilft Lufthansa und Co. beim Neustart

Neue Routen werden oft Monate vor dem Start geplant. Um Märkte inmitten des Chaos der Coronakrise zu analysieren, nutzen einige Airlines ein neues Google-Tool.

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Mit der Google-Suchmaschine oder dem dazugehörigen Flugportal Google Flights sammelt der Onlineriese bereits seit 2011 im großen Stil Daten darüber, wo Internetnutzer gerne hinfliegen. Genau diese Informationen fließen in die Marktanalysen vieler Fluglinien hinein, denen Google seine Daten zur Verfügung stellt.

Bisher konnten Fluglinien jedoch nur Suchanfragen für ihre eigenen Routen einsehen. Zahlen über die Konkurrenz blieben dabei geheim. Anfang dieses Jahres startete Google einen neuen Dienst. Demand Explorer stellt Fluglinien Datensätzen über die Nachfrage aller angebotenen Flüge jeder Airline zur Verfügung.

Keine Zeit für monatelange Planungen

Inmitten der Corona-Krise und dem Neustart des Passagierverkehrs ist dieser Service zum wichtigen Werkzeug geworden. Etwa ein Dutzend Airlines nutzen Demand Explorer bereits, berichtet das Portal Skift. Zu den bekannten Kunden gehören etwa Air France sowie Lufthansa.

Wie viele andere große Airlines fahren auch die beiden Riesen aus Europa ihren Betrieb langsam wieder hoch. Der Einführung neuer Routen ging in Zeiten vor Corona monatelange Planungen voraus. Der Fast-Stopp des weltweiten Passagierverkehrs hat die Marktsituation jedoch schlagartig geändert.

Start wegen Corona vorgezogen

«Das Verständnis der weltweiten Nachfrage auf Streckenebene ermöglicht es uns, fundierte Entscheidungen darüber zu treffen, welche Strecken wir zuerst wieder aufnehmen werden», sagt Maximilian Vietmeier, bei Lufthansa zuständig für Online-Strategie. Ähnlich sieht man das auch bei Air France: «Das Tool ermöglicht es uns, Markterholung vorherzusagen und unsere Aktionen zu fokussieren», erklärt Julien Mallard, bei Air France zuständig für digitales Marketing.

Die aus Suchanfragen sowie aus Online-Ticketverkäufen, die Google bei einigen Airlines betreut, gewonnenen Daten sind vollkommen anonym, sagt das Online-Unternehmen. Anhand von IP-Adressen ist jedoch einsehbar, in welchen Regionen Online-Nutzer Flüge gesucht oder gebucht haben. Die Einführung von Demand Explorer war eigentlich für Ende dieses Jahres geplant, aufgrund der Coronakrise hat Google den Start jedoch vorgezogen.

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