Boeing 787-10 von Eva Air in Wien: Die Fluglinie steht aktuell in der Kritik.

Mailand-UmlaufEva Air unter Druck: Tod einer Flugbegleiterin – Vorwürfe von Fahrlässigkeit und Mobbing

Eine Flugbegleiterin stirbt nach einem Eva-Air-Flug von Mailand nach Taipeh. Zuvor musste sie offenbar krank weiterarbeiten. Taiwan ermittelt nun wegen Fahrlässigkeit.

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Eva Air fliegt von ihrer Heimat Taiwan zu vier Zielen in Europa: Paris, Mailand, Wien und seit fast drei Jahren auch München. Erst kürzlich hat die taiwanesische Fluglinie angekündigt, die Frequenz der Italien-Route aufzustocken und ab Januar täglich nach Mailand zu fliegen. Aktuell bedient Eva Air die Strecke vier Mal pro Woche mit einer Boeing 787-9.

Ende September soll es auf einem Mailand-Umlauf zu einer Tragödie gekommen sein. Eine Flugbegleiterin, die seit 2016 bei Eva Air beschäftigt war, soll schon auf dem Flug von Taipeh nach Mailand über Unwohlsein geklagt haben. Ihr Zustand soll sich auf dem Rückflug zunehmend verschlechtert haben. Laut Medienberichten soll sie nach ihrer Ankunft in Taipeh schließlich in ein Krankenhaus gebracht worden sein, wo sie später verstarb.

Anonymer Post mit schweren Vorwürfen gegen Eva Air

Es wurden Vorwürfe laut, dass der Purser des Fluges die kranke Kollegin gezwungen habe, weiterzuarbeiten, obwohl sich ihr Zustand verschlechterte. Zudem soll er ihr medizinische Hilfe verweigert und auch nach der Landung keinen Krankenwagen organisiert haben. Eva Air drückte ihr tiefstes Mitgefühl aus und kündigte an, den Vorfall intensiv zu untersuchen. Gegenüber aeroTELEGRAPH hat sich die Airline bisher nicht geäußert.

Derweil hat ein anonymer Post eines angeblichen Crewmitglieds Öl ins Feuer gegossen. Was passiert sei, sei kein «bedauerlicher Zufall, sondern das Ergebnis systematischer und langfristiger Gleichgültigkeit gegenüber der Gesundheit der Crewmitglieder», heißt es. Das hat die taiwanesische Kabinencrew-Gewerkschaft auf den Plan gerufen. Diese hat nun ebenfalls eine gründliche Untersuchung des tragischen Vorfalls angekündigt.

Eva Air bereits wegen Arbeitsrechtsverletzungen bestraft

Es soll geprüft werden, ob es fahrlässig war, der Frau nicht zu helfen, sowie, ob Mobbing am Arbeitsplatz vorliegt. Laut der Gewerkschaft hat das Amt für Arbeitsinspektion am 13. Oktober Inspektoren zu Eva Air geschickt, um den Vorfall zu untersuchen, berichtet die Zeitung Taipei Times.

Laut dem Portal PYOK kann sich eine Krankmeldung bei Eva Air auch auf die jährliche Leistungsbeurteilung und den Bonus eines Besatzungsmitglieds auswirken. Flugbegleitende könnte das davon abhalten, sich krank zu melden. Die Fluggesellschaft wurde seit 2023 sieben Mal wegen Verstößen gegen das Arbeitsrecht mit Geldstrafen von insgesamt 90.000 Dollar belegt, die sich meist auf Überstunden von Mitarbeitenden bezogen.

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