Ein Airbus A330-200 von Turkish Airlines landet am Flughafen BER: Turkish Airlines setzt am meisten Langstreckenflugzeuge innerhalb Europas ein.

Lange Flieger auf kurzen StreckenDiese Airlines fliegen europäische Routen mit Langstreckenjets

In den USA setzen Airlines vielfach Langstreckenflugzeuge auf der Kurz- und Mittelstrecke ein. Doch wie sieht das in Europa aus? aeroTELEGRAPH hat analysiert welche Fluglinien im Jahr 2026 Langstreckenflugzeuge auf Strecken innerhalb des Kontinents einsetzen.

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Die klassische Aufteilung von Schmalrumpfflugzeugen für Kurz- und Mittelstrecke und Großraumjets für die Langstrecke gehört zunehmend der Vergangenheit an. Mit der Einführung der Airbus A321 LR und A321 XLR erobern Schmalrumpfflugzeuge nun auch den Langstreckenmarkt. Iberia setzt den XLR von Madrid Richtung Boston, Washington und San Juan ein. Aer Lingus fliegt beispielsweise Dublin–Nashville und American Airlines hat gerade die Strecke New York–Edinburgh gestartet.

Airlines nutzen die Typen gezielt für sogenannte dünne Routen: Strecken mit großer Distanz, aber zu geringer Nachfrage für klassische Langstreckenjets. Die Jets mit neuer Reichweite ermöglichen direkte Verbindungen auf Strecken, die bisher nur mit Umstieg oder unwirtschaftlich zu bedienen waren.

Langstreckenjets auf der Kurz- und Mittelstrecke

Doch es werden auch viele Großraumflugzeuge, wie der Airbus A330 oder die Boeing 777 auf kürzeren Strecken eingesetzt. Das ist kein Zufall. An großen Drehkreuzen sind die Start- und Landerechte oft knapp, sodass Airlines ihre Slots bestmöglich ausnutzen müssen. Zudem steigt das Passagieraufkommen zu Stoßzeiten stark an, sodass mehr Sitzplätze benötigt werden. Gleichzeitig werden auch Langstreckenjets immer wieder auf kurzen Strecken zu Übungszwecken für Crews eingesetzt.

Besonders in den USA sind klassische Langstreckenjets auf Inlandsrouten weit verbreitet. Einer der Gründe dafür ist die enorme Binnennachfrage sowie die großen Entfernungen – allein die Strecke von Küste zu Küste beträgt rund 4000 Kilometer. Eine der wichtigsten Verbindungen ist die Route New York–Los Angeles. Laut Daten des Portals Cirium Diio plant Delta Air Lines auf dieser Strecke im laufenden Jahr 2386 Flüge pro Richtung. Als Flugzeugtyp kommt dabei unter anderem die Boeing 767-400 zum Einsatz.

Wie sieht es in Europa aus?

Auch auch Europa ist größer, als viele denken: Von Lissabon bis zum Ural erstreckt sich der Kontinent über mehr als 5500 Kilometer, von Nordkap bis Sizilien immerhin 3800 Kilometer und übertrifft damit selbst die USA in Ost-West- und Nord-Süd-Ausdehnung.

In Zusammenarbeit mit dem Luftfahrtdatenanbieter OAG hat aeroTELEGRAPH analysiert, auf welchen Routen Fluglinien in Europa in diesem Jahr planen, Langstreckenflugzeuge einzusetzen. Kleiner Spoiler vorweg: Eine Fluglinie dominiert den Markt mit weitem Abstand. Im Zeitraum vom 1. Januar bis 31.12.2026 setzten 47 Fluglinien neun verschiedene Widebody-Flugzeuge auf knapp 290 innereuropäischen Strecken ein.

Turkish Airlines fliegt 57 Flughäfen mit Langstreckenflugzeugen an

Dabei ist der Airbus A330 mit 155 Routen das beliebteste Flugzeug. Den zweiten Platz belegt die Boeing 787 mit 134 Strecken. Es folgen der Airbus A350, der auf 62 Routen fliegt, sowie die Boeing 777 mit 42 verschiedenen Verbindungen. Die Boeing 767 kommt auf 21 Städtepaaren zum Einsatz, während der Airbus A340 in diesem Jahr acht Routen bedient. Die Boeing 747 wird nur noch auf zwei Strecken genutzt.

Betrachtet man die Anzahl der Plätze, bieten die verschiedenen Airlines insgesamt rund 20,3 Millionen Sitze in ihren Langstreckenjets auf Flügen innerhalb Europas an. Fast die Hälfte aller Plätze stammt dabei von einer einzigen Airline: Turkish Airlines stellt in diesem Jahr 10,5 Millionen Sitze auf knapp 34.000 Flügen bereit. Die Airline setzt ihr Langstreckenfluggerät auf 47 verschiedenen Strecken ein und hat damit auch die Strecke mit den meisten Plätzen im Angebot: Istanbul – Moskau-Vuknovo mit 980.434 Sitzen. Zum Vergleich: Finnair bietet auf fünf Routen mit dem Airbus A350 und Airbus A330 knapp 870.000 Sitze an.

Tui-Airlines landen auf dem zweiten Platz

Den zweiten Platz belegen die Fluglinien des Tui-Konzerns. Obwohl die Langstreckenflugzeuge vom Typ Dreamliner nur im britischen, niederländischen und skandinavischen Flugbetrieb eingesetzt werden, bieten die Airlines zusammen im Laufe des Jahres fast 1,2 Millionen Dreamliner-Sitze auf 3930 Flügen an. Bei Tui gibt es nicht nur eine besonders starke Route, sondern eine Vielzahl gleichmäßig ausgelasteter Strecken. Insgesamt hat Tui 60 verschiedene, vorrangig touristische Warmwasserziele rund um das Mittelmeer im Programm.

Platz drei geht an Air Europa. Die spanische Fluggesellschaft setzt ihre Boeing 787 auf neun europäischen Strecken ein und bietet damit knapp über eine Million Sitze an. Die stärkste Route ist der Flug von Barcelona nach Madrid mit 450.000 Plätzen. Im Vergleich mit allen Airlines ist diese Strecke gemessen an den angebotenen Sitzen, die viertstärkste Platz im Gesamtranking. Die ersten drei Plätze gehen dabei alle an Turkish Airlines.

Lufthansa Group setzt Dreamliner und Airbus A350 zu Trainingszwecken ein

Weitere Fluglinien, die häufig Langstrecken innerhalb Europas einsetzen, sind die Charterairlines Sunclass Airlines (566.000 Sitze oder 1477 Flüge), Jet2 (400.000 Sitze oder 1223 Flüge) und Neos (289.000 Sitze oder 809 Flüge). Dabei handelt es sich vorrangig um touristische Flüge in den Mittelmeerraum. Von diesen Routen ist Jet2 mit knapp 130.000 Sitzen auf der Strecke Manchester–Teneriffa besonders aktiv. Die Briten setzen auf dieser Verbindung einen Airbus A330 ein.

Die Airlines der Lufthansa Group setzen nur wenig Langstreckengerät auf Europa-Flügen ein. Insgesamt bieten Lufthansa, Brussels Airlines, Austrian Airlines, Edelweiss und Swiss knapp 240.000 Sitze mit ihren Langstreckenjets an. Knapp 500 Flüge davon und damit rund die Hälfte aller Sitze entfallen auf die Lufthansa-Strecke Frankfurt–München mit der Boeing 787. Lufthansa nutzt diese Strecke, um ihre Dreamliner-Piloten und -Crews zu schulen. Den zweiten Platz belegt die Swiss-Verbindung von Zürich nach Nizza mit dem Airbus A350, die ebenfalls Schulungszwecken dient.

Außereuropäische Fluggesellschaften mit Stop-over-Flügen

Auch russische Fluglinien setzen viele Langstreckenjets ein. Aeroflot bietet knapp 300.000 Sitze auf rein europäischen Strecken an. Die wichtigste Route ist dabei Moskau–Sankt Petersburg. Neben der russischen Staatsairline kommt auch die russische Charterfluggesellschaft Nordwind auf über 170.000 Sitze.

Eine weitere Gruppe, die sehr viele Langstreckenflüge in Europa durchführt, sind internationale Airlines wie Ethiopian Airlines, Singapore Airlines oder Emirates, die einen Stop-Over-Flug in Europa anbieten. Allein Ethiopian Airlines hat zehn Routen im Angebot. Die stärkste davon ist die Strecke Mailand–Zürich. Die afrikanische Airline bietet so über eine Million Sitze in ihren Airbus A350, Boeing 777 oder Boeing 787 an. Besonders auffällig sind dabei Einzelbuchungen, etwa auf der Route Mailand–Zürich.

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