Egal, wie gerne man fliegt - die Sicherheitskontrolle ist einer der Punkte, die auch die größten Luftfahrtfans nerven. Und dennoch ist sie wichtig, um die Sicherheit aller Reisenden zu gewährleisten. Ausnahmen gibt es nur äußerst selten und unter ganz bestimmten Voraussetzungen. Das sah Aleksandar Vulin offenbar anders.
Der 54-Jährige bekleidete in Serbien bereits mehrere Spitzenämter. Er war Verteidigungs- und Innenminister, Geheimdienstchef sowie stellvertretender Ministerpräsident. 2023 belegten ihn die USA mit Sanktionen wegen seiner Russland-Nähe. Und laut mehreren Medienberichten ist er verantwortlich dafür, dass ein Flugzeug von Air Serbia auf dem Weg von Belgrad nach Moskau zur Umkehr gezwungen war.
Airbus A320 von Air Serbia war schon über Litauen
Der Airbus A320 von Air Serbia mit dem Kennzeichen YU-APH war bereits über Litauen, als er den Kurs änderte. Wie der Pilot den Reisenden mitteilte, war der Grund, dass man an einem Reisenden zusätzliche Sicherheitskontrollen durchführen musste. Flug JU134 wurde nämlich zurück gerufen. Gegen 22 Uhr landete er wieder in Belgrad.
Air Serbia bestätigte, dass das der Airbus A320 umkehren musste. Man habe aufgrund von Behördeninformationen so entschieden. Wie das serbische Portal Nova berichtet, hatte jemand Vulin dabei geholfen, die Sicherheitskontrolle zu umgehen. Offenbar hatte der Sicherheitsverantwortliche des Flughafens Belgrad den Verstoß gegen Regeln der Sicherheitskontrolle auf Aufnahmen der Überwachungskameras entdeckt und daraufhin die Rückkehr des Flugzeugs von Air Serbia angeordnet.
Aleksander Vulin selbst bestätigte Vorfall
Offiziell bestätigt sind diese Details nicht. Air Serbia nannte weder den Namen des betroffenen Passagiers noch die Art des Sicherheitsproblems. Vulin selbst machte aber keinen Hehl aus der Situation. Er sei an Bord gewesen, so der Politiker. Nach der Rückkehr nach Belgrad habe er das Flugzeug gemeinsam mit den anderen Passagieren verlassen und sich erneut einer Sicherheitskontrolle unterzogen.
Von der Umkehr habe er zunächst gar nichts mitbekommen. Er habe während des Fluges geschlafen und erst nach dem Aufwachen erfahren, dass er wieder in Belgrad sei. Dort hätten bereits Polizisten gewartet. Die Beamten habe er gefragt: «Kollegen, seid ihr etwa meinetwegen hier?»
Air Serbia: Besatzung des Airbus A320 hielt Vorschriften ein
Bei den anschließenden Kontrollen sei nichts Verbotenes gefunden worden, so Vulin. Er hoffe, seine Reise bald fortsetzen zu können. Gegenüber dem serbischen Medium Informer erklärte Vulin, er sei nicht privat nach Russland unterwegs gewesen, sondern in offizieller Mission. In Moskau habe er über eine Verlängerung des Gasabkommens zwischen Serbien und Russland verhandeln wollen. Vulin ist Aufsichtsratsvorsitzender des staatlichen Gasunternehmens Srbijagas.
Air Serbia betonte, dass die Sicherheitskontrollen von Passagieren und Gepäck in der Verantwortung der Flughafensicherheitsdienste lägen, nicht bei der Crew. Die Besatzung habe alle geltenden Vorschriften eingehalten. Der Airbus A320 hob laut Informationen von Flugverfolgunsportalen ein paar Stunden später erneut Richtung Moskau ab.
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