Kabinencrew von Lufthansa: Standby-Flüge werden teurer.

Höhere KostenDeutlich höhere Steuern auf Standby-Flüge belasten Crews von Lufthansa und Co.

Standby-Flüge gehören für viele Crews zum Arbeitsalltag. Doch eine neue Steuerregel verändert das System grundlegend – und wirft für viele die Frage auf, ob sich der Job so überhaupt noch lohnt.

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Was lange als einer der wichtigsten Vorteile im Airline-Job galt, wird für Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter in Deutschland plötzlich zur Belastung. Neue Steuerregeln verteuern die bislang stark vergünstigten Standby-Flüge und treffen damit ausgerechnet jene, die sie am meisten brauchen und auf Vergünstigungen angewiesen sind.

Es geht konkret um «Staff Travel» oder «ID Travel». Dies bedeutet für Crews stark vergünstigtes Fliegen, allerdings ohne Garantie. Wer ein solches Ticket nutzt, landet automatisch auf einer Warteliste. Erst kurz vor Abflug entscheidet sich, ob noch Plätze frei sind. Dann wird die Liste abgearbeitet, und nur wer Glück hat, kommt tatsächlich mit.

Viele Mitarbeitende reisen mit Staff-Tickets zur Arbeit

Dabei geht es nicht etwa um Luxusreisen. Zwar gelten diese Tickets nach außen oft als Möglichkeit, günstig in Business oder First Class um die Welt zu fliegen. In der Praxis nutzen viele Crews sie aber schlicht, um überhaupt zur Arbeit zu kommen. Gerade in Deutschland wohnen zahlreiche Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter von Lufthansa und Co. nicht an ihren Einsatzorten, weil Städte wie Frankfurt zu teuer sind oder der Lebensmittelpunkt eben woanders liegt. Sie pendeln stattdessen regelmäßig per Standby-Flug.

Genau dieses Modell gerät nun unter Druck. Eine neue steuerliche Regelung aus dem vergangenen November, die seit 2026 in Kraft ist, führt dazu, dass diese Flüge stärker als geldwerter Vorteil angerechnet werden. Die Bemessungsgrundlage wurde um 50 Prozent erhöht, von 0,04 auf 0,06 Euro pro Kilometer. Dadurch steigt die Steuerlast für viele dieser Pendlerinnen und Pendler deutlich.

Nur noch 600 Euro statt 920 Euro zum Leben

Wie stark die Auswirkungen sein können, zeigt ein Beispiel der Gewerkschaft Ufo: Eine junge Flugbegleiterin mit einem monatlichen Einkommen von rund 2023 Euro nutzte bisher steuerfreie Flugkontingente und kam trotz Kosten für Tickets und Steuern auf etwa 920 Euro zum Leben. Mit den neuen Regeln steigt ihre Steuerlast deutlich und am Ende bleiben nur noch rund 600 Euro übrig.

Die Kabinencrew-Gewerkschaft warnt deshalb, dass es für viele nicht mehr um einen Bonus gehe, sondern um die Grundlage, den Job überhaupt ausüben zu können. Denn ohne günstige Standby-Tickets müssten Fluggesellschaften verstärkt Personal finden, das sich das Leben in teuren Städten leisten kann. Das senkt den Bewerberkreis deutlich.

Petition beim Bundestag eingereicht

Die Gewerkschaft hat deshalb eine Petition beim Bundestag eingereicht. Ihr Ziel: die Rücknahme der neuen Regelung und eine Rückkehr zum bisherigen System. «Für viele Beschäftigte geht es nicht um Vergünstigungen oder Privilegien – es geht darum, ihren Beruf überhaupt noch wirtschaftlich ausüben zu können», heißt es in der Petition.

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