Kabinencrew von Lufthansa: Standby-Flüge werden teurer.

Höhere KostenDeutlich höhere Steuern auf Standby-Flüge belasten Crews von Lufthansa und Co.

Standby-Flüge gehören für viele Crews zum Arbeitsalltag. Doch eine neue Steuerregel verändert das System grundlegend – und wirft für viele die Frage auf, ob sich der Job so überhaupt noch lohnt.

Top-Jobs

Sparfell Logo

Captain/First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

SPARFELL Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Vienna
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Pilatus Logo

Mechaniker Flugzeugkomponenten (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Systems Engineer - Electrical Focus

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Was lange als einer der wichtigsten Vorteile im Airline-Job galt, wird für Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter in Deutschland plötzlich zur Belastung. Neue Steuerregeln verteuern die bislang stark vergünstigten Standby-Flüge und treffen damit ausgerechnet jene, die sie am meisten brauchen und auf Vergünstigungen angewiesen sind.

Es geht konkret um «Staff Travel» oder «ID Travel». Dies bedeutet für Crews stark vergünstigtes Fliegen, allerdings ohne Garantie. Wer ein solches Ticket nutzt, landet automatisch auf einer Warteliste. Erst kurz vor Abflug entscheidet sich, ob noch Plätze frei sind. Dann wird die Liste abgearbeitet, und nur wer Glück hat, kommt tatsächlich mit.

Viele Mitarbeitende reisen mit Staff-Tickets zur Arbeit

Dabei geht es nicht etwa um Luxusreisen. Zwar gelten diese Tickets nach außen oft als Möglichkeit, günstig in Business oder First Class um die Welt zu fliegen. In der Praxis nutzen viele Crews sie aber schlicht, um überhaupt zur Arbeit zu kommen. Gerade in Deutschland wohnen zahlreiche Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter von Lufthansa und Co. nicht an ihren Einsatzorten, weil Städte wie Frankfurt zu teuer sind oder der Lebensmittelpunkt eben woanders liegt. Sie pendeln stattdessen regelmäßig per Standby-Flug.

Genau dieses Modell gerät nun unter Druck. Eine neue steuerliche Regelung aus dem vergangenen November, die seit 2026 in Kraft ist, führt dazu, dass diese Flüge stärker als geldwerter Vorteil angerechnet werden. Die Bemessungsgrundlage wurde um 50 Prozent erhöht, von 0,04 auf 0,06 Euro pro Kilometer. Dadurch steigt die Steuerlast für viele dieser Pendlerinnen und Pendler deutlich.

Nur noch 600 Euro statt 920 Euro zum Leben

Wie stark die Auswirkungen sein können, zeigt ein Beispiel der Gewerkschaft Ufo: Eine junge Flugbegleiterin mit einem monatlichen Einkommen von rund 2023 Euro nutzte bisher steuerfreie Flugkontingente und kam trotz Kosten für Tickets und Steuern auf etwa 920 Euro zum Leben. Mit den neuen Regeln steigt ihre Steuerlast deutlich und am Ende bleiben nur noch rund 600 Euro übrig.

Die Kabinencrew-Gewerkschaft warnt deshalb, dass es für viele nicht mehr um einen Bonus gehe, sondern um die Grundlage, den Job überhaupt ausüben zu können. Denn ohne günstige Standby-Tickets müssten Fluggesellschaften verstärkt Personal finden, das sich das Leben in teuren Städten leisten kann. Das senkt den Bewerberkreis deutlich.

Petition beim Bundestag eingereicht

Die Gewerkschaft hat deshalb eine Petition beim Bundestag eingereicht. Ihr Ziel: die Rücknahme der neuen Regelung und eine Rückkehr zum bisherigen System. «Für viele Beschäftigte geht es nicht um Vergünstigungen oder Privilegien – es geht darum, ihren Beruf überhaupt noch wirtschaftlich ausüben zu können», heißt es in der Petition.

Wir lieben Flugzeuge – und guten Journalismus. Unser Team aus erfahrenen Redakteurinnen und Redakteuren recherchiert, prüft, erklärt. Unterstützen Sie uns für weniger als einen Cappuccino im Monat – und lesen Sie aeroTELEGRAPH ohne Werbung. Jetzt hier klicken und abonnieren. Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

ticker-lufthansa

Lufthansa versteigert ausgemusterte Sitze aus Airbus A380 für den guten Zweck

INNA und Wizz Air: Das Video zu Wizz Away wurde am Flughafen Bukarest gedreht.

Wenn Airlines auf Popstars setzen

Lufthansa-Jet am Flughafen Hamburg (Archivbild): Der Airport hat viele Routen zu Lufthansa-Group-Drehkreuzen.

Lufthansa Group überprüft Mehrfach-Anbindungen an ihre Drehkreuze

Die D-AIHV, hier Mitte Mai 2026 beim Stopp in Palma de Mallorca: Schon keine Hinweise mehr auf Lufthansa.

Zwei von Lufthansa ausgemusterte Airbus A340 heben bald wieder ab

Video

Die brennende General Dynamics F-16 in Zakynthos: Der Pilot blieb unverletzt.
Nach einem Defekt am Fahrwerk musste eine General Dynamics F-16 der griechischen Luftwaffe auf der Insel Zakynthos notlanden. Der Pilot blieb unverletzt, doch der Kampfjet fing Feuer. Der Flughafen musste geschlossen werden.
Redaktion
starlux airlines silberner airbus a350 1000
Die Fluglinie aus Taiwan bekommt einen Airbus A350-1000 in silberner und einen in goldener Sonderlackierung. Den ersten der beiden Jets brachte der Starlux-Chef selbst nach Taipei.
Timo Nowack
Timo Nowack
cessna usa 250
Manchmal zeichnet ein Flugzeug mit seinem Flugverlauf ein Herz oder einen einfachen Schriftzug an den Himmel. Zum 250. Am Unabhängigkeitstag der USA hat eine Cessna R182 nun auch so etwas getan - aber auf einem anderen Level.
Timo Nowack
Timo Nowack