Kabinencrew von Lufthansa: Standby-Flüge werden teurer.

Höhere KostenDeutlich höhere Steuern auf Standby-Flüge belasten Crews von Lufthansa und Co.

Standby-Flüge gehören für viele Crews zum Arbeitsalltag. Doch eine neue Steuerregel verändert das System grundlegend – und wirft für viele die Frage auf, ob sich der Job so überhaupt noch lohnt.

Top-Jobs

Aero Bildungs Logo

Ausbilder / Technischer Trainer (m/w/d) für Fluggerätelektronik / Avionik / Cat B2 – Luftfahrttechnik

AERO-Bildungs GmbH
Oberpfaffenhofen
Feste Anstellung
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Document Control Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Prozessmanager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Pilatus Logo

Crossmedia Marketing Content Redakteur (a)

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs

Was lange als einer der wichtigsten Vorteile im Airline-Job galt, wird für Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter in Deutschland plötzlich zur Belastung. Neue Steuerregeln verteuern die bislang stark vergünstigten Standby-Flüge und treffen damit ausgerechnet jene, die sie am meisten brauchen und auf Vergünstigungen angewiesen sind.

Es geht konkret um «Staff Travel» oder «ID Travel». Dies bedeutet für Crews stark vergünstigtes Fliegen, allerdings ohne Garantie. Wer ein solches Ticket nutzt, landet automatisch auf einer Warteliste. Erst kurz vor Abflug entscheidet sich, ob noch Plätze frei sind. Dann wird die Liste abgearbeitet, und nur wer Glück hat, kommt tatsächlich mit.

Viele Mitarbeitende reisen mit Staff-Tickets zur Arbeit

Dabei geht es nicht etwa um Luxusreisen. Zwar gelten diese Tickets nach außen oft als Möglichkeit, günstig in Business oder First Class um die Welt zu fliegen. In der Praxis nutzen viele Crews sie aber schlicht, um überhaupt zur Arbeit zu kommen. Gerade in Deutschland wohnen zahlreiche Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter von Lufthansa und Co. nicht an ihren Einsatzorten, weil Städte wie Frankfurt zu teuer sind oder der Lebensmittelpunkt eben woanders liegt. Sie pendeln stattdessen regelmäßig per Standby-Flug.

Genau dieses Modell gerät nun unter Druck. Eine neue steuerliche Regelung aus dem vergangenen November, die seit 2026 in Kraft ist, führt dazu, dass diese Flüge stärker als geldwerter Vorteil angerechnet werden. Die Bemessungsgrundlage wurde um 50 Prozent erhöht, von 0,04 auf 0,06 Euro pro Kilometer. Dadurch steigt die Steuerlast für viele dieser Pendlerinnen und Pendler deutlich.

Nur noch 600 Euro statt 920 Euro zum Leben

Wie stark die Auswirkungen sein können, zeigt ein Beispiel der Gewerkschaft Ufo: Eine junge Flugbegleiterin mit einem monatlichen Einkommen von rund 2023 Euro nutzte bisher steuerfreie Flugkontingente und kam trotz Kosten für Tickets und Steuern auf etwa 920 Euro zum Leben. Mit den neuen Regeln steigt ihre Steuerlast deutlich und am Ende bleiben nur noch rund 600 Euro übrig.

Die Kabinencrew-Gewerkschaft warnt deshalb, dass es für viele nicht mehr um einen Bonus gehe, sondern um die Grundlage, den Job überhaupt ausüben zu können. Denn ohne günstige Standby-Tickets müssten Fluggesellschaften verstärkt Personal finden, das sich das Leben in teuren Städten leisten kann. Das senkt den Bewerberkreis deutlich.

Petition beim Bundestag eingereicht

Die Gewerkschaft hat deshalb eine Petition beim Bundestag eingereicht. Ihr Ziel: die Rücknahme der neuen Regelung und eine Rückkehr zum bisherigen System. «Für viele Beschäftigte geht es nicht um Vergünstigungen oder Privilegien – es geht darum, ihren Beruf überhaupt noch wirtschaftlich ausüben zu können», heißt es in der Petition.

Wir lieben Flugzeuge – und guten Journalismus. Unser Team aus erfahrenen Redakteurinnen und Redakteuren recherchiert, prüft, erklärt. Unterstützen Sie uns für weniger als einen Cappuccino im Monat – und lesen Sie aeroTELEGRAPH ohne Werbung. Jetzt hier klicken und abonnieren. Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

Airbus A350-1000 in Lufthansa-Farben: Bald bei der Airline.

Erster Airbus A350-1000 von Lufthansa in Toulouse gesichtet

lufthansa boeing 787 9 d abpu zuerich 05

Lufthansas Jubiläumsflüge - wie die Leserinnen und Leser sie festgehalten haben

Präziosionsarbeit: Die beiden Flieger der Jubiläumsflüge LH2026 und LH1926 rollen in Berlin ans Gate - synchron.

LH1926: Eine Reise zurück in die Anfänge von Lufthansa

LH1926

Eindrücke von Lufthansas Jubiläumsflug LH1926

Video

etihad airways manchester city
Die Golfairline sponsort den englischen Fußballpokalwettbewerb FA Cup. Emirates ist dadurch auch auf den Trikots präsent. Doch es gibt eine Ausnahme.
Timo Nowack
Timo Nowack
Der Flughafen München steht kurz vor der Eröffnung von Pier 1: Ein Video zeigt den gesamten Bauverlauf.
In München entsteht seit 2019 ein neuer, 95.000 Quadratmeter großer Pier am Terminal 1. Ende April geht der Bau ans Netz. Ein Zeitraffervideo zeigt sieben Jahre Bauarbeiten in 76 Sekunden.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Sonex Onex im Formationsflug: Der Hersteller ist insolvent.
Sonex Aircraft hat seit 1998 Selbstbaukits für Flugzeuge hergestellt. Nun ist das Unternehmen pleite. Der Inhaber wendet sich in einem emotionalen Video an seine Kundinnen und Kunden.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies