Michael Niggemann: War schon Finanzchef von Swiss.

Michael NiggemannDer Manager neben Carsten Spohr

Erst seit Anfang des Jahres sitzt Michael Niggemann im Vorstand von Lufthansa. Dennoch macht er schon kräftig Eindruck. Wer ist der Mann an Carsten Spohrs Seite?

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

In den vergangenen zwei Monaten hat Lufthansa zwei Hauptversammlungen abgehalten. Eine reguläre und eine außerordentliche zur Staatshilfe. Beide fanden aufgrund der Corona-Krise virtuell statt und bei beiden waren nur zwei Mitglieder aus dem Vorstand vor der Kamera anwesend: Zum einen Carsten Spohr, seit sechs Jahren Vorsitzender und weithin bekannt. Zum anderen Michael Niggemann, verantwortlich für Personal, Recht sowie Fusionen und Übernahmen – und höchstens Brancheninsidern ein Begriff.

Niggemann gehört erst seit Anfang des Jahres zum Vorstand. Dennoch erhielt er bei den Hauptversammlungen nicht nur den Vorzug vor der ebenfalls neuen Christina Foerster, sondern auch vor den erfahreneren Detlef Kayser, Thorsten Dirks und Harry Hohmeister. Und der 46-Jährige legte souveränen Auftritte hin. Im Wechsel mit seinem Chef Carsten Spohr beantwortete Niggemann ruhig und pointiert die endlos wirkenden Fragenkataloge der Aktionäre. Bei der außerordentlichen Hauptversammlung dauerte das mehr als fünf Stunden lang.

Zwei Jahre Finanzchef bei Swiss

Doch wer ist der Manager, der in diesen wichtigen Stunden an der Seite des Lufthansa-Chefs saß? Niggemann wurde 1974 in Dortmund geboren und kommt damit, wie auch der acht Jahre ältere Spohr, aus dem Ruhrgebiet. Nach einer Zeit bei der Bundeswehr studierte er Rechtswissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und schloss seine juristische Ausbildung 2003 ab. Seine erste berufliche Station war die Düsseldorfer Anwaltskanzlei Hengeler Mueller. Sie berät übrigens auch Lufthansa, zuletzt ganz aktuell zum Thema Staatshilfe.

Nach einer kurzen Zwischenstation als Rechtsberater beim Baukonzern Hochtief startete Niggemann 2007 seine Karriere in Lufthansas Rechtsabteilung, zu deren Chef er sich in den kommenden Jahren hocharbeitete. Im November 2017 wechselte der dann zur Tochter Swiss, wo er Finanzchef war, bis er Anfang 2020 in den Lufthansa-Vorstand einzog.

Das Zeug zu mehr?

Nach nur einem Monat im neuen Job gelang ihm ein großer Erfolg: Im Konflikt mit der Kabinengewerkschaft Ufo, aus dem seine Vorgängerin Bettina Volkens keinen Ausweg gefunden hatte, fand er eine Einigung und wendete einen Streik ab. Der Zeitung Handelsblatt sagte ein ehemaliger Wegbegleiter: «Niggemann ist ein Gefolgsmann von Spohr. Aber er ist jemand, der die Argumente der anderen hört und reflektiert, auch in Führungsgremien und auch vor Herrn Spohr.» Er sei ein Arbeitstier, nüchtern, fair und persönlich umgänglich.

Privat soll das Boxen zu Niggemanns Hobbys zählen. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Die Frage, ob der Manager eines Tages Carsten Spohr auf dem Chefsessel von Lufthansa nachfolgen könnte, kommt aktuell noch zu früh.

Vorstellen kann man sich das aber durchaus, wenn man ihn bei den beiden Hauptversammlungen erlebt hat. Und die anderen Mitglieder des Vorstands haben eher weniger Chancen. Detlef Kayser ist tendenziell zu alt, wenn denn Spohr einmal sein Amt abgeben sollte. Christina Foerster gilt als starke Managerin, hat sich aber mit ungeschickten Äußerungen intern nicht nur Freunde gemacht. Thorsten Dirks verlässt den Konzern. Harry Hohmeister gilt zwar als erstklassiger Manager, aber hat ebenfalls das Handicap Alter und eckt mit seiner unzimperlichen Art immer wieder an.

Mehr zum Thema

Winglet eines Airbus A350 von Lufthansa: Bald noch öfter zu sehen.

Lufthansa hofft auf geringes Interesse an Slots

Lufthansa verkleinert Vorstand und teilt Aufgaben neu auf

Lufthansa verkleinert Vorstand und teilt Aufgaben neu auf

Lufthansa und Ufo einigen sich - 1500 Euro Sonderzahlung

Lufthansa und Ufo einigen sich - 1500 Euro Sonderzahlung

Lufthansa-Jet in Bremen (Archivbild): Die Frankfurt-Flüge kehren zurück.

Lufthansa nimmt Flüge zwischen Bremen und Frankfurt wieder auf

Video

Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren - und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Kälin
Mit der Rückkehr der Angehörigen aus Kanada war die Arbeit für die Swissair längst nicht beendet. Persönliche Gegenstände mussten zurückgegeben, Gedenkveranstaltungen organisiert und Familien weiter begleitet werden. Der Ehemalige Finanzchef Walter Kälin blickt auf die Herausforderungen zurück – und erklärt, wie die Erfahrungen von damals die heutige Krisenbetreuung prägen
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Ex-Swissair-Personalchef Matthias Mölleney zum Unglück von Flug SR1111: «...»
Als Flug SR111 von Swissair vor Halifax abstürzte, war Matthias Mölleney erst seit 95 Tagen Personalchef der Airline. Plötzlich musste er die Angehörigen und Mitarbeitenden betreuen und zugleich den Flugbetrieb aufrechterhalten. Fast drei Jahrzehnte später erinnert er sich an die schwersten Tage seiner Karriere – und an die Lehren für das spätere Grounding.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier