Britinnen und Briten gelten als trinkfreudig. Betrunkene Touristinnen und Touristen, die schon im Flugzeug vor dem Urlaub für unangenehme Momente sorgen und im Fußballtrikot komatrinkend durch Europas Ferienorte ziehen, prägen das Bild. Statistisch gesehen stimmt das aber nicht unbedingt. Die Zahlen des britischen Gesundheitsdienstes NHS zeigen ein deutlich differenzierteres Bild: Beim reinen Pro-Kopf-Konsum liegt Großbritannien nur im europäischen Mittelfeld, klar hinter Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Aber Großbritannien belegt tatsächlich einen Spitzenplatz beim Rauschtrinken. Einer OECD-Studie zufolge greifen rund 35 Prozent der britischen Erwachsenen mindestens ein Mal im Monat exzessiv zum Glas. Britische Frauen teilen sich beim Rauschtrinken sogar den weltweiten Spitzenplatz mit Dänemark. Der Ruf der Briten speist sich also weniger aus dem täglichen Bier als aus dem exzessiven Trinken bei Gelegenheit.
Crew zu betrunken für den Rückflug
Und dieses Klischee hat am Sonntag (5. Juli) eine British-Airways-Crew in Barbados bestätigt. Die Fluglinie war gezwungen, Flug BA254 von Bridgetown nach London-Heathrow zu streichen, weil die Crew infolge eines nächtlichen Ausflugs zu betrunken war, um den Flug durchführen zu können, schreibt unter anderem die Zeitung The Telegraph.
Laut dem Bericht soll sich eine Stewardess in der Hotelbar übergeben haben, während ein Flugbegleiter zusammenbrach und in sein Zimmer begleitet werden musste. Den Unternehmensrichtlinien zufolge ist Crew-Mitgliedern öffentlicher Alkoholkonsum untersagt, solange sie als Mitarbeitende erkennbar sind. Die feiernde British-Airways-Crew soll andere Hotelgäste so gestört haben, dass diese anfingen, sie zu filmen – woraufhin einer der Feiernden ausgerufen haben soll: «Wir sind die Crew von British Airways, na und?»
British Airways suspendiert Mitarbeitende
Das Ganze kostet die Airline richtig Geld: 336 Passagiere saßen daraufhin in Bridgetown, der Hauptstadt von Barbados, fest, weil die Besatzung nicht mehr flugtauglich war. British Airways musste kurzfristig Hotelunterkünfte für die gestrandeten Passagiere organisieren. Laut von Eurocontrol veröffentlichten Zahlen dürfte die Annullierung des Fluges die Airline mehr als 100.000 Pfund gekostet haben.
British Airways teilte mit, dass mehrere Besatzungsmitglieder während der laufenden Untersuchung vom Dienst suspendiert wurden. «Wir erwarten von unserer Besatzung höchste Standards und untersuchen diesen Vorfall mit Hochdruck», sagte ein Sprecher der Airline.
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