Das nur etwa 20 Sekunden lange Video könnte Westjet nun Millionen kosten. Ende Dezember 2025 filmte eine Kanadierin, wie sich ihre Eltern in die Economy-Class-Reihe quetschen. Dazu schrieb sie auf Tiktok: «Mein armer Vater – Westjet sollte seine Sitze so gestalten, dass auch normale Menschen Platz finden.» Der kurze Clip verbreitete sich rasant und erreichte innerhalb kürzester Zeit über eine Million Aufrufe.
Westjet kündigt Rückbau zum alten Sitzabstand an
Für den zusätzlichen Komfort vorne im Flieger sollten allerdings die Reisenden hinten in den Boeing 737 sorgen: Um sechs weitere Sitze in der Kabine unterzubringen, reduzierte Westjet den Sitzabstand in der Economy Class von rund 79 auf 71 Zentimeter. Die Airline begründete dies damit, dass auf die Economy-Fluggäste dank sinkender Ticketpreise von der zusätzlichen Sitzreihe profitieren würden. Wer mehr Beinfreiheit wünscht, kann stattdessen ein teureres Ticket buchen.
Seit Ende September 2025 hat Westjet 21 Flugzeuge mit der neuen Kabinenkonfiguration ausgestattet. Doch nun rudert die Airline zurück. Am 16. Januar 2026 gab die Fluglinie bekannt, dass sie nach Auswertung der Betriebsdaten sowie des Feedbacks von Reisenden und Mitarbeitenden den ursprünglichen Sitzabstand in der Economy Class wiederherstellen wird. Dazu wird eine Sitzreihe entfernt, um die zuvor erhöhte Sitzplatzdichte zu reduzieren.
Rückbau wird Westjet Millionen kosten
Der kanadische Luftfahrtexperte John Gradek spricht davon, dass Westjet mit der reduzierten Beinfreiheit die Grenze dessen erreicht, was Kundinnen und Kunden akzeptieren. Gradek schätzt, dass die Kosten auf mehrere Millionen betragen werden, denn alle 21 umgerüsteten Flugzeuge müssen nun zurück in den Hangar, um die Sitzkonfiguration auf den ursprünglichen Standard zurückzubauen.
Neben den Kundinnen und Kunden begrüßt auch ein Sprecher der Flugbegleitergewerkschaft die Entscheidung ausdrücklich. Er betonte, der beengte Sitzbereich sei allgemein unbeliebt gewesen. Die Crews hätten die Kritik der Reisenden tagtäglich direkt zu spüren bekommen. Aktuell ist unklar, wie lange der Umbau dauern wird.
Wir berichten, was in der Luftfahrt wirklich zählt – unabhängig, präzise, nah dran. Hinter jedem Artikel steht die Erfahrung erfahrener Luftfahrtjournalistinnen und -journalisten. Für den Preis von weniger als einem Getränk am Flughafen genießen Sie aeroTELEGRAPH werbefrei und sichern unsere Unabhängigkeit. Jetzt hier klicken und abonnieren