Grund für die Umwege sind die westlichen Sanktionen. Die EU, die USA, Kanada und Großbritannien haben sie seit 2021 schrittweise ausgeweitet. Eingeführt wurden sie wegen der erzwungenen Landung eines Ryanair-Fluges in Minsk, ausgeweitet wegen der belarusischen Unterstützung für Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine. Unter anderem ist die Einfuhr westlicher Flugzeuge und Ersatzteile nach Belarus verboten.
US-Bestätigung steht noch aus
Zumindest mit Blick auf die USA scheint sich nun jedoch etwas Wesentliches zu ändern. Das US-Handelsministerium soll Boeing erlaubt haben, die Zusammenarbeit mit Belavia wieder aufzunehmen. Das teilte die Pressestelle der Fluggesellschaft laut der russischen Agentur Interfax mit. Belavia könne damit Software und Ersatzteile für die vorhandene Flotte direkt beim Hersteller beziehen. Die Fluggesellschaft soll auch die Möglichkeit bekommen, wieder neue Flugzeuge bei Boeing zu kaufen.
Das bestätigte Airline-Chef Igor Tscherginez gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur Belta. Allerdings habe die Prüfung durch die US-Regierung lange gedauert, räumte er ein. Nach Angaben des belarusischen UN-Botschafters Valentin Rybakow fiel die Entscheidung am Freitag (30. Oktober), wie belarusische Medien, unter anderem auch die Agentur Belta, berichten. Es seien aber noch einige Fragen offen, die Gespräche in Washington gingen weiter. Eine offizielle Bestätigung von amerikanischer Seite gibt es bislang nicht.
Schrittweise Annäherung seit 2025
Ws wäre ein weiterer, großer Schritt bei der laufenden Annäherung: Schon im September 2025 gewährte das Bureau of Industry and Security des Handelsministeriums Belavia in einem Schreiben an Tscherginez erste Erleichterungen. Acht Flugzeuge der Airline wurden von einer Liste gestrichen, die Wartung, Reparatur und Überholung bis dahin praktisch unmöglich machte. Anträge für Flugzeugteile sollten fortan einzeln geprüft werden.
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